So können wir Biene Maja und ihren Freunden helfenNeue Studie zum Insektensterben: Es ist noch viel schlimmer als bisher angenommen

ARCHIV - 23.07.2018, Niedersachsen, Sehnde: Eine Hummel landet auf blühender Phacelia. Die Pflanze wird auch Bienenfreund oder Bienenweide genannt und zieht viele Insekten an. Seit den 90er Jahren beobachten Forscher ein verstärktes Insektensterben. Die Ursache ist noch nicht endgültig geklärt. Die Landesregierung legt in einer Antwort auf eine große Anfrage der Grünen zu dem Thema dar, was Niedersachsen gegen das Phänomen unternimmt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hummel fliegt Phacelia-Blüte an
jst tba jol, dpa, Julian Stratenschulte

Insektensterben macht vielen Menschen Angst - und das zu Recht. Ein Drittel unsere Lebensmittel entsteht durch Bestäubung, sie sind Schädlingsbekämpfer und Nahrung für andere Arten, für Vögel und Säugetiere. Ohne Insekten können auch wir Menschen auf Dauer nicht überleben. Nun hat eine neue Langzeitstudie der TU München die Ergebnisse vorheriger Studien mehr als nur bestätigt. Denn das Insektensterben in Deutschland ist massiver als bisher angenommen.

Bis zu 67 Prozent weniger Insekten in Graslandschaften

Die Forscherinnen und Forscher haben für die Studie auf 300 Flächen zwischen 2008 und 2017 über eine Million Insekten gesammelt. Sie konnten nachweisen, dass viele der fast 2700 untersuchten Arten rückläufig sind. Manche seltene Arten kamen gar nicht mehr vor. Sowohl im Wald als auch auf den Wiesen zählten die Forscher nach zehn Jahren etwa ein Drittel weniger Insektenarten. Besonders betroffen waren Graslandschaften - dort gab es einen Rückgang von 67 %. Zum ersten Mal konnte auch beobachtet werden, dass auch Waldinsekten vom großen Sterben betroffen sind - 40 % weniger Insekten waren dort zu verzeichnen.

"Dass solch ein Rückgang über nur ein Jahrzehnt festgestellt werden kann, haben wir nicht erwartet – das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen", sagt dazu Wolfgang Weisser, einer der Initiatoren des Projekts, in der Pressemitteilung der TU München.

Die Politik hat endlich reagiert

Jetzt hat auch die Bundesregierung den Handlungsbedarf erkannt und im September das "Aktionsprogramm Insektenschutz" verabschiedet. Gefördert wird damit der Ausbau der Insektenforschung, Insektenlebensräumen in allen Landschaftsbereichen werden wieder hergestellt und ausgebaut, die Verwendung von Pestiziden und anderen Schadstoffen wird reduziert und insektenfreundliche Lichtquellen istalliert.

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So können Sie Biene Maja & Co ganz konkret helfen!

Sie haben einen Balkon oder einen Garten? Dann können auch Sie als Hobbygärtner konkret helfen, das Insektensterben einzudämmen! Klar, alle Lebewesen brauchen zu essen und zu trinken - so auch Insekten. Eine Wasserquelle sollte immer vorhanden sein. Für die Auswahl der Pflanzen, die sich besonders gut für Insekten und die besonders bedrohten Wildbienen eignen, haben wir hier Tipps für Sie zusammengestellt. Oder sie greifen im Frühjahr auf Samenmischungen zurück, die speziell auf die Bedürfnisse der Krabbelwesen abgestimmt sind. Verzichten Sie außerdem selbstverständlich auf synthetische Pflanzenschutzmittel. Sie können sich im Handel auch ein sogenanntes Insektenhotel besorgen - es bietet verschiedenen Arten Schutz und Unterkunft. Ein unordentlicher Gärtner freut die Insekten übrigens: Den Grünschnitt nach dem Herbst-Schnitt ruhig auf dem Boden liegen lassen. Unter ihm finden zahlreiche Insekten für die Überwinterung Unterschlupf. Überwinternde mehrjährige Stauden sollten sie am besten erst im Frühjahr runterschneiden. Was Sie auch auf jeden Fall vermeiden sollten, ist Ihren Vorgarten in eine Steinwüstezu verwandeln!

IM VIDEO: Das weltgrößte Insekten-Hotel

50 junge Menschen aus Fulda haben jetzt das größte Insektenhotel der Welt gebaut. Mit 55 Kubikmetern ein echter Brocken! Das außergewöhnliche Hotel sehen Sie im Video.