Wer muss zahlen - und wer nicht?

Ende der kostenlosen Corona-Tests: Das sind die wichtigsten Änderungen

13. Oktober 2021 - 9:49 Uhr

Kostenlose Corona-Impfung vs. aus eigener Tasche finanzierte Corona-Tests

Anstelle einer Corona-Impfung mal eben einen Schnelltest machen und damit ab ins Konzert, Restaurant, Kino oder Stadion, wo die 3G-Regeln gelten? Für die meisten Nicht-Geimpften und Nicht-Genesenen geht das ab sofort nicht mehr, ohne ins Portemonnaie greifen zu müssen. Auch die Wege zu den Teststellen dürften länger werden, denn: Die Corona-Schnelltests sind seit Montag (11.10.) nicht mehr für alle kostenlos. So wurde es schon im August angekündigt – jetzt wird es zur Realität.

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Deswegen müssen die Kosten jetzt selbst getragen werden

Mit dieser Maßnahme sollen vor allem noch zögernde Menschen von der Corona-Impfung überzeugt werden. Denn der Alltag und die Freizeitgestaltung werden dadurch deutlich komplizierter. Und wenn es mühsamer wird, an Tests zu gelangen und man auch noch dafür bezahlen muss, werden sich vielleicht doch noch einige Menschen für den einfachen und kostenlosen Piks entscheiden.

In der Regel heißt es also seit Montag, den 11. Oktober: Corona-Schnelltests, die durch geschultes Personal durchgeführt werden – wie zum Beispiel an Teststellen in der Stadt – müssen selbst bezahlt werden. Die Begründung der Politiker: Der vom Bund finanzierte, kostenlose "Bürgertest" sei nicht mehr länger vom Steuerzahler zu finanzieren, da eine kostenlose Impfung mittlerweile für die meisten Menschen möglich ist.

Diejenigen, die weiterhin auf die Schnelltests angewiesen sind oder sie eben bezahlen wollen, können dies nach wie vor in Testzentren, Apotheken oder Arztpraxen tun. Es wird jedoch erwartet, dass einige Teststellen zukünftig schließen werden.

Für diese Personen bleiben die Tests weiterhin gratis

Eine schwangere Frau hält ihren Bauch und trägt eine Mund-Nasenschutz-Maske.
Schwangere dürfen sich ab dem 3. Schwangerschaftsmonat impfen lassen. Bis Ende des Jahres haben sie dennoch die Möglichkeit, sich kostenlos testen zu lassen.
© © Natalia Deriabina, Natalia Deriabina

Schnelltests sind weiterhin kostenlos für folgende Personen:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können
  • Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben
  • Kinder, die erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf geworden sind
  • Menschen, die sich nach einer Quarantäne freitesten wollen
  • Studierende aus dem Ausland, die mit in Deutschland nicht anerkannten Impfstoffen geimpft wurden
  • Schwangere
  • Stillende
  • Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren

Bei den letzten vier Bevölkerungsgruppen sind einige Übergangsregeln zu beachten: Weil sich Schwangere und Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren eigentlich impfen lassen könnten, die allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) aber erst seit kurzer Zeit gilt, sollen sie mehr Zeit für Corona-Impfungen bekommen. Daher können sie sich noch bis Ende des Jahres, also bis zum 31. Dezember, einmal in der Woche gratis testen lassen. Gleiches gilt für die ausländischen Studierenden, die sich für ein Studium in Deutschland entschieden haben.

Stillende dürfen sich seit dem 10. September impfen lassen, daher greift die Übergangsregel nur bis zum 10. Dezember.

Tests in Schulen oder Krankenhäusern weiterhin kostenlos

An Schulen, in Krankenhäusern oder in Pflegeheimen darf bis Jahresende weiterhin kostenlos getestet werden. Das gilt sowohl für die Beschäftigten als auch für Nicht-Geimpfte oder Nicht-Genesene, die zum Beispiel im Krankenhaus ihre Angehörigen besuchen wollen. Ihnen muss vor Zutritt zum Krankenhaus ein Gratis-Test angeboten werden.

Auch Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten weiterhin kostenlose Schnelltests zur Verfügung stellen.

Für kostenlose Corona-Tests berechtigt? So geht es jetzt weiter

Wenn Sie einer der oben genannten Kategorien zugeordnet werden können, müssen Sie bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen, um weiterhin einen kostenlosen Corona-Test machen zu können. Bei Kindern ist auf diese Art und Weise das Alter zu belegen. Wenn man sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, sollte ein ärztliches Attest vorliegen, erklärt die Verbraucherzentrale. Auf dem Nachweis müssen aber der Name, die Anschrift, das Geburtsdatum sowie Angaben zum Aussteller des Attests stehen. Zum Nachweis einer Schwangerschaft kann der Mutterpass genutzt werden.

Wie sieht es bei Geimpften und Genesenen aus?

Ein Arzt wird am Universitätsklinikum Essen mit dem Impfstoff von Moderna gegen Covid-19 geimpft. Fünf Prozent des Krankenhauspersonals in einer Online-Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im
Auch Geimpfte und Genese müssen Schnelltests selbst bezahlen. Allerdings brauchen sie sie nur, wenn es wirklich Corona-Symptome gibt.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve tba vco

Auch für Geimpfte und Genesene werden die Corona-Tests kostenpflichtig. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt auf seiner Webseite: "Das kostenlose Testangebot für alle Bürgerinnen und Bürger endet am 11. Oktober 2021. Asymptomatische Personen, die keinen Anspruch aus einem der in den §§ 2 – 4 TestV genannten Gründe haben, müssen die Testkosten damit grundsätzlich selber tragen." Die Aussage "alle Bürgerinnen und Bürger" umfasst nach dieser Definition somit auch die Geimpften und Genesenen.

Trotzdem gilt: Für Geimpfte und Genesene gibt es – anders als eben für Ungeimpfte – so gut wie keine Situation mehr, dass sie überhaupt einen Corona-Test benötigen. Besteht ein Verdacht auf eine Covid-19-Infektion, sollten sich geimpfte und genese Personen natürlich testen lassen, allerdings werden die Kosten in diesem Fall weiterhin übernommen.

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Kosten: Wie teuer werden Corona-Tests in Zukunft?

Die wohl wichtigste Frage, wie tief man für die Corona-Tests in die eigene Tasche greifen muss, ist noch nicht klar. Wie teuer die Tests wirklich werden, muss sich unter den neuen Marktbedingungen erst noch zeigen. Zuletzt gingen Angebot und Nachfrage wegen sich häufender Impfungen zurück.

Zudem plant das Bundesgesundheitsministerium keine einheitlichen Preise und gibt keine Regulierung vor, wie die Verbraucherzentrale wissen will. Daher ist es ratsam, die Preise im Voraus zu vergleichen.

Generell zu kalkulieren sei mit Kosten für Material, separate Räume und Personal. Bisher bekommen Anbieter pro Schnelltest 11,50 Euro Vergütung, für genauere PCR-Tests gibt es etwa 43 Euro. Für Selbstzahler sind diese aber oft teurer – je schneller das Laborergebnis kommen soll, desto mehr muss man bezahlen. Wenn man sich die bisherigen Preise anschaut, die bis zur Einführung der Bürgertests im März galten, müssten die Schnelltests bei etwa elf bis 50 Euro liegen, PCR-Tests hingegen bei ca. 43 bis 90 Euro.

Wenn der Schnelltest positiv ausfällt, muss der anschließende PCR-Test aber nicht selbst bezahlt werden, die Kosten trägt weiterhin der Bund. (dpa/vdü)

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