Ist die gängigste Behandlungsmöglichkeit bald wirkungslos?

Immer mehr multiresistente Malaria-Erreger in Südostasien

© iStockphoto, nechaev-kon

24. Juli 2019 - 8:04 Uhr

Aktuelle Studien geben Grund zur Sorge

Im Jahr 2017 erkrankten weltweit 219 Millionen Menschen an Malaria, von denen 435.000 Patienten starben. Das Tropenfieber ist damit die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Nun zeigt eine besorgniserregende Studie, dass der gefährlichste Erreger der Krankheit in Südostasien immer mehr Resistenzen gegen die bisher wirksamste Behandlungsmöglichkeit entwickelt.

Resistenz begann in Kambodscha schon vor Jahren

In einer aktuellen Studie, die im Fachblatt "The Lancet - Infectious Diseases" veröffentlicht wurde, warnen Wissenschaftler rund um William Hamilton vom britischen Wellcome Sanger Institute davor, dass sich multiresistente Malaria-Erreger in Südostasien rasant verbreiten. Bereits 2013 stellten Forscher fest, dass das Mittel der Wahl gegen Malaria, eine Kombination aus den Wirkstoffen Artemisinin und Piperaquin, in vielen Teilen Kambodschas nicht mehr wirkte. Der Erreger Plasmodium falciparum, einer der gefährlichsten Malaria-Erreger, entwickelte vielerorts eine Resistenz.

Mindestens die Hälfte der Erreger sind immun

Diese Resistenz, so das Ergebnis der aktuellen Studie, hat sich nun von Kambodscha aus auch nach Laos, Thailand und Vietnam verbreitet. Die Wissenschaftler untersuchten das Erbgut der Erreger in über 1.673 Proben aus allen vier Ländern. Außer in Laos kam die Resistenz bei mindestens 50 Prozent der Erreger vor, in Thailand und Vietnam sogar bei 80 Prozent. Das bedeutet, dass ein Großteil des Plasmodium-falciparum-Parasiten inzwischen Mutationen in seiner DNA trägt, die ihn immun gegen Artemisinin und Piperaquin machen.

Die Sorge der Wissenschaftler ist nun, dass die Resistenz sich bis nach Afrika verbreitet. Dort kommen 92 Prozent aller Malaria-Infektionen vor.

Was kann man sonst gegen Malaria tun?

Die aktuellen Untersuchungen geben zwar Anlass, an weiteren Impfstoffen gegen Malaria zu arbeiten. Ein Ansatz wäre, statt zwei Wirkstoffen eine Kombination aus drei Wirkstoffen einzusetzen. Dies könnte jedoch mit mehr Nebenwirkungen einhergehen. Die Forscher werden die weitere Voranschreitung im Auge behalten und raten dazu, die Kombination aus Artemisinin und Piperaquin in den betroffenen Gebieten erst einmal nicht mehr zur Behandlung von Malaria zu verwenden.

Noch besser: Malaria vorbeugen

Wer einen Urlaub in den betroffenen Gebieten geplant hat, kann die Gefahr einer Malaria-Infektion durch die richtige Vorsorge senken. Da die Krankheit vor allem über Stechmücken übertragen wird, sollten Stiche möglichst verhindert werden. Also am besten Insektenschutzmittel verwenden, lange, bevorzugt helle und weite Kleidung tragen und abends vor allem an Gewässern nicht länger draußen sitzen als nötig. Ein Moskitonetz über dem Bett hilft ebenfalls.

Video: Welche Insekten sind gefährlich?

Mücken, Zecken, Wespen und Bremsen vermehren sich gerade bei den warmen Temperaturen sehr stark. Wie gefährlich die Stiche oder Bisse sind und wann sich das Risiko erhöht, dass sie Infektionen übertragen, zeigen wir im Video.