Gesundheitsschädliche Chemikalien im Trinkwasser?Schleswig-Holstein geht gegen PFAS im Grundwasser vor

Die PFAS-Belastung in NRW-Flüssen geht nach Messungen des Landesamtes zurück. (Symbolbild)
Im Norden seien PFAS mittlerweile überall nachzuweisen (Symbolbild)
Moritz Frankenberg/dpa

Das Verbot soll für alle Wasserschutzgebiete gelten.
Als erstes Bundesland will Schleswig-Holstein PFAS – sogenannte Ewigkeitschemikalien – in Wasserschutzgebieten verbieten. Die künstlich hergestellten Chemikalien ließen sich bei der Trinkwasseraufbereitung nur schwer entfernen.

Bundesland will Pflanzenschutzmittel verbieten

„Wir wollen unser Trinkwasser besser schützen”, erklärt Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) am Montag (15. Juni) im RTL Nord-Interview. „In Trinkwasserschutzgebieten möchte ich das Zeug einfach nicht mehr haben”, ist der Politiker überzeugt. Die Rede ist von PFAS, sogenannten Ewigkeitschemikalien. „Wir wissen, dass Pflanzenschutzmittel PFAS enthalten (...), die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein, die auf jeden Fall hormonwirksam sind und die häufig auch fortpflanzungsschädlich sind.”

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In Schleswig-Holstein wird das Trinkwasser nach Ministeriumsangaben ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. PFAS ließen sich auch bei der Trinkwasseraufbereitung nicht mit verhältnismäßigem Aufwand entfernen. Im Norden seien die Stoffe mittlerweile überall nachzuweisen. Als erstes Bundesland will Schleswig-Holstein den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit PFAS nun in allen Wasserschutzgebieten verbieten.

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Wegen ihrer wasser-, fett- und hitzebeständigen Eigenschaften werden PFAS seit Jahrzehnten unter anderem in Löschschaum, Pfannenbeschichtungen und Outdoor-Produkten verwendet. Die künstlich hergestellten Industriechemikalien kommen nicht in der Natur vor. Umweltminister Goldschmidt will den Einsatz von 19 Pflanzenschutzmitteln mit solchen Stoffen, für die es bereits Alternativen gibt, sofort verbieten. Für weitere Stoffe soll eine Übergangsfrist bis 2035 gelten.

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Der Bauernverband will den Vorstoß des Ministers zwar unterstützen, dennoch gibt es Vorbehalte. „Gleichzeitig muss bei allen regulatorischen Maßnahmen sichergestellt werden, dass die landwirtschaftliche Produktion in Schleswig-Holstein weiterhin praktikabel und wirtschaftlich möglich bleibt”, so der Verband. „Deshalb werden wir genau analysieren, welche konkreten Auswirkungen das vorgesehene Verbot in Wasserschutzgebieten auf den Pflanzenbau, die Ertragssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe haben.”

Das Verbot soll alle 38 Wasserschutzgebiete im Land umfassen. In diesen Bereichen liegen nach Ministeriumsangaben auch 15.000 Hektar Ackerflächen, was 2,3 Prozent aller Ackerflächen in Schleswig-Holstein entspricht. Die Regelung könnte Ende des Sommers in Kraft treten.

Verwendete Quellen: RTL-Recherche, dpa