Deutscher Christian B. unter Mordverdacht

Der Fall Maddie McCann: Eine Chronologie

05. Juni 2020 - 15:28 Uhr

Wer ist Madeleine "Maddie" McCann?

Es sollte ein wunderschöner Familienurlaub an der Algarve werden und endete in einem Alptraum: Maddie, die vor 13 Jahren spurlos aus einer Ferienanlage in Portugal verschwand, ist deutschen Ermittlern zufolge nicht mehr am Leben. Polizisten aus verschiedenen Ländern versuchten, den mysteriösen Fall um das kleine britische Mädchen jahrelang zu lösen - vergeblich. Nun könnte er vor der Aufklärung stehen: Der Täter soll der 43-jährige Deutsche Christian B. sein, der zuletzt in Braunschweig verurteilt wurde und aktuell in Kiel hinter Gitter sitzt. Viele Spuren deuten darauf hin. Aber: Es gibt keine Zeugen und keine Leiche. Doch was ist damals überhaupt vorgefallen? Was bislang geschah zeigen wir hier im Video oder lesen Sie hier weiter.

Maddie McCann verschwand 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal

Maddie verschwand kurz vor ihrem vierten Geburtstag am 3. Mai 2007 aus der Appartementanlage in portugiesischen Praia da Luz. Zeitweise waren die Eltern sogar selbst ins Visier der Ermittler geraten. Medien berichteten damals, die Polizei gehe von einem Unglücksfall aus - die Eltern hätten die Leiche verschwinden lassen.

Mutter und Vater hatten in einem Restaurant mit Bekannten gegessen, das ganz in der Nähe ihrer Unterkunft lag. Regelmäßig hatten sie nach Maddie und ihren beiden Geschwistern geschaut - bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer. Vermutlich konnte der Täter durch die offene Terrassentür eindringen.

Was wir über den Tatverdächtigen Christian B. wissen: Hier im Video

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Eltern starteten riesige Suchaktion nach Maddie

Gerry und Kate McCann starteten kurz nach dem Verschwinden ihrer Tochter eine gigantische Medienkampagne. Mit Auftritten in Talksshows, Reisen rund um die Welt und einer eigenen Website lenkten sie immer wieder das Interesse auf das Verschwinden ihrer kleinen Tochter.

ARCHIV - 02.05.2017, Großbritannien, Praia Da Luz: Der Pool des «Ocean Clubs», der neben dem Apartment 5A liegt, in dem die britische Familie McCann 2007 Urlaub machte. Im Fall des vor gut 13 Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Made
Aus dieser Ferienanlage an der Anlage verschwand Maddie McCann 2007 spurlos.
© dpa, Steve Parsons, pda

Danach beginnt eine lange Zeit des Hoffens, Wartens und auch Verzweifelns. Nachdem die Ermittlungen der portugiesischen Polizei lange ergebnislos bleiben, dehnen die Eltern die Suche auf andere europäische Länder aus. Prominente wie der Fußballstar David Beckham oder die Schriftstellerin J.K. Rowling unterstützen die Eltern mit Spenden. Selbst der Papst empfängt die McCanns und segnet ein Foto der kleinen Maddie. Das mediale Interesse an der Geschichte ist riesig, zwischendurch wurde Maddie angeblich in Marokko, Texas und Bosnien gesehen. Doch alle Spuren verlaufen im Sand. Zahlreiche Hinweise enden in einer Sackgasse.

Jetzt endlich der Durchbruch? Die Spur führt nach Deutschland

Maddies Eltern wurde damals lange vorgeworfen, selbst etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun zu haben

Schnell wurden auch kritische Stimmen laut, die Gerry und Kate McCann vorwarfen, selbst in das Verschwinden ihrer Tochter verstrickt zu sein. Lange hielt sich auch die Theorie, Maddie sei an einer überhöhten Dosis Beruhigungsmittel gestorben und von ihren Eltern aus Angst vor Strafe weggeschafft worden. Der umstrittene portugiesische Ex-Chef-Ermittler Gonçalo Amaral schrieb sogar ein Buch zu dieser Theorie – das die McCanns schließlich per Gericht verbieten ließen.

02.05.2012, Großbritannien, London: Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann halten bei einem Such-Aufruf das Foto ihrer Tochter. Im Fall des vor gut 13 Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädche
Fall Maddie: Gerry und Kate McCann suchten jahrelang nach ihrer Tochter, waren viel in den Medien und erhielten sogar viel Unterstützung von Prominenten.
© dpa, John Stillwell, ihe

Auch Verschwörungstheoretiker ließen die Familie nicht in Ruhe und entwickelten ihre ganz eigenen Ideen zu Maddies Verschwinden und äußerten diese in Internetforen.

Kate und Gerry McCann: „Wichtigste Entwicklung in 13 Jahren“

Nun also nach 13 Jahren endlich eine Spur, die sehr heiß zu sein scheint. Christian B. aus Braunschweig steht unter Mordverdacht. Er lebte lange an der Algarve, war am Tag von Maddies Verschwinden wohl auch in der Ferienanlage.

"Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer herauskommen sollte, wir müssen es wissen, weil wir Frieden finden müssen", teilten ihre Eltern nach den Neuigkeiten aus Deutschland mit. "Alles, was wir je wollten, ist sie zu finden, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen." Kate und Gerry McCann halten ihrem Sprecher zufolge die jüngsten Ergebnisse für die womöglich "wichtigste Entwicklung in 13 Jahren".