Außergewöhnlicher Aufstieg nach InsolvenzWoolworth-Wahnsinn! Darum boomt die Billig-Kette

Sie sind aus vielen Innenstädten nicht mehr wegzudenken!
Läden der Billig-Kette Woolworth sprießen aktuell deutschlandweit aus dem Boden – und das in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Dahinter verbirgt sich ein ambitioniertes Ziel. Doch was hat das Unternehmen aus Unna (Nordrhein-Westfalen) vor? Und warum ist es so erfolgreich?
Woolworth plant Riesen-Expansion – in Deutschland und Europa!
Für Woolworth ist es ein Meilenstein: Am heutigen Donnerstag (5. März) ist in Essen die 1000. Filiale eröffnet worden. Es ist ein Grund zum Feiern – doch nicht zum Ausruhen! Obwohl viele Konkurrenten ihre Läden schließen, setzt das Unternehmen mit Vollgas auf den eingeschlagenen Expansionskurs.
Lese-Tipp: Shoppen bei günstigen Marken: So erkennt ihr gute Qualität!
2025 hat Woolworth mehr als 200 neue Läden aufgemacht. Das Ziel: 1500 Filialen alleine in Deutschland betreiben. Woolworth-Geschäftsführer Roman Heini, den RTL bei der Eröffnung in Essen zum Interview trifft, sagt dazu: „Das versuchen wir auch, die nächsten drei bis fünf Jahre dann in Deutschland alleine zu erreichen.” In ganz Europa sind sogar mittelfristig 5.000 Geschäfte geplant – in Polen, Österreich, Tschechien und der Slowakei ist Woolworth schon zu finden.

Doch noch vor einigen Jahren stand das ganze Unternehmen auf der Kippe! 2009 ging Woolworth Deutschland pleite, der 1879 in den USA gegründeten Marke drohte hierzulande das Aus. Im April 2009 meldete man beim Amtsgericht Frankfurt am Main Insolvenz an, nach dem Antrag begann eine Umstrukturierung. Nur 158 Standorte blieben übrig – und der Aufschwung begann.
Woolworth lockt Kunden mit Billigpreisen
Mode, Haushalts- sowie Drogerieartikel, Dekoration und vieles mehr – das Sortiment bei Woolworth ist breit angelegt. Zudem gibt es an Weihnachten, Ostern, Halloween und Co. immer Sonderprodukte. Die Zielgruppe ist so breit wie möglich, darunter Auszubildende und Studierende, Familien und Rentner, also auch Haushalte mit niedrigem Einkommen.
Lese-Tipp: Satte Steigerung! Mehr Geld für Rentner ab 1. Juli
Denn das wohl ausschlaggebendste Argument für Kunden: Der durchschnittliche Artikelpreis liegt bei Woolworth unter drei Euro. 6.000 Artikel sind nach Unternehmensangaben unter dieser Grenze angesiedelt. Dieser Discounterpreis und das vielfältige Sortiment locken natürlich – das weiß auch Geschäftsführer Roman Heini: „Das ist das, was große Zugkraft hat bei den Kunden. Heute mehr denn je.”
Anzeige:Video-Tipp: Wie gut sind Action, Woolworth und TK Maxx wirklich?
Das sagt ein Experte zum Woolworth-Konzept
Bleibt da nicht die Qualität auf der Strecke? Ja, sagt Gunther Schnabl (59), Wirtschaftswissenschaftler an der Uni Leipzig und Leiter des Flossbach von Storch Research Institute für Marktforschung. „Ein günstiger Schraubenschlüssel aus China wird in der Tendenz immer eine schlechtere Qualität haben als ein deutsches Produkt, für das sie dann den fünffachen oder zehnfachen Preis bezahlen”, erklärt Schnabl und macht klar: „Qualität kostet.”
Die Produkte von Woolworth kämen zwar vermutlich insbesondere aus China und südostasiatischen Ländern, weil dort sehr viel billige Arbeitskraft verfügbar sei. Woolworth kaufe jedoch zentral große Mengen ein und könne dabei darauf achten, dass europäische Qualitätsstandards erfüllt werden. Damit setze sich Woolworth auch von Online-Konkurrenten wie Temu oder Shein ab. Kunden könnten zudem vor Ort die Qualität prüfen.
Ein weiteres Plus laut Schnabl: Bei Woolworth gibt es in einem Laden vor Ort eine große Auswahl. Kunden können vergleichen und herausfinden, welches Produkt am besten zu ihnen passt. „Es ist so, dass die Menschen immer noch gerne in die Innenstädte gehen.” Und da sich die Wirtschaftskrise weiter fortsetzt, suchten Konsumenten dort zunehmend nach günstigen Produkten.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Woolworth, Süddeutsche Zeitung
































