Diesen Rat gibt der Experte

RS-Virus, Corona, Grippe oder Scharlach? Wie Sie Symptome richtig deuten

Scharlachwelle in Deutschland Worauf Eltern jetzt achten
02:20 min
Worauf Eltern jetzt achten
Scharlachwelle in Deutschland

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von Vera Dünnwald

Dass die Krankheitswelle nach dem Aufheben der Corona-Hygienemaßnahmen groß werden wird, haben Experten vorhergesagt, Stichwort „Rebound-Effekt“. Dennoch ist erschreckend, wie viele Menschen aktuell husten, niesen und sich mit Infekten jeglicher Art herumplagen. Habe ich mich mit dem Coronavirus infiziert? Bin ich erkältet oder ist es doch die Grippe? Auch die Kleinsten erwischt es, für sie ist die aktuelle Situation besonders tückisch, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Außerdem grassiert das tückische RS-Virus, das vor allem Babys gefährlich werden kann. Hinzu kommt, dass vor allem in Frankreich und Großbritannien immer mehr Kinder an Scharlach erkranken und auch das Robert-Koch-Insitut (RKI) vermeldet in diesem Winter einen steilen Anstieg des Erregers.

Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt im RTL-Interview, wie Sie die verschiedenen Symptome voneinander unterscheiden können.

Lese-Tipp: RKI: "Ungewöhnlich steiler Anstieg" von Infektionen – Immer mehr Fälle registriert!

Scharlach: Mediziner erklärt im Video, was Sie über die Symptome wissen müssen

Im Video schildert Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht ausführlich, welche Symptome bei Scharlach auftreten und worauf Eltern achten sollten:

  • Halsentzündung
  • Kopfschmerzen
  • nach ein paar Tagen kommt es zu typischem Hautausschlag
  • Auftreten von sogenannter „Himbeerzunge“
Dr. Specht über Scharlach-Symptome Anzeichen richtig deuten
00:35 min
Anzeichen richtig deuten
Dr. Specht über Scharlach-Symptome

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RS-Virus: Was Sie jetzt unbedingt wissen müssen

RTL-Interview mit Dr. Christoph Specht.
Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht klärt über die verschiedenen Symptome, die bei einer Infektion mit dem RS-Virus auftreten können, auf.
RTL

Seit Anfang Dezember beklagen Deutsche Intensiv- und Notfallmediziner einen dramatischen Bettenmangel in Kinderkliniken. Für eine aktuelle Ad-hoc-Umfrage hatte ihr Verband 130 Kinderkliniken angeschrieben, 110 Häuser stellten ihre Daten bereit. Die Ergebnisse sind katastrophal, die Lage in den Krankenhäusern ist ernst.

Schuld sind die vielen Infektionen mit dem RS-Virus. Es verursacht bei Babys und Kleinkindern schwere Atemwegsinfektionen und kann im Extremfall tödlich enden. Vor allem Babys sind gefährdet, weil sie noch keine ausreichende Immunität gegen diesen Virustyp ausgebildet haben.

Sollte Ihr kleines Kind folgende Symptome aufzeigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • trockener Husten
  • Trinkverweigerung
  • Halsschmerzen
  • Fieber

Außerdem sollten Sie auf die Atmung Ihres Kindes achten, wie Dr. Specht erklärt: „Eine zu schnelle, häufig rasselnde Atmung kann auf eine RS-Virus-Erkrankung hindeuten. Wenn man sieht, wie sich die Haut am Oberkörper, sprich am Brustkorb, einzieht – dann sieht man deutlich, dass die Kleinen krank sind.“

Sollte es sich in einem solchen Fall zum Beispiel um ein Frühchen handeln, „wird das immer in der Klinik behandelt werden müssen.“

Wichtig: Appetitlosigkeit, isolierte Kopfschmerzen sowie der Geschmacks- oder Geruchsverlust, wie wir ihn bei Corona-Erkrankungen kennengelernt haben, spiele bei einer Infektion mit dem RS-Virus keinerlei Rolle, so der Mediziner.

Lese-Tipp: Die wichtigsten Impfungen für Babys und Kinder

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Im Video: RS-Virus breitet sich aus

RS-Virus breitet sich aus Kinderkliniken schlagen Alarm
01:36 min
Kinderkliniken schlagen Alarm
RS-Virus breitet sich aus

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Corona: DAS sind die Symptome

Seit über zweieinhalb Jahren ist das Coronavirus aus unserem alltäglichen Leben kaum noch wegzudenken. Auch wenn Maßnahmen zur Eindämmung größtenteils weggefallen sind, grassiert Covid-19 noch immer. Das Tückische seit jeher: Die Symptome des Subtyps Omikron – besonders BA.4 und BA.5 – ähneln ziemlich deutlich denen einer Erkältung. „Man kann sie kaum von denen unterscheiden, die bei einem grippalen Infekt auftreten“, so Dr. Specht.

Das liege daran, dass sich das Coronavirus – und damit auch die verschiedenen Varianten – immer mehr in Richtung Erkältungsvirus entwickeln würde. „Insofern gleichen sich da auch die Symptome an. Aber das ist gut! Dass Corona zum Erkältungsvirus wird, ist das Beste, was uns passieren kann“, erklärt der Mediziner.

Zu den gängigsten Symptomen zählen nach wie vor folgende Beschwerden:

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Gliederschmerzen, Rückenschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen (inklusive Niesen) und Husten
  • Kopfschmerzen

Was jedoch nicht bedeutet, dass es nur diese Krankheitsmerkmale sind, die auftreten. Auch Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Nachtschweiß können ein Zeichen für eine Corona-Erkrankung sein, ebenso der Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns. Ebenfalls wichtig: „Manche Menschen wiederum haben gar nichts.“

Erkältung und Grippe: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten

Ein Mädchen liegt krank im Bett.
Grippe und Erkältung ähneln sich zum Teil - doch es gibt entscheidende Unterschiede.
imago, imago stock&people

Vorab gilt: Als echte Grippe bezeichnet man eine Erkrankung durch den Influenza-Virus. Ein grippaler Infekt ist eine einfache Erkältung. Das Tückische bei der Grippe: „Sie kommt plötzlich, sprich innerhalb von ein bis zwei Stunden – und dann recht heftig.“

Patienten klagen über:

  • Fieber
  • starke Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost und Schweißausbrüche
  • schmerzhafter Husten ABER kaum Schnupfen
  • Appetitlosigkeit
  • starke Müdigkeit

Dr. Specht erklärt: „Wer schon häufiger an Grippe erkrankt oder dagegen geimpft ist, bei dem können die Symptome auch schon mal schwächer sein. Sie sind dann nicht mehr klar ausgeprägt, was gut ist, aber auch eine Diagnose schwerer macht.“

Insgesamt hat eine Grippe weitaus extremere Auswirkungen als eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt. Bei dieser handelt es sich um eine Viruserkrankung, die mit folgenden Symptomen einhergeht:

  • Schnupfen (häufiges Niesen, laufende Nase)
  • Husten
  • Halskratzen beziehungsweise Halsschmerzen
  • leichtes Fieber
  • leichte Gliederschmerzen
  • Müdigkeit

Eine hundertprozentige Unterscheidung könne am Ende nur der Arzt machen, zum Beispiel mittels eines PCR-Tests. (mit mjä/ubr/fku)

Lese-Tipp: Erkältung geht nicht weg: Wann sollte ich zum Arzt?