Fünf Kinder tot

Solingen-Prozess: Angeklagte soll sich prostituiert haben

Der Prozess gegen Christiane K. startete am 14. Juni vor dem Landgericht Wuppertal.
Der Prozess gegen Christiane K. startete am 14. Juni vor dem Landgericht Wuppertal.
© dpa, Oliver Berg, obe kde

13. Dezember 2021 - 21:42 Uhr

Solingen: Christiane K. verkaufte sich wohl im Internet an Männer

Auch ein Dreivierteljahr danach ist unfassbar, was im September 2020 in Solingen (Nordrhein-Westfalen) geschah. Christiane K. (28) soll fünf ihrer sechs Kinder mit einem Medikamenten-Cocktail ruhiggestellt und in der Badewanne erwürgt, erstickt oder ertränkt haben. Beim Prozess gegen die Killer-Mutter am Wuppertaler Landgericht kam heraus, dass sich Christiane K. offenbar im Internet an Männer verkauft hat.

Vater von Luca (†8) erklärt: Habe Angeklagte über "Kauf mich" kennengelernt

Nach RTL-Informationen sagte am Donnerstag der Vater von Luca (†8), dem ältesten der getöteten Kinder, im Prozess aus. Er habe die Angeklagte im Internet über den Escort-Service "Kauf mich" kennengelernt, erklärte der Mann, der als Justizbeschäftigter tätig ist.

Am Anfang habe er für den Sex bezahlt, später dann nicht mehr. Fünf oder sechs Mal habe er Christiane K. getroffen, berichtete Lucas Vater demnach. Er sei davon ausgegangen, dass sie sich um die Verhütung kümmere.

Ältester Sohn von Christiane K. überlebte

Neben Luca starben im September auch Christiane F.s Kinder Melina (1), Leonie (2), Sophie (3) und Timo (6). Nur der damals elfjährige Marcel überlebte, weil K. ihn zu seiner Oma geschickt hatte. Nach der Tat wollte Christiane K. ihrem eigenen Leben ein Ende setzen, überlebte aber schwer verletzt.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

War eine Whatsapp-Nachricht der Auslöser für die Tat in Solingen?

Zwischenzeitlich hatte Christiane K. behauptet, ein maskierter Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen und habe ihre Kinder umgebracht. Für die Ermittler ist das eine Schutzbehauptung: "Wir sind dem natürlich nachgegangen, haben aber nichts gefunden, was dafür spricht", sagte einer der Ermittler. Tatsächlich habe es über Whatsapp einen heftigen Wortwechsel mit ihrem bereits getrennt von ihr lebenden Ehemann gegeben. Als der Christiane K. verdeutlicht habe, dass es für ihn kein Zurück gibt, habe sie geschrieben, er werde seine Kinder nicht wiedersehen.

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de. (bst)