Viele Aufgaben warten auf die 39-JährigeNeue NRW-Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) im Interview – wie steht sie zum Rücktritt ihrer Vorgängerin?

von Vanessa Brodka

Sie ist neu im Amt – und steht sofort unter Druck. Nach dem Rücktritt von Josefine Paul übernimmt Verena Schäffer ein Ministerium, das durch den Terroranschlag von Solingen und politische Kritik stark belastet ist.

Schäffer und ihre Vorgängerin

Verena Schäffer (Grüne) ist neue NRW-Familien- und Fluchtministerin – nach dem Rücktritt von Josefine Paul infolge der politischen Aufarbeitung des Terroranschlags von Solingen. Der Anschlag mit drei Toten hatte massive Kritik an der Informationskette des Ministeriums ausgelöst und schließlich zu Pauls Rückzug geführt. Schäffer übernimmt das Amt in einer Phase hoher politischer Spannung und laufender Untersuchungen im NRW-Landtag. Ein zentrales Thema ist die vollständige Aufarbeitung der Abläufe rund um Solingen. Dabei geht es um Transparenz, Verantwortung und das Vertrauen in staatliches Handeln.

Ministerium voller Aufgaben

Parallel dazu stehen weitere große Baustellen im Ressort an. In den Kitas des Landes werden deutlich mehr Gewaltvorfälle gemeldet, die Ursachen sollen nun genauer analysiert werden. Auch die umstrittene Reform des Kinderbildungsgesetzes sorgt weiterhin für Proteste und politischen Druck. Beim Thema soziale Medien für Kinder setzt Schäffer auf Regulierung und Prävention statt Verbote. Insgesamt steht sie vor der Aufgabe, ein belastetes Ministerium zu stabilisieren und verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.