Gefährliches Virus breitet sich aus

Coronavirus-Chronik mit Entwicklungen vom 29. März

30. März 2020 - 3:24 Uhr

Kampf gegen das Coronavirus

+++ Hier geht es zum aktuellen Corona-Live-Ticker+++

Zehntausende sind in Deutschland schon mit dem Virus infiziert. Krankenhäuser bereiten sich auf das Schlimmste vor. Wie lange aber wird der Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 dauern?Hier finden sie die  radikalen Maßnahmen der Bundesländer und  hier alles, was wir bisher über das Coronavirus wissen.

Im Video zeigen wir die Lage in New York, dem US-Epizentrum des Coronavirus. Und mit unserem Live-Ticker bleiben sie immer auf dem aktuellen Stand.

TVNOW-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Erfahren sie in unserer spannenden Doku, warum Wissenschaftler schon lange vor dem Ausbruch vor dem Virus gewarnt haben. Hier geht es zur TVNOW-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus".

+++ HIER ALLE MELDUNGEN VOM 29. MÄRZ +++

22:18 Uhr - Aktuelle Zahlen: 455 Corona-Tote in Deutschland

LAND INFIZIERTE TODESFÄLLE
USA 135.499 2.409
Italien 97.689 10.779
Spanien 78.799 6.606
Deutschland  60.659 490
Frankreich 40.704 2.609
Großbritannien 19.772 1.231
Weltweit  710.918 33.597

(Quelle: Johns Hopkins Universität)

21:30 Uhr - Portugal trauert um 14-jährigen Vitor

Vitor Rafael Bastos Godinho ist nur 14 Jahre alt geworden. Der Schüler starb am Sonntagmorgen in Santa Maria da Feira in Portugal nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Wie Gesundheitsministerin Marta Temido am Sonntag mitteilte, war der Junge im Krankenhaus "São Sebastião" positiv auf das Virus getestet worden.

Nach Angaben des portugiesischen Nachrichtenportals "Publico" litt der Teenager an der chronischen Hauterkrankung Psoriasis (Schuppenflechte). Ob das Virus für den Tod des Jungen verantwortlich war, wird noch untersucht. Er wäre das jüngste Opfer von Covid-19 in Europa.

Der 14-jährige Vitor kam laut dem Bericht aus der Kleinstadt Ovar südlich von Porto. Dort spielte er auch Futsal in einem Fußballverein. Am Abend postete der Fußballverband des Bezirks Aveiro eine Traueranzeige mit einem Fotos des Jungen auf Facebook.

In Portugal sind bisher 5.962 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. 119 Menschen bislang gestorben. (Quelle: John-Hopkins-Universität)

21:02 Uhr - Stichwahlen in Corona-Krise: Machtwechsel in Nürnberg und Ingolstadt

Die wegen der Corona-Krise beispiellosen Kommunal-Stichwahlen in Bayern haben in mindestens zwei Großstädten Machtwechsel herbeigeführt. Die SPD verlor in ihrer bisherigen kommunalpolitischen Hochburg Nürnberg den Oberbürgermeisterposten an die CSU: Marcus König (CSU) gewann die Stichwahl am Sonntag mit 52,2 Prozent gegen den SPD-Kandidaten Thorsten Brehm (47,8 Prozent).

Quasi im Gegenzug nahm die SPD der CSU den Oberbürgermeister-Posten in Ingolstadt ab. Der SPD-Herausforderer Christian Scharpf kam bei der Stichwahl am Sonntag auf 59,3 Prozent der Stimmen und gewann damit gegen den Amtsinhaber Christian Lösel (CSU) mit 40,7 Prozent.

Der Münchner Oberbürgermeister wird dagegen aller Voraussicht nach auch in Zukunft Dieter Reiter heißen. Der SPD-Politiker führte nach Auszählung von 636 der 1001 Gebiete am Sonntagabend klar mit gut 71 Prozent. Seine Herausforderin von der CSU, Kristina Frank, lag bei 29 Prozent.

20:52 Uhr - Weiterer Toter in Würzburger Seniorenheim

Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus ist ein 13. Bewohner nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das teilte das Landratsamt Würzburg am Sonntagabend mit. Der 80 Jahre alte und schwer vorerkrankte Mann sei am Wochenende verstorben. In der Region Würzburg sind damit 14 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben, 13 davon waren im Seniorenheim St. Nikolaus wohnhaft. Am Freitagabend starb ein 57-Jähriger in einem Würzburger Seniorenzentrum der AWO.

20:39 Uhr - Corona-Infektion: Klinikum Wolfsburg nimmt keine Patienten mehr auf

Das Klinikum Wolfsburg nimmt aufgrund von Corona-Infektionsfällen unter den Mitarbeitern keine neuen Patienten mehr auf. Diese werden auf umliegende Krankenhäuser verteilt, wie die Stadt am Sonntagabend mitteilte. Zudem seien ab sofort keine Besuche mehr erlaubt, "auch nicht die bisherigen Ausnahmen". Die Stadt hat stark mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen - in einem Wolfsburger Alters- und Pflegeheim sind insgesamt 15 Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Ähnlich wie in dem Heim, in dem überwiegend Demenzkranke leben, werden auch im Klinikum die Vorsichtsmaßnahmen weiter verschärft. Das gesamte Klinikpersonal arbeite "ab sofort im Vollschutz", hieß es von der Stadt: "Die Patienten werden so verteilt, dass nur noch ein Patient pro Zimmer liegt."

20:29 Uhr - 10.779 Tote in Italien, 2.606 in Frankreich

In Italien hat die Coronavirus-Pandemie offiziellen Angaben zufolge bislang insgesamt 10.779 Todesopfer gefordert. Die zuständige Behörde bestätigt 756 neue Todesfälle. Die Zahl der Infizierten stieg innerhalb von 24 Stunden auf 97.689 von 92.472. Das ist der geringste Anstieg von Neuinfektionen seit Mittwoch.

In Frankreich sind binnen eines Tages 292 weitere Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit liege die Gesamtzahl bei 2.606, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Infizierten liegt bei 40.174.

20:08 Uhr - Flieger voller Schutzmasken in Sachsen gelandet

Am Flughafen Leipzig/Halle ist am Samstag ein Frachtflieger aus China mit 20 Tonnen Atemschutzmasken gelandet. Das teilte der Flughafen via Twitter mit. Die medizinischen Hilfsgüter sind für Krankenhäuser in Mitteldeutschland bestimmt und weitergeleitet worden.

19:50 Uhr - Moskau verhängt Ausgangssperre

Im Kampf gegen das Coronavirus verhängt die russische Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre. Von diesem Montag an dürfe man die Wohnung nur unter bestimmten Umständen verlassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntagabend mit. Darunter fallen demnach der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke und zum nächst gelegenen Müllcontainer. Auch Haustiere dürften nur in einem kleinen Radius um die eigene Wohnung herum ausgeführt werden.

Sobjanin reagiert damit auf weiter steigende Infektionszahlen. In der Millionen-Metropole haben sich nach offiziellen Angaben bereits mehr als 1.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - Tendenz steigend. An diesem Montag beginnt zudem eine von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete arbeitsfreie Woche, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es war befürchtet worden, dass viele diese Zeit zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten nutzen könnten.

19:43 Uhr - Mehr als 59.000 Infektionen in New York

Im US-Bundesstaat New York hat sich die Zahl der Infektionen um 7.195 auf 59.513 erhöht. Das teilt der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, mit. Die Zahl der Todesopfer stieg innerhalb von 24 Stunden um 237 auf 965. In den USA ist New York besonders stark von der Pandemie betroffen. Die Präsidentschafts-Vorwahlen wurden deshalb bereits auf Juni verschoben.

19:32 Uhr - Ehefrau von Kanadas Premier Trudeau von Covid-19 erholt

In this Wednesday, Sept. 11, 2019 photo, Canada's Prime Minister Justin Trudeau and his wife Sophie Gregoire Trudeau arrive at Rideau Hall in Ottawa, Ontario. Trudeau is quarantining himself at home after his wife exhibited flu-like symptoms. Trudeau
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© AP, Justin Tang, RJB

Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, Sophie Grégoire Trudeau, hat die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden. "Ich fühle mich so viel besser und habe die Entwarnung von meinem Arzt und dem Gesundheitsamt von Ottawa erhalten", schrieb sie am Samstag (Ortszeit) auf Facebook. Sie drängte ihre Landsleute, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Anstelle sich direkt zu treffen solle man die sozialen Netzwerke nutzen.

Sophie Grégoire Trudeau hatte vor gut zwei Wochen mitgeteilt, nach einer Reise nach London positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden zu sein.

19:01 Uhr - Novartis prüft Malaria-Mittel gegen das Coronavirus

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. "Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet", sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der "Sonntags Zeitung". Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft.

18:49 Uhr - Wut auf US-Millionäre: High Society flieht aus New York

Die Straßen, Plätze und Parks der Stadt, die niemals schläft, sind menschenleer. Die Corona-Pandemie hat die sonst so pulsierende Millionenmetropole New York fest im Griff. Wer es sich leisten kann, verlässt die Stadt und verbringt die Zeit an einem Ferienort. Das zieht die Wut vieler Durchschnitts-New-Yorker auf sich, die zuhause festsitzen und auf ihre Coronatests warten müssen.

18:01 Uhr - Hilfspaket der Regierung reicht nur für zwei Monate

Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, Reint Gropp, hat die ökonomischen Verhältnisse im Zuge der Coronakrise mit einer Kriegswirtschaft verglichen und ein rasches Ende des Shutdown gefordert. "Zumindest kurzfristig befinden wir uns in einer Art Kriegswirtschaft, in der der Staat bei der Koordinierung der Wirtschaft eine größere Rolle spielen muss als in normalen Zeiten", sagte Gropp dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".

"Die Maßnahmen, die zuletzt von der Bundesregierung und dem Bundestag beschlossen wurden, dienen dazu, Unternehmen zu erhalten und nicht pleitegehen zu lassen, damit die Wirtschaft sich nach dem Shutdown schnell wieder erholen kann. Das Paket wird aber nur für vielleicht zwei Monate reichen." Wenn der Shutdown länger dauere, müsste ein weiteres Hilfspaket aufgelegt werden, sagte Gropp.

17:48 Uhr- Schweiz: Bundesbahnen stellen Grenzverkehr mit Italien ein

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben den grenzüberschreitenden Reiseverkehr von und nach Italien bis auf Weiteres eingestellt. Grund seien Anordnungen der italienischen Behörden, teilte das Unternehmen am Sonntag mit Hinweis auf das Coronavirus bei Twitter mit. Neben dem grenzüberschreitenden Regionalverkehr sind drei EC-Züge betroffen: Die Strecke Basel-Brig-Mailand, Genf-Brig-Mailand und Zürich-Mailand. Die Züge wenden in Brig beziehungsweise Chiasso. Der Güterverkehr ist von den Einschränkungen nach SBB-Angaben nicht betroffen.

17:45 Uhr - Erster Todesfall in Syrien

In Syrien hat es den ersten Todesfall durch das Coronavirus gegeben. Bei einer Frau, die als Notfall in die Klinik gekommen sei, sei nach ihrem Tod eine Coronainfektion festgestellt worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. In Syrien gibt es offiziellen Angaben zufolge bislang fünf bestätigte Fälle. Laut Medizinern liegt die Zahl aber höher. Zur Eindämmung wurden Ausgangssperren verhängt.

17:36 Uhr - Bis zu 200.000 Tote in den USA möglich

Einem US-Experten zufolge könnten in den USA zwischen 100.000 bis 200.000 Menschen an dem Coronavirus sterben. Das sagt Anthony Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, dem Sender CNN. Besonders betroffene Großstädte wie New York und New Orleans warnten, dass ihnen bald das medizinische Material ausgehen würde.

17:01 Uhr - Drei weitere Corona-Opfer in Wolfsburger Heim

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind drei weitere Menschen in Folge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte die Stadt Wolfsburg am Sonntag mit. Damit sind innerhalb von knapp einer Woche 15 Menschen in dem Alters- und Pflegeheim, in dem viele demente Menschen leben, nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Alleine am Freitag hatte die Stadt den Tod von sechs infizierten Frauen und zwei Männern im Alter zwischen 76 und 100 Jahren gemeldet.

16:49 Uhr - Würzburg: Bewohner stirbt in Seniorenheim

Eine weiteres Seniorenheim in Würzburg ist vom Coronavirus betroffen. Ein positiv auf Sars-CoV-2 getesteter Bewohner der Awo-Einrichtung sei gestorben, teilte das Seniorenzentrum am Sonntag mit. Der 57-jährige Mann habe zahlreiche Vorerkrankungen gehabt. Ob die Virusinfektion zum Tod geführt habe, sei noch unklar. Sie sei erst nach dem Ableben des Mannes festgestellt worden.

In der Awo-Einrichtung wurden den Angaben zufolge unterdessen alle 95 Bewohner und 80 Mitarbeiter auf das Virus untersucht. Sieben Beschäftigte und neun Bewohner seien positiv getestet worden. Die Mitarbeiter kamen in Quarantäne, die Bewohner wurden isoliert. Wie das Virus trotz Besuchsverbots in die Einrichtung gelangte, ist wie auch beim Seniorenheim St. Nikolaus bisher unklar.

16:23 Uhr – Söder informiert am Montag über weiteren Anti-Corona-Kampf

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montagmittag über das weitere Vorgehen informieren. Ein zentraler Punkt neben aktuellen Zahlen und Entwicklungen dürfte sein, ob und bis wann die umfangreichen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern zunächst bis einschließlich 3. April befristet wurden, verlängert werden. Dass sie verlängert werden, daran gibt es kaum Zweifel.

Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuletzt bereits deutlich gemacht, dass schnelle Lockerungen der Kontaktbeschränkungen für Bürger noch nicht im Raum stehen. Braun sagte dem "Tagesspiegel": "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen." Für die konkreten Regelungen sind allerdings die Länder zuständig. Aber auch Söder selbst hatte zuletzt vor einem zu frühen Ende der Auflagen und Beschränkungen gewarnt.

16:10 Uhr - Schleswig-Holsteiner halten sich an Kontaktverbot

Am Wochenende hat es viele Menschen in Schleswig-Holstein bei Sonnenschein und zumindest Samstag auch frühlingshaften Temperaturen an die frische Luft gezogen. Die meisten Menschen hielten sich dabei an die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen. Die Polizei stellte nur vereinzelt Verstöße fest. Der Blick auf Webcams in beliebten Tourismusorten wie etwa Sankt Peter-Ording, Scharbeutz und Timmendorfer Strand zeigte an beiden Tagen ein ähnliches Bild. Die gezeigten Strände sind trotz Sonnenscheins kaum besucht. In großen Abständen sah man in den Livevideos Menschen überwiegend allein oder zu zweit spazieren gehen.

16:02 Uhr - Aufatmen in China: Verkehr fließt wieder durch Wuhan

Nach langem Stillstand fließt in Chinas Epizentrum der Corona-Pandemie allmählich wieder der Verkehr: In die Millionenstadt Wuhan kehrten nach Wiederaufnahme der Zugverbindungen am Wochenende Zehntausende zurück. Allein am Samstag hätten 60 000 Menschen, die wegen der Blockade andernorts gestrandet waren, die Stadt wieder betreten, berichtete die Nachrichten-Webseite «The Paper» unter Berufung auf die Bahn. Auch die U-Bahn fuhr wieder.

Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge kamen 12 000 Menschen mit Hochgeschwindigkeitszügen in die schwer von der Corona-Pandemie getroffene Stadt. Bis zum 8. April ist allerdings nur die Einreise nach Wuhan erlaubt. Erst danach können Chinesen die Stadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern auch wieder verlassen. Wuhan war am 23. Januar komplett abgeriegelt worden.

15:51 Uhr - Libyen verhängt Ausgangssperre

Auch im Bürgerkriegsland Libyen gilt wegen einer drohenden Ausbreitung des Coronavirus nun eine tägliche Ausgangssperre. Ab täglich 14.00 Uhr bis 7.00 Uhr morgens des folgenden Tages dürfen die Menschen ihre Häuser nicht mehr verlassen, teilte die international anerkannte Regierung mit Sitz in Tripolis am Sonntag mit. Die Ausgangssperre sollte zunächst kürzer sein, dann wurden aber neue Infektionen bekannt und die Maßnahmen verschärft. Libyen hatte am Dienstag den ersten Fall der Lungenkrankheit Covid-19 offiziell bekanntgegeben.

15:47 Uhr - Corona-Maßnahme: Der BVB trainiert ab Montag in Zweier-Gruppen

ARCHIV - 29.02.2020, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Bundesliga, Borussia Dortmund - SC Freiburg, 24. Spieltag, im Signal-Iduna-Park. Nach dem Schlusspfiff jubelt Dortmunds Emre Can (r) vor der Südtribüne. (zu dpa «BVB trainiert ab Montag in
Emre Can (re.) vermisst den Kontakt zu seinen Mitspielern.
© dpa, David Inderlied, din sab jai

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund nimmt am Montag das Training wieder auf, lässt allerdings die Spieler nur in Zweiergruppen arbeiten, um das Ansteckungsrisiko aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu reduzieren. Das kündigte Nationalspieler Emre Can in einer Live-Schalte im Sport1-Doppelpass an. Reguläres Mannschaftstraining findet weiterhin nicht statt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte den 36 Profiklubs eine Wiederaufnahme der Teamarbeit aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit frühestens zum 6. April empfohlen.

Can sagte, dass er den Kontakt zu den Mitspielern vermisse. Es sei "schon mal wichtig, dass wir wieder auf den Platz gehen". Sein Trainingspartner am Montag sei Mahmoud Dahoud, äußerte Can: "Da wird es schon mal nicht langweilig." Zuletzt hatten sich die BVB-Stars individuell fit gehalten.

15:38 Uhr - NRW sucht dringend Erntehelfer

ARCHIV - 23.03.2020, Brandenburg, Kremmen: Ein Saisonarbeiter sticht auf einem Feld den ersten Spargel. Ungelernte sind derzeit in der Brandenburger Landwirtschaft äußerst willkommen und gefragt. (zu «Ungelernte als Erntehelfer willkommen - Einweisun
Was jetzt nicht an Gemüse gepflanzt wird, kommt später auch nicht in die Regale und auf den Tisch.
© dpa, Paul Zinken, pdz hjb fux

Pflanz- und Erntehelfer werden in NRW weiter dringend benötigt. Wegen der Corona-Reiseverbote für Erntehelfer sei im Land eine Lücke von etwa 45.000 Menschen in der Landwirtschaft entstanden, teilte die Landesregierung am Sonntag mit. Obwohl sich nach Aufrufen mehrerer Verbände bereits mehrere Tausend freiwillige Helfer für die Spargelernte gemeldet hatten, werden noch viele weitere helfende Hände gesucht.

Die gemeinsame Aktion der drei NRW-Ministerien für Landwirtschaft, Integration und Arbeit ruft dazu auf, die heimischen Betriebe in der jetzt beginnenden Pflanz- und Erntezeit zu unterstützen. "Was jetzt nicht an Gemüse gepflanzt wird, kommt später auch nicht in die Regale und auf den Tisch", hieß es. Kartoffeln, Salate, Kohl und Lauch müssten ausgepflanzt werden. Zudem starte bereits die Ernte, zum Beispiel von Rhabarber, bald auch der ersten Erdbeeren. Gezielt werden Menschen angesprochen, die sich durch die Coronakrise bedingt gerade in Kurzarbeit befinden, sowie Asylbewerber und Geduldete, die arbeiten dürfen.

15:33 Uhr - Vodafone-Chef: Corona ist der "größte Auftrieb für Digitalisierung"

Der Deutschland-Chef des Telekommunikationsanbieters Vodafone, Hannes Ametsreiter, sieht in der Corona-Krise "den größten Auftrieb für die Digitalisierung in Deutschland aller Zeiten". "Es wird sich viel verändern, um nicht zu sagen alles", sagte er am Sonntag bei einem virtuellen Treffen des Münchner Start-Up-Festivals "Bits & Pretzels". Anrufe hätten sich in Deutschland verdoppelt. "Die Leute reden." Und der Internet-Datenverkehr sei um 40 Prozent gestiegen. Auch er selbst habe seit der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ganz neue Erfahrungen gemacht. Zu Hause habe er seinen Kindern jeden Mittag das Essen gekocht. "Das habe ich noch nie gemacht." Eine großartige Erfahrung sei das gewesen.

15:28 Uhr - Türkischer Rekordnationalspieler Rüstü im Krankenhaus

Der türkische Fußball ist in Sorge um seinen Rekordnationalspieler Rüstü Recber. Wie dessen Ehefrau bekannt gab, wurde der 46 Jahre alte Ex-Nationaltorhüter nach einem positiven Coronavirus-Test in ein Krankenhaus eingeliefert. "Die Symptome haben sich rasend schnell entwickelt, nachdem zuvor alles in Ordnung gewesen war. Das sind kritische und schwere Zeiten", so Isil Recber, die ebenso wie die gemeinsamen zwei Kinder negativ getestet wurden.

Nach Angaben der John Hopkins Universität in Baltimore haben sich in der Türkei derzeit etwas mehr als 7000 Personen mit COVID-19 infiziert, 108 Menschen sind gestorben. Am vergangenen Montag hatte der ehemalige Nationaltrainer Fatih Terim seine Infektion bekannt gegeben.

15:10 Uhr: Soforthilfen für Selbständige ab Montag abrufbar

Die Umsetzung der Soforthilfen des Bundes für Soloselbständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und Landwirte durch die Länder steht. Man habe sich auf den Abschluss einer Verwaltungsvereinbarung dazu geeinigt, teilen die Länder sowie das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Damit könnten in den kommenden Tagen die Anträge auf Soforthilfe bei den Ansprechpartnern in den Ländern gestellt werden. Die Auszahlung solle schnell und unbürokratisch erfolgen. "Die vom Bund bereitgestellten Haushaltsmittel von bis zu 50 Milliarden Euro können ab diesen Montag von den Ländern abgerufen werden", kündigt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an.

15:01 Aktuelle Zahlen: 455 Corona-Tote in Deutschland

LAND INFIZIERTE TODESFÄLLE
USA 124.686 2.191
Italien 92.472 10.023
Spanien 78.797 6.528
Deutschland 58.247 455
Frankreich 38.105 2.317
Großbritannien 17.320 1.021
Weltweit 679.977 31.734

(Quelle: Johns Hopkins Universität)

14:50 Uhr - Heil warnt vor übereilter Aufhebung von Einschränkungen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil warnt davor, aus Rücksicht auf die Wirtschaft die Einschränkungen zur Eindämmung der Coronakrise zu schnell aufzuheben und damit das Leben oder die Gesundheit von Menschen zu riskieren. "Wir werden in zwei bis drei Wochen bewerten, ob die sozialen Kontaktunterbrechungen wirken", sagt der SPD-Politiker dem "Handelsblatt". Leben und Gesundheit müssten Vorrang haben, im Zweifelsfall auch vor nachvollziehbaren wirtschaftlichen Interessen.

14:43 Uhr - Olympia-Verschiebung trifft Hockey-Ass Hauke hart: "Mental krasse Herausforderung"

Tobias Hauke ist der vierte Deutsche, der die Auszeichnung zum Welthockeyspieler erhält. Foto: Olivier Hoslet
Für Ex-Welthockeyspieler Tobias Hauke hängt der Olympia-Traum am seidenen Faden.
© DPA

Der Schock musste sich erst mal setzen. Zu "unwirklich" fühlte es sich für Tobias Hauke an, als das große Ziel plötzlich außer Sichtweite geriet. Olympia 2021 statt 2020 - das bedeutet für das Hockey-Ass nicht nur eine kleine Anpassung des Trainingsplans. Bei Amateursportlern, und dazu zählt der zweimalige Olympiasieger und frühere Welthockeyspieler, ist das gesamte, durchgetaktete Leben betroffen.

"Die Entscheidung war alternativlos, wie sie jetzt getroffen wurde", sagt Hauke im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst: "Aber es hängt so viel dran und es liegt auch schon so viel Schweiß in der Vorbereitung, dass es schwer ist, es in solch einer Situation zu verarbeiten." Tokio sollte in diesem Sommer das letzte internationale Highlight in Haukes großer Karriere werden - mit der Chance auf eine vierte Olympiamedaille. Nun hängt der Traum am seidenen Faden. "Ich würde es natürlich gerne machen, das ist keine Frage", sagt Hauke. Aber: "Es ist noch viel zu früh zu sagen, ob es realistisch ist."

14:34 Uhr - Wachsende Angst vor Coronavirus in Rios Armenvierteln

Nachdem die Stadtverwaltung der brasilianischen Millionenmetropole Rio de Janeiro in der vergangenen Woche den ersten Coronavirus-Fall in einem Armenviertel gemeldet hatte, ist die Sorge vor einer schnellen Ausbreitung groß. Zum Wochenende veröffentlichte die Stadtverwaltung eine aktualisierte Bilanz mit Fällen in weiteren Favelas. Die Elendsviertel der Stadt können die Übertragung von Krankheiten beschleunigen. "Wer in einer Favela wohnt, hat kein Wasser, um die Hände zu waschen", sagt Gabriela Anastácia von dem Observatório das Favelas der Deutschen Presse-Agentur. "Wer in einer Favela wohnt, kann sich nicht sozial distanzieren, weil er mit fünf, sechs, neun Personen zusammenwohnt."

Daten des Brasilianischen Instituts für Geografie und Statistik IBGE zufolge haben mehr als 30 Millionen Brasilianer keinen Zugang zur allgemeinen Wasserversorgung, mehr als zwölf Millionen leben in Unterkünften mit mehr als drei Bewohnern pro Zimmer.

14:26 Uhr - Deutsche Post: Zustellung bald nur noch an drei Tagen?

ARCHIV - 17.02.2011, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Mitarbeiter der Post sortiert am  in Köln  im Briefverteilzentrum die Post. (zu dpa: «FDP-Politiker: Post muss Teil der kritischen Infrastruktur bleiben») Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa ++
Die Deutsche Post macht sich bereit für weitere Einschränkungen.
© dpa, Oliver Berg, obe sv axs mg lof dul nic

Die Deutsche Post bereitet sich wegen der Corona-Pandemie auf "weitere Einschränkungen" ihrer Dienstleistungen vor. "Der Umgang mit solchen Einschränkungen ist uns in besonderen lokalen Quarantäne-Gebieten bereits vertraut", teilte die Deutsche Post am Sonntag mit. Bisher gebe es keine wesentlichen Einschränkungen der Brief- und Paketversorgung in Deutschland. "Wir tun alles, um sowohl unsere Mitarbeiter wie auch unsere Kunden soweit es geht zu schützen und die Postversorgung wie gewohnt aufrecht zu erhalten", teilte das Unternehmen auf Anfrage mit und machte darüber hinaus keine weiteren Angaben.

Nach Informationen der «Welt am Sonntag» sieht eine Notfall-Planung vor, dass in extremen Situationen in "geschlossenen Gebieten" lediglich Einschreibebriefe und Sendungen an Behörden oder Gesundheitseinrichtungen zugestellt werden. Ab einem Krankenstand bei der Post von 30 Prozent sollen demnach Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen zugestellt werden. Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen Zusteller nur noch einmal wöchentlich austragen. Zu diesen Details äußerte sich die Post nicht.

14:13 Uhr - Streit ums Geld: Frankreich stellt die EU infrage

Wie die Europäische Union auf die Coronavirus-Epidemie reagiert, wird nach den Worten der französischen Europa-Ministerin Amelie de Montchalin über ihre Glaubwürdigkeit entscheiden. "Wenn Europa nur ein Binnenmarkt ist, wenn die Zeiten gut sind, dann hat sie keinen Sinn", sagt sie dem Rundfunksender France Inter. Sollten die europäischen Staats- und Regierungschefs sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen in einer derart großen Krise verständigen, würden sie damit den populistischen Parteien in die Hände spielen. Der EU-Gipfel hatte sich vor einigen Tagen nicht auf Maßnahmen geeinigt, um die durch die Epidemie ausgelöst Wirtschaftskrise abzufedern.

14:03 Uhr - Polizei vertreibt Kindern die Langeweile in Corona-Zeiten

Polizeibehörden in NRW bieten Kindern in der Corona-Krise online kreative Ideen für zu Hause an. Darunter sind einfache Bastelanleitungen für Polizeiautos und Hubschrauber. Polizeimützen und -kellen gibt es zum Ausschneiden. Außerdem sollen Mal- und Rätselhefte und ein Quartett mit Fahrzeugen der Polizei die Langeweile vertreiben. Ein Puppenspielvideo erklärt Kindern zudem, warum es wichtig ist, zu Hause zu bleiben und sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Alle, die versuchten, Kindern in der Krise Abwechslung zu bieten, machten einen tollen Job, lobt die Polizei die Familien.

13:37 Uhr - Auch im Harz trotz Reiseverbots viele Ausflügler unterwegs

Zwei Wanderer gehen auf dem Hexenstieg im Harz, aufgenommen am 31.05.2018 bei Osterode. Foto: Frank May/picture alliance (model released) | Verwendung weltweit
Wandern im Harz scheint trotz Corona ein beliebtes Freizeitprogramm zu sein.
© picture alliance / Frank May, Frank May, fm

Obwohl touristische Reisen nach Sachsen-Anhalt wegen des Coronavirus untersagt sind, hat die Polizei am Wochenende im Harz zahlreiche Ausflügler angetroffen. Im beliebten Ilsetal und an der Rappbodetalsperre überprüften die Beamten mehrere hundert Autos und Personen, wie die Polizei am Sonntag in Halberstadt mitteilte. Wie auch in Bayern, waren "aufgrund des guten Wetters eine Vielzahl von Personen, Personengruppen im Harz unterwegs. Eine Häufung war im Ilsetal festzustellen." Viele Menschen seien aus umliegenden Bundesländern angereist, in denen es - anders als in Sachsen-Anhalt - keine Einschränkungen für den Tourismus gebe.

Die Beamten hätten viele Gespräche geführt und Flyer zu diesem Thema verteilt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes Ilsenburg hätten die Polizisten unterstützt.

13:23 Uhr - In Moskau ist "keiner sicher"

In Moskau hat die Zahl der Coronavirus-Infektionen nach den Worten von Bürgermeister Sergej Sobjanin die Marke von 1000 überstiegen. Damit sei eine neue Phase erreicht, sagt er. Moskau ist innerhalb Russlands am stärksten von dem Coronavirus betroffen. Die Stadtverwaltung hat die Bürger der Stadt aufgefordert, während der von Präsident Wladimir Putin ausgerufenen arbeitsfreien Woche zu Hause zu bleiben. Geschäfte und Unterhaltungsbetriebe sind seit Samstag geschlossen, viele Menschen sind aber dennoch draußen unterwegs. "Keiner ist sicher", mahnt Sobjanin auf seiner Homepage. Mindestens 52.000 Bürger seien am Samstag in den Parks spazieren gegangen, viele ältere Leute seien mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs gewesen, kritisiert er. Russland meldet insgesamt 1534 Infektionen, 270 mehr als am Vortag. Neun Menschen sind an Covid-19 gestorben, sieben von ihnen in Moskau.

13:10 Uhr - Oldenburger Polizei am Wochenende 58 Mal wegen Coronavirus im Einsatz

Die Niedersachsen halten sich nach Einschätzung der Polizei überwiegend an die wegen der Coronavis-Pandemie erlassenen Auflagen, doch es gibt Ausreißer: Die Polizei hat am Wochenende in Oldenburg und im Landkreis Ammerland 15 Ermittlungsverfahren gegen Menschen eingeleitet, weil sie sich nicht an die Regelungen gehalten haben. Es habe abends unerlaubte Zusammenkünfte gegeben und damit Verstöße gegen das bestehende Kontaktverbot, teilte die Polizei am Sonntag mit. Einige Zusammenkünfte seien aufgelöst worden. Insgesamt habe es von Freitagmittag bis Sonntagfrüh 58 Einsätze gegeben, die in Zusammenhang mit Auflagen wegen der Coronavirus-Ausbreitung standen. Bayern halten sich dagegen weniger an die strengen Regeln und Ausgangssperren.

12:26 Uhr - Thomas Schäfer habe sehr unter der Corona-Krise gelitten

Nach dem plötzlichen Tod von Hessens Finanzminister Thomas Schäfer stellt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in einem Statement einen Zusammenhang zu der anhaltenden Corona-Krise her. Schäfer habe sich von der Pandemie überfordert gefühlt und habe sehr unter dem Druck gelitten, so Bouffier. Die Sorgen sollen Schäfer erdrückt haben, so dass er sich zum Suizid entschlossen hat. Auch Annegret Kramp-Karrenbauer sei "geschockt" gewesen angesichts des plötzlichen Todes ihres Parteifreundes.

12:01 Uhr - Nachbarschaftshilfe: Bundeswehr fliegt Corona-Patienten von Straßburg nach Ulm

Die Luftwaffe fliegt heute Corona-Patienten aus dem elsässischen Straßburg nach Ulm zur weiteren Behandlung im dortigen Bundeswehr-Krankenhaus aus. "Frankreich braucht jetzt unsere Hilfe. Und natürlich stehen wir unseren Freunden bei", sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Mit meiner Amtskollegin Florence Parly habe ich deshalb abgesprochen, dass die Luftwaffe schwer kranke Corona-Patienten aus Frankreich zur Behandlung in eines unserer Bundeswehr-Krankenhäuser nach Deutschland holt. Gemeinsam sind wir stärker". Am Samstag hatte die Bundeswehr bereits Patienten aus dem italienischen Bergamo nach Köln ausgeflogen.

11:51 Uhr - Appell an Kranke: Notwendige Behandlungen nicht aufschieben

Angesichts der Coronakrise und überlasteter Krankenhäuser scheuen sich offenbar Menschen mit anderen ernsten Gesundheitsproblemen, den Notarzt zu rufen oder anderweitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. "Berliner Krankenhäuser, in denen Schlaganfall-Patienten versorgt werden, verzeichnen zurzeit einen deutlichen Rückgang von Schlaganfall-Patienten", erklärte die Gesundheitsverwaltung am Sonntag. "Es ist davon auszugehen, dass viele Patienten mit leichten Schlaganfällen oder auch Herzinfarkten aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus zu Hause bleiben." Dies dürfe nicht sein.

Senat, Kassenärztliche Vereinigung (KV), Krankenhausgesellschaft (BKG) und Ärztekammer riefen die Berliner gemeinsam dazu auf, im Ernstfall keine Scheu vor der Inanspruchnahme der Notfallversorgung zu zeigen. Bei notwendigen medizinischen Behandlungen - zum Beispiel bei der Einstellung von Diabetes oder bei Bluthochdruck - solle jeder seinen behandelnden Arzt konsultieren oder im Ernstfall Rettungsstellen der Krankenhäuser, KV-Notdienstpraxen oder die Notfallnummern 112 und 116117 kontaktieren.

"Für diese Menschen ist die ausbleibende Behandlung möglicherweise gefährlicher als die verhältnismäßig geringe Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus bei einem Besuch einer Praxis oder Rettungsstelle zu infizieren", hieß es. Wichtige Behandlungen dürften nicht aufgeschoben werden.

11:38 Uhr - Söder verteidigt Bayerns Maßnahmen in der Corona-Krise

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die strengen Auflagen für Bayerns Bürger in der Corona-Krise erneut verteidigt. Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten seit dem 21. März Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Derlei sei nötig gewesen, "weil zu spüren war, dass Appelle allein nicht reichen. Viele haben sich vorbildlich verhalten, andere haben es ignoriert oder nicht ernst genommen", sagte er dem Magazin "Spiegel". "Ich kann auch verstehen, dass man sein gewohntes Leben gerne weiterführt. Alle Experten haben uns aber zu zügigem Handeln geraten."

11:25 Uhr - Abschied für immer? Letzter Lufthansa-Linienflug mit A380 gelandet

29.03.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft Lufthansa steht nach der Landung am Flughafen Frankfurt in seiner Parkposition. Es war die vorerst letzte Landung eines Lufthansa-Airbus A380 am Frankfurter Flughafen. Die Masch
Wann und ob das größte Passagierflugzeug der Welt noch einmal abhebt ist noch offen.
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Der vorerst letzte Lufthansa-Linienflug mit dem Großraumflugzeug A380 ist in Frankfurt gelandet. Die aus Bangkok gestartete Maschine setzte am Sonntag nach einem gut elfstündigen Flug um 06.14 am Frankfurter Flughafen auf, wie ein Lufthansa-Sprecher bestätigte. An Bord der Maschine mit 509 Plätzen waren 459 Passagiere und 24 Crew-Mitglieder, die in Zeiten des Corona-Virus dringend auf ihren Heimflug gewartet hatten.

Wegen der weltweit zusammengebrochenen Nachfrage in der Corona-Krise parkt Lufthansa ihre komplette Flotte mit 14 Flugzeugen dieses Typs auf unbestimmte Zeit an den Drehkreuzen Frankfurt und München. Wann und ob überhaupt die A380-Jets mit dem Kranich-Leitwerk noch einmal auf große Tour gehen, ist laut Lufthansa nicht konkret absehbar. Den Abschied vom größten Passagierflugzeug der Welt hat das Unternehmen aus Kostengründen bereits weit vor der Krise eingeleitet und mit dem Hersteller Airbus die Rückgabe von sechs Flugzeugen ab dem Jahr 2022 vereinbart.

11:09 Uhr - Südkorea: Quarantäne für alle Einreisende

Südkorea schickt alle Einreisenden ab Mittwoch kommender Woche für zwei Wochen in Quarantäne, wie Ministerpräsident Chung Sye-kyun ankündigt. Dies betreffe nicht nur Ausländer, sondern auch Südkoreaner. Für Reisenden aus einigen Ländern, wie etwa den USA, gilt eine solche Regelung schon. Am Sonntag meldete die südkoreanische Gesundheitsbehörde 105 neue Fälle, davon seien 41 Fälle eingeschleppt. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten in dem Land nun bei 9583.

10:45 Uhr - "Absoluter Wahnsinn": Bayern hält sich nicht an die Regeln

Zum Start in das frühlingshafte Wochenende haben in Bayern Hunderte Menschen gegen die in der Corona-Krise erlassenen Auflagen verstoßen. Die Polizei meldete in fast allen Regierungsbezirken zahlreiche Einsätze in Zusammenhang mit der seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkung.

Ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord sagte am Sonntag, die Beamten seien zwischenzeitlich von der Anzahl der Einsätze "überrollt" worden. Weil etwa der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten worden sei, sich Menschen in die Sonne legten oder Grillfeste veranstalteten, rückte die Polizei alleine dort mehr als 150 Mal aus. "Das war absoluter Wahnsinn", sagte der Polizeisprecher.

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.

10:29 Uhr -Entwarnung: Ehefrau von Kanadas Premier Trudeau von Corona erholt

FILE PHOTO: Sophie Gregoire Trudeau, wife of Liberal leader and Canadian Prime Minister Justin Trudeau, arrives for a rally in Burnaby, British Columbia, Canada October 11, 2019. REUTERS/Stephane Mahe/File Photo
Sophie Gregoire Trudeau ist wieder gesund.
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Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, Sophie Grégoire Trudeau, hat die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden. "Ich fühle mich so viel besser und habe die Entwarnung von meinem Arzt und dem Gesundheitsamt von Ottawa erhalten", schrieb sie auf Facebook. Sie drängte ihre Landsleute, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Anstelle sich direkt zu treffen solle man die sozialen Netzwerke nutzen.

Sophie Grégoire Trudeau hatte vor gut zwei Wochen mitgeteilt, nach einer Reise nach London positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden zu sein. Sie hatte angekündigt, in Isolation zu bleiben. Sie fühle sich aber gut und habe nur leichte Symptome. Justin Trudeau hatte daraufhin angekündigt, er werde sich auch isolieren und von zuhause aus arbeiten, obwohl er keine Symptome hatte.

10:24 Uhr - Hotline für einsame Senioren in Corona-Krise gefragt wie nie

In der Corona-Krise hat sich die Nachfrage bei einer Berliner Hotline für einsame Senioren erhöht. Das Anrufaufkommen sei zuletzt stark angewachsen, sagte die Initiatorin des sogenannten Silbertelefons, Elke Schilling. An einzelnen Tagen hätten fünfmal mehr Menschen angerufen als zuvor, mehr als 160 statt 36. Man sei dabei, die Kapazitäten aufzustocken.

Im Vergleich zur Zeit vor der Krise riefen nun etwas jüngere Menschen an, die noch keine lange Zeit der Einsamkeit hinter sich haben, so Schilling. Es handle sich um eigentlich noch fitte und bewegliche Senioren. Angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben und der Aufrufe, soziale Kontakte einzuschränken, machten sie nun aber die Erfahrung, allein zu sein. Hinzu komme die Unberechenbarkeit der weiteren Entwicklung.

10:14 Uhr - China befürchtet eine zweite Infektionswelle

China warnt vor einer möglichen zweiten Infektionswelle. 693 Fälle insgesamt seien bisher auf Reisende aus dem Ausland zurückzuführen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Das erhöhe das Risiko einer zweiten Infektionswelle. China meldete am Samstag 45 neue Fälle, bis auf einen gingen alle auf Reisende aus dem Ausland zurück.

10:08 Uhr - Paare müssen bei Hochzeiten häufig auf Trauzeugen verzichten

Bei Hochzeiten müssen Paare in Niedersachsen derzeit oft auf Trauzeugen verzichten. Aufgrund der Begrenzung sozialer Kontakte würden Trauungen zwar weiterhin stattfinden, allerdings seien bei der Zeremonie keine Trauzeugen mehr zugelassen, teilte die Stadt Lüneburg mit. Die Paare würden vorab telefonisch über die Vorgaben informiert. "Sollte für die Hochzeit dringend ein Dolmetscher nötig sein, ist das möglich", sagte eine Stadtsprecherin.

Viele Gemeinden reagieren auf die Einschränkungen durch das Coronavirus ähnlich, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Grundsätzlich dürften im Moment neben dem Standesbeamten nur die Brautleute an der Eheschließung teilnehmen, hieß es aus Hannover

10:01 Uhr - Coronavirus trifft den Arbeitsmarkt heftiger als die Finanzkrise

Die aktuelle Corona-Krise wird nach Meinung von Experten den Arbeitsmarkt in Bayern massiv beeinträchtigen. Die aktuelle Situation habe wesentlich stärker zugeschlagen als die Finanzkrise 2009, sagte ein Experte aus dem Arbeitsministerium.

Eine genaue Prognose über die Entwicklung der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterzahlen in den nächsten Monaten sei derzeit zwar nicht möglich. Sicher sei aber, dass sich die Kurzarbeit massiv erhöhen werde. Auch von steigenden Arbeitslosenzahlen sei auszugehen. "Die Lage ist momentan extrem schwierig. Alles hängt von der Länge der Pandemie und der Wirkung der notwendigen Maßnahmen zu deren Eindämmung ab", sagte er

09:53 Uhr - Aktuelle Zahlen: 433 Corona-Tote in Deutschland

LAND INFIZIERTE TODESFÄLLE
USA 124.686 2.192
Italien 92.472 10.023
Spanien 73.235 5.982
Deutschland 57.695 433
Frankreich 38.105 2.317
Großbritanien 17.315 1.021
Weltweit 665.616 30.857

09:46 Uhr - Schutzhandschuhe werden knapp

Der weltgrößte Hersteller von Schutzhandschuhen Top Glove aus Malaysia rechnet angesichts der hohen Nachfrage aus Europa und den USA mit Lieferengpässen. Die Bestellungen aus diesen Regionen seien in den vergangenen Wochen fast doppelt so hoch wie die Produktionskapazitäten der Firma gewesen, sagte Unternehmenschef Lim Wee Chai zu Reuters. Top Glove könne 200 Millionen Gummi-Handschuhe pro Tag herstellen. Daher seien die Lieferzeiten verlängert worden. "Manche Kunden machen Panik-Bestellungen. Normalerweise bestellen sie zehn Container im Monat, aber auf einmal sind es 20 Container." Top Glove versuche, die Bestellungen pro Kunde zu beschränken. Die Produktion werde weiter erhöht. Zudem brauche die Firma 1000 zusätzliche Arbeiter, sagte Lim. Diese kämen sonst aus Nepal, wegen der Reisebeschränkungen fielen diese aber im Moment aus.

09:41 Uhr - Sexarbeit: Coronavirus bedroht Existenzen

Zahlreiche Existenzen von Sexarbeiterinnen sind in Nordrhein-Westfalen durch die Corona-Krise bedroht. "Es sind zur Zeit wahnsinnig viele Frauen, die zu uns kommen", sagte die Leiterin der Beratungsstelle "Madonna" in Bochum, Heike Köttner. Am härtesten seien die Frauen betroffen, die keine eigene Wohnung haben. Oftmals seien die Sexarbeiterinnen aus Bulgarien oder Rumänien und könnten wegen der geschlossenen Grenzen auch nicht zurück in ihre Heimatländer.

Seit rund zwei Wochen müssen in NRW neben vielen anderen Einrichtungen wie Bars und Clubs zur Eindämmung des Coronavirus auch Bordelle geschlossen bleiben. Viele Sexarbeiterinnen wurden wohnungslos und mussten bei Kolleginnen oder Freiern unterkommen. Inzwischen setzte das Familienministerium das Übernachtungsverbot in Bordellen für die Zeit der Corona-Krise aus.

"Das ist eine sehr große Erleichterung, dass die Sexarbeiterinnen nun die Möglichkeit haben, in einigen Bordellen zu wohnen", sagte Johanna Weber vom Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen. Dennoch fehle vielen Frauen das Geld für den restlichen Lebensunterhalt

09:33 Uhr - Trump: Quarantäne für New York und andere Staaten "nicht notwendig"

 March 28, 2020, Washington, District of Columbia, USA: United States President Donald J. Trump talks to the media before he boards Marine One on the South Lawn of the White House in Washington, D.C., U.S., on Saturday, March 28, 2020. President Dona
Donald Trump will New York nicht unter Quarantäne setzen.
© imago images/ZUMA Wire, Tasos Katopodis via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Trotz der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise sind nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Überlegungen über eine Quarantäne der Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut vorerst vom Tisch. "Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein", schrieb Trump auf Twitter. Auf Empfehlung seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und nach Beratungen mit den Gouverneuren der drei betroffenen Bundesstaaten habe er die Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, "starke Reisehinweise" zu veröffentlichten. Details sollten noch am Abend bekannt werden, erklärte Trump.

09:06 Uhr - Johnson stimmt Briten mit emotionalem Brief auf schwere Zeiten ein

Mit einem emotionalen Brief stimmt der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson seine Landsleute auf schwere Zeiten ein und schließt auch noch schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit nicht mehr aus. "Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden - wir wissen, dass die Lage sich verschlechtert, bevor sie besser wird", heißt es in dem Schreiben, das in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte geschickt werden soll. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren.

Johnson schloss aber auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus: "Wir werden nicht zögern, weiterzugehen, wenn uns der wissenschaftliche und medizinische Ratschlag sagt, dass wir das tun müssen." Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 stieg am Sonntag in Großbritannien auf über 1020, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 17.300.

08:56 Uhr - RKI-Chef warnt vor schlimmen Zuständen wie in Italien

26.03.2020, Berlin: Der Leiter des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler, spricht auf einer Pressekonferenz zum Thema Bekämpfung des Coronavirus. Foto: Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Lothar Wieler: "Wir müssen die Pandemie sehr ernst nehmen."
© dpa, Annegret Hilse, axs

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, fürchtet, dass die Corona-Krise auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen bringen kann. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler. Die vergleichsweise niedrige Sterberate in Deutschland dürfe nicht fehlinterpretiert werden, warnte der seuchenexperte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": Die Sterberate sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in Deutschland viel getestet werde.

Wieler hält für möglich, dass auch in Deutschland so schlimme Corona-Zustände wie in Italien realistisch sind. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben", sagte er. Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Derzeit diskutieren einige Politiker in Deutschland bereits über die Aufhebung der strengen Ausgangsbeschränkungen. Eine rasche Rückkehr zur Normalität hält Wieler allerdings für den falschen Weg aus der Krise. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten", sagte er. Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle". Die Menschen müssten die Pandemie "sehr ernst nehmen", mahnte der RKI-Chef.

08:37 Uhr- Mit Coronavirus infiziertes Baby stirbt in Illinois

Im US-Bundesstaat Illinois wird der Tod eines Babys untersucht, das mit dem Coronavirus infiziert war. In Verbindung mit der Erkrankung Covid-19 habe es bislang noch keinen Todesfall eines Babys gegeben, erklärte das Gesundheitsamt des Staates in einer Mitteilung. Eine "umfassende Untersuchung" solle die genaue Todesursache klären, hieß es weiter. Das verstorbene Kind war demnach jünger als ein Jahr.

Zur Risikogruppe für das Coronavirus zählen vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke und Ältere. In Illinois waren 85 Prozent der Toten 60 Jahre oder älter. Das Gesundheitsamt wies allerdings daraufhin, dass die Krankheit bei Menschen aller Altersklassen einen schweren Verlauf nehmen könne.

Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge scheint der Krankheitsverlauf bei Kindern häufig geringer ausgeprägt zu sein als bei Erwachsenen. Jedoch kämen auch - insbesondere bei jüngeren Kindern - schwere Verläufe vor.

08:23 Uhr - Neuer Olympia Termin gefunden?

Die für dieses Jahr abgesagten Olympischen Sommerspiele in Tokio sollen nach einem Bericht der New York Times voraussichtlich am 23. Juli 2021 eröffnet werden. Die wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagten Spiele waren ursprünglich für den 24. Juli bis 9. August 2020 vorgesehen. Das Internationale Olympische Komitee und die Organisatoren in Tokio hätten sich auf diesen Termin geeinigt, hieß es. Eine offizielle Bestätigung gab es dazu nicht.

"Die Spiele sollen im Sommer stattfinden, daher sollten wir an eine Zeit zwischen Juni und September denken", zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Japans früherer Ministerpräsident Yoshiro Mori, den Präsidenten des Organisationskomitees.

Das Internationale Olympische Komitee hatte am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz mit den 33 internationalen Sportverbänden unter anderen über einen neuen Termin für die Olympischen Spiele in Tokio beraten. Auch die neu gegründete Task Force hatte am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Die Arbeitsgruppe mit dem offiziellen Namen "Tokio 2020 Neustart Task Force" ist rund 30 Mitglieder groß und wird von Mori geführt.

+++Die komplette Chronologie der Coronavirus-Entwicklungen vom 28. März lesen Sie hier.+++