Erfundene Kinder und falsche JobpapiereSozialleistungsmissbrauch als Thema im NRW-Landtag
Erfundene Kinder, gefälschte Jobpapiere, Millionen Schaden. Kriminelle Netzwerke nutzen Lücken im System aus und kassieren Sozialgeld. Jetzt rückt der Betrug in den Fokus der Politik im NRW-Landtag.
Millionenbetrug im Ruhrgebiet
Kriminelle Clans zocken das Sozialsystem ab. Mit erfundenen Kindern und falschen Jobpapieren kassieren sie Millionen. Besonders betroffen sind Städte im Ruhrgebiet. Ein Beispiel ist Hagen. Dort ging die Stadt im September 2025 mit Razzien gegen Sozialbetrug vor. Rund 7.000 Rumänen und Bulgaren leben in Hagen. Viele kommen, weil die Sozialleistungen in ihrer Heimat nicht reichen. Ein Minijob öffnet in Deutschland den Weg ins Sozialsystem.
Organisierte Masche, großer Schaden
Manche beziehen Leistungen und arbeiten gleichzeitig schwarz. Andere Fälle sind noch perfider organisiert. Kriminelle Gruppen holen gezielt Menschen aus Osteuropa nach Deutschland. Sie kaufen Schrottimmobilien und vermieten sie völlig überteuert. Das Sozialgeld fließt am Ende über die Miete an die Hintermänner zurück. Der Schaden ist enorm, sagt Hagens Oberbürgermeister Dennis Rehbein von der CDU. Er spricht von rund zehn Millionen Euro pro Jahr. Ein Kernproblem bleibt der fehlende Datenaustausch zwischen Behörden.
Streit im Landtag
Am Mittwoch (04.02.) ist das Thema im NRW-Landtag angekommen. Die FDP fordert härteres Vorgehen gegen organisierten Sozialmissbrauch. Fraktionsvize Franziska Müller-Rech warnt vor hoher Dunkelziffer. Sie berichtet von Kindern mit mehreren Identitäten. Razzien wie im Duisburger „Weißen Riesen“ zeigen Erfolge. Dort wurde 59-mal zu Unrecht Kindergeld gezahlt. Auch der nordrhein-westfälische AfD-Fraktionschef Martin Vincentz sieht ein massives Problem. Konkrete Beschlüsse gibt es bisher aber noch nicht.


































