Wer in Grenznähe zu Polen wohnt, nutzt das jetzt aus. Tanken und das deutlich günstiger als gerade bei uns. Die Spritpreise sind hochgeknallt, so muss man bei uns aktuell über 2 Euro für einen Liter Benzin oder Diesel bezahlen – hier in Slobizef, also 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, ist der Liter unglaubliche 60 Cent billiger.
„Krass, krass sag ich mal gegenüber Deutschland. Pro Liter, rechnen Sie 70,80 Liter, das macht schon viel aus, deswegen bin ich auch hergekommen, tanken und weiterarbeiten.“
Experten sagen sogar eine Anstieg auf bis zu 2,60 Euro pro Liter Sprit voraus. Und wir müssen uns auch noch bei anderen Produkten auf einen Preisschock einstellen. Woran liegt das, dass vielleicht auch das Brötchen und die Milch teurer wird?
„Ja, das liegt daran, dass die Produktionskosten dadurch teurer werden. Öl entsprechend, Produktionskosten für Lieferung usw, Gas, auch sonstige Produktion und Heizung. Daran wird das dann liegen.“
Also auch die, die kein Auto haben könnten bald weniger Geld im Portemonnaie haben, wenn der Nahost-Konflikt länger anhält. Bäckermeister Wolfgang Schmidt muss wohl bald seine Preisschilder neu schreiben. Für Brot zum Beispiel sind vielleicht bald plus 10 Prozent mehr zu berappen.
„Wir sind eigentlich eine Branche, die nicht unbedingt außer bei der Energie vom Iran abhängig sind. Aber auf Dauer wird sich das auch wieder auf Rohstoffpreise, auf Lieferkette auswirken, die ganzen Rosinen, Sultanine und die Zutaten Nüsse, was man aus der Region halt bekommt und da werden auch die Preise noch stark ansteigen.“
Das Risiko besteht also, dass wir es auch bald bei der schnellen Mittags-Currywurst merken – die könnte bald auch bis zu 10 Prozent mehr kosten. Das Motto: Alles wird teurer, ja so könnte es kommen. Auch Elektrogeräte vielleicht jetzt noch schnell kaufen, wer weiß, wie viel die Kaffeemaschine oder der Trockner bald kosten.
Wie lange müssen wir mit steigenden Preisen rechnen? Was glauben Sie?
„Das wird sehr stark von der geopolitischen Lage abhängen. Man kann da, wie gesagt, auf Finanzmarkterwartungen schauen, um einen ungefähren Blick über die Erwartungshaltung der Märkte zu bekommen. Die gehen davon aus, dass sich der Schock relativ schnell wieder zurückentwickeln wird.“
Na hoffentlich: Der Krieg ist zum Glück weit weg – doch an der Supermarktkasse und an der Zapfsäule spüren wir alle, wie nah seine Folgen wirklich sind.