Virologen schätzen ein

Trotz Covid-Welle: Chinesen dürfen wieder reisen - müssen wir uns Sorgen machen?

 Ein Schild weist den Weg zu einem COVID-19 Testzentrum am Flughafen Dösseldorf.
Italien und USA machen es vor: Dort müssen Reisende aus China bei der Einreise demnächst einen negativen Corona-Test vorweisen. Könnte das auch in Deutschland der Fall werden?
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Die Corona-Zahlen in China steigen und steigen und steigen. Mehrere Länder, darunter Italien und die USA, fahren deshalb ihre Einreisebeschränkungen für Reisende aus China hoch. Die Europäische Union wiederum berät noch, welche Schutzmaßnahmen gegen die Infektionswelle aus China nötig werden könnten. Doch wie gefährlich kann Deutschland die Corona-Welle aus China wirklich werden?

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Italien und USA fahren Schutzmaßnahmen hoch

Nachdem laut Medienberichten in zwei Flügen aus China nach Italien knapp die Hälfte aller Passagiere mit Corona infiziert gewesen waren, haben die italienischen Behörden die Schutzmaßnahmen für Reisende aus der Volksrepublik hochgefahren. Wie es in der „Welt“ heißt, hat Italiens Gesundheitsminister Orazio Schillaci bereits am Mittwoch (28. Dezember) „verpflichtende Covid-19-Antigen-Abstriche und die damit verbundene Virus-Sequenzierung für alle Passagiere, die aus China kommen und durch Italien reisen“ angeordnet. Auch Malaysia, Indien und Japan verschärfen aktuell die Einreisebestimmungen, genauso wie die USA, wo Reisende aus China ab dem 05. Januar einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.

Während die Europäische Union am Donnerstag (29. Dezember) über mögliche Schutzmaßnahmen diskutiert, sieht die deutsche Bundesregierung noch keinen Grund für neue Einreisebeschränkungen. „Wir behalten die Situation sehr aufmerksam im Blick“, sagt ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bislang gebe es aber keine Hinweise auf eine neue Variante des Virus, die gefährlicher sei als die aktuell in Deutschland verbreitete. Dies könne sich aber noch ändern.

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Experte: "Haben in Deutschland die Situation gut im Griff"

Virologe Hendrik Streeck
Die Virologe Hendrik Streeck (Foto) und Martin Stürmer schätzen die Corona-Lage in China ein.
deutsche presse agentur

Der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer sieht das ähnlich. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind nach aktuellem Kenntnisstand keine Varianten vorhanden, die wir nicht auch haben, wohl primär BF.7“, sagt er auf Nachfrage von RTL. „Daher sollten wir mit aus China importierten Infektionen nicht unbedingt massive Probleme bekommen.“ In anderen Ländern könne das aber natürlich anders sein.

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Auch der Virologe Hendrik Streeck vom Universitätsklinikum in Bonn sieht aktuell keine Gefahr in der Infektionswelle in China. Gegenüber RTL erklärt er: „Wir haben in Deutschland die Corona Situation gut im Griff. Es ist wichtig zu verstehen, ob neue Varianten eingeschleppt werden. Das müssen wir im Auge behalten.“

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Testpflicht für Reisende aus China könnte kommen

Jeden Reisenden einzeln zu testen, hält er allerdings nicht für sinnvoll. „Es geht nicht mehr darum, jede einzelne Infektion bei den Reisenden zu erkennen“, sagt Streeck. So könne auch ein Abwassermonitoring bei Flügen aus der Region durchgeführt werden, ähnlich wie in den USA. „Das würde auch für die Grippewellen in der Zukunft helfen.“

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„Eine eindeutige Empfehlung oder besser noch Verpflichtung in China, bei Symptomen nicht zu reisen, wäre auf jeden Fall wichtig“, sagt wiederum Stürmer. Auch negative Tests als Bedingung zur Einreise seien gut vorstellbar. Damit kommt er auch der Empfehlung des Weltärztebundes nach. Dessen Vorstandsvorsitzender Frank Ulrich Montgomery hält Test- und Quarantänevorschriften bei Grenzüberschritten aus China für sinnvoll, auch für Deutschland, zumindest aus Vorsicht. (jbü)