Ampel ein "Bündnis für längere Zeit"

Gesundheitsminister? Lauterbach würde nicht nein sagen!

13. Oktober 2021 - 15:49 Uhr

Lauterbach würde Ministerposten "kaum ablehnen"

Bislang war er als Mahner bekannt. Der Gesundheitsexperte, der gerne öffentlich zur Vorsicht aufruft, wenn es um die Lockerung von Corona-Maßnahmen geht. Könnte ihn diese prominente Rolle bald zum Gesundheitsminister machen? Karl Lauterbach ebnet seinen Weg in die nächste Bundesregierung: Er sieht in der Ampel ein "Bündnis für längere Zeit", versöhnt sich mit FDP-Kollege Wolfgang Kubicki und würde eine Ministerrolle "kaum ablehnen".

+++ Alle Themen rund um die Bundestagswahl finden Sie bei uns im Liveticker und im Bundestagswahl-Special hier +++

Lauterbach würde als Gesundheitsminister bereitstehen

Eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP würde Lauterbach gerne sehen. Bei RTL-Direkt sagte der Gesundheitsexperte: "Ich persönlich habe mich ja schon im Wahlkampf für die Ampel ausgesprochen, weil ich glaube, dass das eine Gelegenheit ist. Das ist ein Bündnis, was modern sein kann."

Die SPD stehe für Soziales, die Grünen für Klimaschutz und die FDP für Digitalisierung und Freiheitsrechte: "Wenn das also ein Bündnis ist, wo wir unsere Stärken verbinden und uns nicht gegenseitig knebeln, dann kann das tatsächlich ein gutes Bündnis sein. Sogar ein Bündnis für eine längere Zeit."

Darauf angesprochen, ob er sich selbst in dieser Regierung als Gesundheitsminister sehe, blieb Lauterbach zunächst zurückhaltend: Personalfragen würden am Ende entschieden, "und da wird man das Gesundheitsministerium sicher sehr gut besetzen können". Sich selbst hielt er schließlich aber für einen geeigneten Kandidaten: "Wenn jemand mit Erfahrung gesucht wird, würde ich es wahrscheinlich kaum ablehnen", so der SPD-Politiker.

LESE-TIPP: Nun sind Sie dran! Wen wollen Sie als Minister in der kommenden Regierung sehen? Hier abstimmen!

Kubicki hätte sich für „Spacken“ entschuldigt

Wolfgang Kubicki
Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Parteichef und Bundestagsvizepräsident.
© deutsche presse agentur

Wie man an den Ausführungen über die Ampel sehen kann, scheint Lauterbach gewillt, über Differenzen hinwegzusehen. Auch den Clinch mit FDP-Vize Wolfgang Kubicki hätte er beigelegt. Kubicki hatte den SPD-Politiker zuletzt öffentlich hart angegangen und behauptet, so jemand wie Lauterbach nenne man in seiner Stammkneipe einen "Spacken". Doch Lauterbach gibt sich versöhnlich: "Kubicki hat sich entschuldigt und das habe ich sofort angenommen. Der Fall ist erledigt."

LESE-TIPP: Wolfgang Kubicki: FDP-Politiker kassiert Shitstorm im Netz wegen Aussagen über Karl Lauterbach

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Weniger kostenlose Tests, weniger Ansteckungsmöglichkeiten für Ungeimpfte

Auch zu seinem Kernthema, dem Infektionsschutz während der Corona-Pandemie, äußerte sich Lauterbach im RTL-Interview. Er gehe nicht davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen steigen wird, weil Tests jetzt kostenpflichtig sind.

LESE-TIPP: Corona-Tests trotz Herbstferien: In diesen Bundesländern müssen sich Schüler weiter testen

Lauterbach sagte in RTL Direkt: "Diejenigen, die sich nicht testen lassen, können ja gar nicht in die Restaurants, die Clubs, die Bars hinein, wo die Infektionskette losginge." Eine "nicht unerhebliche Gruppe" habe sich darauf eingerichtet, sich testen lassen zu können und sich nicht impfen zu lassen. Das wäre jedoch gefährlich, weil es dabei oft zu falsch-negativen Ergebnissen komme – also einem negativen Ergebnis bei einer infizierten Person. So können ungeimpfte andere Menschen anstecken und sind selbst häufiger einer Gefahr ausgesetzt.

Somit wirke die neue Regelung doppelt: "Zum einen kommen Ungeimpfte nicht in diese Innenräume, und zum zweiten ist es ein deutlicher Anreiz, sich impfen zu lassen."

Ob es in einer kommenden Regierung an ihm liegt, solche Maßnahmen aus dem Gesundheitsministerium zu empfehlen, wird sich zeigen. Mit seinen Äußerungen scheint er aber bereits erste Steine auf seinem Weg in die Ampel-Regierung aus dem Weg geräumt zu haben. (skn)

Jubel, Tränen, Analysen & Reaktionen finden Sie hier in der Videoplaylist