RTL deckt das Regel-Wirrwarr auf

In diesen Bundesländern müssen sich Schüler in den Ferien testen lassen

Das Selbsttesten in der Schule gehört für viele Kinder zum Alltag
Das Selbsttesten in der Schule gehört für viele Kinder zum Alltag
© dpa, Sebastian Gollnow, scg

18. Oktober 2021 - 9:24 Uhr

Testpflicht in den Ferien

Von Simon Knapstein

Egal ob Kino, Restaurant oder Bar: Das 3G-Konzept ist Teil unseres Lebens geworden. Und auch in den Schulen gilt ab einer gewissen Pandemielage überall eine Testpflicht. Meistens haben die Schüler deswegen zwei Mal in der Woche ein Stäbchen in der Nase, um ihre Ansteckungsgefahr zu überprüfen.

Wer sich in der Schule regelmäßig testet, muss keinen zusätzlichen Test mehr machen, um an 3G-Veranstaltungen teilzunehmen. In vielen Bundesländern reicht zum Eintritt dann der Schülerausweis.

Doch wie sieht das nun in den Herbstferien aus, in denen die regelmäßigen Tests wegfallen? Bleibt der Freifahrtschein erhalten oder müssen sich Schüler um Testnachweise kümmern, um in der schulfreien Zeit in Kinos oder Restaurants zu gehen?

Jedes Bundesland entscheidet in diesem Fall selbst. Wir haben uns den Regel-Flickenteppich einmal angeschaut und zeigen Ihnen, wo was gilt.

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Hier müssen sich Schüler umstellen

Drei Bundesländer haben entschieden, dass die Regelungen der Schulzeit in den Ferien keine Gültigkeit haben. In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein müssen sich Schüler in den Ferien nun selbstständig um einen Test kümmern, wenn sie beispielsweise in ein Café oder Schwimmbad wollen. Die genauen Regelungen nun im Detail.

Nordrhein-Westfalen

In der Schulzeit müssen sich Schüler in NRW keine Gedanken um 3G-Testnachweise machen. Schüler unter 16 Jahren gelten automatisch "aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestet", so das Schulministerium des Landes. Wer älter als 16 ist, muss nur nachweisen, dass er tatsächlich noch zur Schule geht. In der Schule können die Schüler dann eine "Bescheinigung der Schule" erhalten, wenn sie negativ getestet wurden. Diese Bescheinigung ist ab der Ausstellung 48 Stunden gültig.

In der schulfreien Zeit ist das anders. Am Montag haben in dem bevölkerungsreichsten Bundesland die Herbstferien begonnen. Da die Schüler ohne Unterricht auch keine Tests mehr machen, müssen sie sich um einen negativen Nachweis selber kümmern, wenn sie an einer 3G-Veranstaltung teilnehmen wollen. So wie Schulabsolventen auch brauchen Schüler in den Herbstferien also einen aktuellen Testnachweis von einer offiziellen Teststelle, um zum Beispiel in ein Kino zu gehen. Das stellte das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar.

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Mecklenburg-Vorpommern

Ähnlich sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus. In Schulzeiten können Schüler sich von der Schule das negative Testergebnis bestätigen lassen. Mit dieser Bestätigung und ihrem Schülerausweis können sie so 3G-Kontrollen passieren. Ausnahmen bilden Clubs und Tanzveranstaltungen und Krankenhäuser.

In der Ferienzeit, in der die Schule keine Testergebnisse mehr ausstellt, sind Schüler deswegen darauf angewiesen, einen Coronatest außerhalb der Schule zu machen, wenn ein negatives Testergebnis als Nachweis gefordert wird.

Schleswig-Holstein

Und in dem norddeutschen Bundesland müssen sich Schüler in den Herbstferien eigenständig um einen Testnachweis kümmern. Dafür können sie auf kostenlose Tests in Testzentren zurückgreifen oder sich "bei Bedarf mit Testkits des bewährten Selbsttestverfahrens, die die Schulen vor den Ferien zur Verfügung stellen", testen. So erklärt es das Bundesland auf seiner Webseite.

Bei der Selbstauskunft handelt es sich um einen Schnelltest, dessen Ergebnis der Schüler oder die Erziehungsberechtigten über ein Formular bestätigen. Egal ob Selbstauskunft oder ein Ergebnis aus dem Testzentrum: Beide Zertifikate gelten nur mit der vorhandenen Bestätigung der Schule. Dann ermöglichen sie den Schülern aber auch für 72 Stunden den Zutritt zur "3G-Welt".

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Zu Schulzeiten sind in Schleswig-Holstein minderjährige Schüler, die anhand einer Bescheinigung der Schule nachweisen, dass sie verbindlich zwei mal in der Woche getestet werden, davon freigestellt, einen zusätzlichen Test zu machen.

Müssen Schüler für Tests bezahlen?

Für die meisten Bürger in Deutschland ist das Testen in offiziellen Testzentren ab dem 11. Oktober kostenpflichtig geworden. Werden in den Herbstferien deswegen auch Schüler in manchen Bundesländern zur Kasse gebeten?

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Nein, solange sie noch minderjährig sind gilt auch für Schüler noch bis zum Ende des Jahres eine Übergangsfrist. Da für sie lange kein Impfangebot vorlag, haben Jugendliche unter 18 Jahren dieses Jahr noch die Möglichkeit, wie gewohnt die kostenlosen Tests in Anspruch zu nehmen. Nach der gleichen Logik haben Kinder, deren 12. Geburtstag höchstens drei Monate zurückliegt die Möglichkeit, sich mindestens einmal in der Woche kostenlos schnelltesten zu lassen.

Hessen: Testheft bleibt gültig

ARCHIV - 30.08.2021, Hessen, Nidda: Ein Testheft für Schülerinnen und Schüler liegt vor der ersten Stunde an einer Schule neben einer Schachtel mit Corona-Schnelltests. (zu dpa «Corona-Tests in Hessen nach Schulstart») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++
In einem Testheft werden in Hessen die Ergebnisse der Schnelltests dokumentiert.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg fgj cam sb

In Hessen führen die Schüler neben ihren Deutsch- oder Matheheften seit einiger Zeit auch ein Testheft mit sich. Darin werden die regelmäßigen Tests durch die Schule dokumentiert. Das Heft gilt dann als genereller Nachweis. Laut der Coronaschutz-Verordnung des Landes gilt das innerhalb Hessens auch während der Ferienzeit.

Damit müssen hessische Schüler in den Ferien keinen Test machen, um in ein Restaurant oder zum Friseur zu gehen. "Voraussetzung dafür ist, dass in der Woche vor den Ferien die zwei notwendigen Tests im Heft dokumentiert sind", teilt das hessische Kultusministerium mit. "Sollte das Testheft bei Vorlage während der Ferien nicht akzeptiert werden, können Kinder ein entsprechendes Schreiben des Kultusministeriums, das die Eltern noch vor den Ferien über die Schulen erreicht, als Bestätigung vorlegen."

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Hier bleibt für Schüler alles beim Alten

Viele Bundesländer haben sich gegen eine Extra-Regelung für die Ferien entschieden. Dort bleibt die Regelung auch explizit während der schulfreien Zeit erhalten. In Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Hamburg und Niedersachsen sind Schüler generell davon befreit, einen Testnachweis zu erbringen. Eine Ausnahme gilt häufig für den Besuch von Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen, teilweise auch für Tanzveranstaltungen oder Clubs.

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In Niedersachsen müssen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, auch wenn sie nicht zur Schule gehen, keinen Testnachweis erbringen. Diese Regelung gilt auch in Sachsen-Anhalt: Dort sind nur Unter-18-Jährige von der Testpflicht ausgenommen.

In Bremen gilt eine ähnliche Herangehensweise wie in Nordrhein-Westfalen – nur dass die Regelung in dem Stadtstaat über die Ferien explizit bestehen bleibt. Schüler unter 16 Jahren gelten durch die Schulpflicht automatisch als getestet. Schüler über dieser Altersgrenze können einen Schulnachweis vorlegen, um von der Testpflicht befreit zu werden. Dass diese in der 29. Corona-Schutzverordnung festgelegten Maßnahmen über die Ferien bestehen bleiben, bestätigte ein Pressesprecher des Landes.

Thüringen: Vorerst keine Testpflicht

News Bilder des Tages Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, im Bundesrat ein Interview gebend Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, im Bundesrat ein Interview gebend Berlin Bundesrat Berlin GER *** Bodo Ramel
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow
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In Thüringen gilt seit dem 21. September keine generelle Testpflicht mehr an Schulen. das Land hat ähnlich wie andere Bundesländer ein Frühwarnsystem mit vier Stufen eingerichtet. Erst in der höchsten Stufe, der "Warnstufe 3" gibt es in den Schulen eine Testpflicht für Ungeimpfte oder nicht Genesene. Dafür muss die Inzidenz mindestens 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner überschreiten. Hinzu muss einer der beiden Zusatzindikatoren anschlagen. In den Warnstufen zwei und eins sind Testangebote vorgesehen.

Die Tests an den Schulen sollen auch als Testnachweis gelten, sogar um zum Beispiel Eintritt zu 2G-Optionsmodellen zu erhalten. Dafür erhalten Schüler eine Bescheinigung, die die Schule auf Wunsch ausstellt.

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Bayern, Rheinland-Pfalz und das Saarland

Im Saarland und in Rheinland-Pfalz müssen Schüler keinen aktuellen Corona-Test als Nachweis vorlegen, da sie regelmäßig in den Schulen getestet werden. Von beiden Bundesländern gibt es bislang keine explizite Information, ob diese Regelung über die Ferien bestehen bleibt.

In Bayern ist das ähnlich. Dort werden in den Schulen drei Mal pro Woche Selbsttests durchgeführt. Schüler sind im Freistaat explizit von der 3G-Regel ausgeschlossen. Zum Nachweis reicht ein Schülerticket oder Schülerausweis. Für eine Antwort auf eine RTL-Anfrage, ob das auch für die Herbstferien gelte, müsse sich das Gesundheitsministerium vorerst mit anderen Fachbereichen abstimmen, hieß es.

Es kann jedoch davon ausgegangen werden, da Bayern zu einer ähnlichen Regelung bereits am Ende der Sommerferien gekommen ist. Damals hatte Söder laut einem Bericht des Bayrischen Rundfunks gesagt, dass Tests für den Rest der Sommerferien Kinder und Jugendliche "überfordern" würden.