Seit gestern Abend nimmt die Hondius Kurs Richtung Norden. Aufatmen an Bord, dass es keinen neuen Kranken gibt. Doch die Anspannung bleibt, auch bei diesem türkischen Paar:
"Hoffentlich erreichen wir so schnell wie möglich unsere Heimat und gesund."
Noch vor der Abfahrt sind Experten der Weltgesundheitsorganisation, WHO, an Bord gekommen. Sie sollen alle Menschen auf dem Schiff untersuchen und überwachen.
Frühestens Samstag wird die Hondius auf den Kanaren erwartet. Genauer: auf Teneriffa und dort in einem kleinen Industriehafen nahe dem südlichen Flughafen der Insel.
Denn Spanien will nur die eigenen Landsleute aufnehmen - alle anderen Passagiere sollen sofort weiterreisen:
„Alle ausländischen Passagiere werden über einen europäischen Zivilschutzmechanismus zurückgeführt."
Doch die Absprache darüber, wie das genau ablaufen soll, ist komplex und noch hat man sich auf kein Konzept geeinigt:
"Nicht nur das Auswärtige Amt ist involviert in solchen Fällen. Das ist ja auch normal. Auch das Robert-Koch-Institut ist dabei, auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und dann auf europäischer Ebene noch verschiedene Zentren, die unterstützen - auch in medizinischer Art, Gesundheitsorganisationen. Dann auch andere Länder, die Niederlande, Spanien - also viele viele Leute, die sich jetzt da gerade abstimmen."
Der Regierungschef der Kanarischen Inseln will bereits erfahren haben, dass die Hondius nicht in Teneriffa anlegen, nur vor der Insel ankern darf. Das Kreuzfahrtschiff solle mit Booten evakuiert werden. Und:
„In keinem Fall werden die Passagiere das Schiff verlassen, bevor ein Flug-zeug am Flughafen ist."
Das türkische Paar an Bord weiß davon wohl noch nichts. Es sieht in den Delphinen, die die Hondius heute begleiten, Glücksboten zum Ende einer dramatischen Reise.
Verwendete Quellen: Reuters, APTN, CNN