Ein Virus hält die Welt in Atem

Chronologie Coronavirus - Entwicklungen vom Samstag, 18. April

19. April 2020 - 13:56 Uhr

Im Video: Das sind die neuen Regeln

+++Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie im Liveticker. +++

Seit Wochen befindet sich Deutschland im sogenannten "Lockdown". Während es erste vorsichtige Schritte "zurück" gibt, geht der Kampf gegen das Virus auf der ganzen Welt weiter. Im Live-Ticker erfahren sie alle wichtigen Infos und Entwicklungen.

Hier finden Sie eine Übersicht der Maßnahmen der Bundesländer und hier alles von A bis Z, was Sie über das Coronavirus wissen müssen.​

TVNOW-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Wie besiegen wir Corona? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Stunde Null - Wettlauf mit dem Corona-Virus" (Teil 2)

+++ Meldungen vom Samstag +++

RTL NEWS empfiehlt

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Johns-Hopkins-Universität: Aktuelle Zahlen der Corona-Infizierten weltweit

Land Infizierte Tote
Weltweit 2.297.712 158.202
USA 716.883 37.659
Spanien 191.726 20.043
Italien 175.925 23.227
Frankreich 149.146 19.345
Deutschland 142.872 4.426
Großbritannien 115.300 15.497
China 83.787 4.636

21:45 Uhr - Spaniens Regierung will Ausgangssperre erneut verlängern

In der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land erneut um zwei weitere Wochen bis Mitternacht des 9. Mai verlängern. Das kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am späten Samstagabend in einer Rede an die Nation an. Über die Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, wird das Parlament wieder abstimmen müssen. Es wird jedoch eine breite Unterstützung auch der Opposition erwartet. Der sozialistische Politiker verkündete derweil auch die Absicht, die strikte, seit dem 15. März geltende Ausgangssperre ab dem 27. April vor allem für Kinder bis zwölf Jahre etwas zu lockern. Über die Maßnahmen zur Lockerung sei allerdings noch nichts entschieden worden, sagte Sánchez. 

21:16 Uhr - Italien: Menschenauflauf bei Beerdigung von Bürgermeister

Die Beerdigung eines an Covid-19 gestorbenen Bürgermeisters hat in Italien für Aufsehen gesorgt. Bei der Feier in dem Ort Saviano bei Neapel waren Medien zufolge rund 200 Menschen anwesend, obwohl im ganzen Land strikte Ausgangssperren gelten und Menschenansammlungen verboten sind. «Die Gesetzesvorschriften sind auf schwerwiegende Art und Weise verletzt worden», erklärte der Regionalpräsident von Kampanien, Vincenzo De Luca, am Samstag. In Italien sind bisher mehr als 23.000 infizierte Menschen gestorben, vor allem der Norden ist betroffen. Beerdigungsfeiern sind wegen Ansteckungsgefahr derzeit verboten.

21:14 Uhr - Israel kündigt Lockerung von Ausgangsbeschränkungen an

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Lockerung der Regeln zum Schutz gegen das Coronavirus angekündigt. Dies sei möglich, weil Israel unter den OECD-Ländern vergleichsweise gut dastehe im Umgang mit der Corona-Krise. "Wir haben eine der niedrigsten Sterberaten", sagte Netanjahu. "Dies ermöglicht Schritte in Richtung einer Lockerung." Von Sonntag an solle nun eine "verantwortliche und stufenweise Lockerung" der Schutzmaßnahmen erfolgen. Statt bislang 15 Prozent dürften nun 30 Prozent der Angestellten wieder zurück an ihren Arbeitsplatz kommen, unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.

21:00 Uhr - Amazon setzt Wärmebildkameras ein

Der Online-Versandhändler Amazon setzt an einigen Standorten Wärmebildkameras zur Eindämmung des Coronavirus ein. Um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu unterstützen, werde bereits täglich ihre Temperatur gemessen, erklärte Amazon-Sprecherin Kristen Kish am Samstag auf Anfrage. An einigen Standorten würden nun zusätzlich Wärmebildkameras eingesetzt, um die Maßnahme zu optimieren. An welchen Standorten die Wärmebildkameras eingesetzt werden, gab Kish nicht bekannt.

Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen regelrecht explodieren lassen. Das Unternehmen tut sich mit dem Ansturm schwer, viele Kunden müssen derzeit lange warten oder können gar keine Bestellungen aufgeben. Amazon wird zudem vorgeworfen, in der Corona-Krise nicht genug für den Schutz der Mitarbeiter zu unternehmen. Der Konzern hatte deshalb schon mit Protesten und Arbeitsniederlegungen zu kämpfen.

20:34 Uhr - Türkei verlängert Reisebeschränkungen für 31 Städte

Zur Eindämmung des Coronavirus verlängert die Türkei die Reisebeschränkungen für 31 Städten und Provinzen um zwei Wochen. Die Grenzen der betroffenen Regionen bleiben für Reisen auf dem Land-, Luft- und Seeweg geschlossen - ausgenommen ist der Transport unverzichtbarer Güter, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag unter Berufung auf das Innenministerium berichtete. Seit gut zwei Wochen sind die Städte, darunter die Hauptstadt Ankara und die Metropole Istanbul, nach außen weitgehend abgeschottet. Die Bewohner brauchen für Reisen in andere Städte eine Genehmigung. In den 31 Städten beziehungsweise Provinzen galt an diesem Wochenende zudem erneut eine weitgehende zweitägige Ausgangssperre.

20:15 Uhr - Einige Strände in Florida öffnen trotz Corona-Krise wieder

Surfen und spazieren gehen erlaubt, sonnenbaden verboten: Im Norden des US-Bundesstaates Florida sind einige Strände trotz der anhaltenden Corona-Krise unter verschärften Bedingungen wieder geöffnet worden. In einem Tweet rief die Behörde für Krisenmanagement der Stadt Jacksonville Bürger am Samstag dazu auf, beim Strandbesuch einen Abstand von rund zwei Metern zu anderen Menschen einzuhalten. "Das kann der Beginn des Weges zurück zum normalen Leben sein", sagte Bürgermeister Lenny Curry am Freitag laut einer Mitteilung und appellierte an die Menschen, sich an die geltenden Einschränkungen zu halten. Im stärker vom Coronavirus betroffenen Süden des Bundesstaates blieben Strände weiter geschlossen.

20:00 Uhr - Trotz Corona-Beschränkungen: 10.000 bei Beisetzung in Bangladesch

Trotz der Corona-Krise haben in Bangladesch Tausende Anhänger die Beisetzung eines Predigers und islamistischen Politikers besucht. Menschen sammelten sich auf dem Gelände einer Religionsschule in der Verwaltungseinheit Sarail im Nordosten des Landes, um Jubayer Ahmed Ansari die letzte Ehre zu erweisen. Ansari war ein Anführer der islamistischen Partei Khelafat Majlish und Leiter der Religionsschule. Der örtliche Polizeichef bezifferte die Zahl der Menschen auf schätzungsweise 10.000. Ansari war am Freitag im Alter von 69 Jahren gestorben.

19:45 Uhr - "One World - Together At Home" - Corona-Konzert mit Weltstars

Mit einem virtuellen Benefiz-Konzert wollen Weltstars wie die Rolling Stones, Elton John, Paul McCartney und Taylor Swift im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen. Das Event "One World: Together at Home" wird am Samstag ab 20:00 Uhr MESZ als mehrstündiger digitaler Livestream in sozialen Medien und bei Streaming-Anbietern zu sehen sein, in der Nacht zum Sonntag (ab 0200 MESZ) folgt dann eine zweistündige globale TV-Show, ebenfalls im Netz und bei Fernsehsendern wie NBC und CBS im Programm. Mehr als 100 Größen aus Musik, Fernsehen und Sport nehmen teil, wie die Veranstalter mitteilten. Auch die hessische Popband Milky Chance tritt auf.

US-Sängerin Lady Gaga ist als Mit-Organisatorin gemeinsam mit der Hilfsbewegung Global Citizen an Bord. Mit dem Konzert soll Geld zugunsten eines Fonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gesammelt werden. 

19:15 Uhr - Polizei löst unerlaubte Demo mit Hunderten Teilnehmern in Berlin auf

Am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin haben Hunderte Menschen an einer unerlaubten Demonstration teilgenommen. Die Polizei löste die Zusammenkunft auf. Per Lautsprecher wurden die Teilnehmer gebeten, sich zu zerstreuen. Dem seien die die Demonstranten auch nachgekommen, erklärte eine Polizeisprecherin. Vereinzelt sei zu freiheitsbeschränkenden Maßnahmen gegriffen worden.

Wie an den Wochenenden zuvor hatten sich die Demonstranten an der Volksbühne versammelt, um gegen eine von ihnen befürchtete Einschränkung von Grundrechten in der Corona-Krise zu demonstrieren.

18:53 Uhr - Portugal will Maßnahmen gegen Coronavirus im Mai lockern

Portugal will im Mai die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verhängten Maßnahmen schrittweise lockern. Die neuen Regeln wolle er am 30. April bekanntgeben, sagte der sozialistische Ministerpräsident António Costa im Interview der Wochenendzeitung Expresso. Costa hatte schon vorher durchblicken lassen, dass seine Regierung nach Ende des noch bis zum 2. Mai geltenden Ausnahmezustands unter anderem eine Öffnung des Einzelhandels, von Friseurläden und von Kindergärten in Erwägung zieht. Auch Restaurants und Cafés sowie Kinos und andere Kultureinrichtungen könnten noch vor dem Sommer wieder öffnen. Große Ansammlungen von Menschen werde es aber auch in den Sommermonaten nicht geben dürfen.

18:45 Uhr - Wolfsburg führt Maskenpflicht ab Montag ein

Angesichts der vorsichtigen Öffnung von Geschäften führt auch die Stadt Wolfsburg am Montag eine Maskenpflicht ein. Diese gelte in den Geschäften, in öffentlichen Gebäuden, Arztpraxen, medizinischen Einrichtungen und in Bussen, teilte die Kommune am Samstag mit. Mit einer Übergangsfrist von einer Woche gelte sie zunächst bis zum 6. Mai. Ausgenommen seien Kinder unter sechs Jahren. Auch wenn erste Geschäfte wieder öffnen dürften, sei die Gefahr des Coronavirus noch lange nicht gestoppt und überwunden, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs: "Wir müssen weiterhin gut Acht geben, dass wir uns nicht gegenseitig anstecken und die Risikogruppen sowie unser Gesundheitssystem nicht gefährden." Die Details der Verordnung sollen am Sonntag veröffentlicht werden. 

18:43 Uhr - Weniger Corona-Patienten in New Yorks Krankenhäusern

Im besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York hat sich die Lage in den Krankenhäusern etwas entspannt. Die Zahl der Covid-19-Patienten sei in den letzten drei Tagen kontinuierlich gesunken, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Das seien gute Nachrichten, erklärte der Demokrat, verwies aber zugleich auf eine weiterhin hohe Sterberate. Am Vortag seien 540 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben und weitere 2000 Personen positiv getestet worden. Insgesamt sind in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern bereits mehr als 226 000 Menschen infiziert und mehr als 16 000 gestorben.

Cuomo betonte, es seien deutlich mehr Tests notwendig, bevor an eine Öffnung der Wirtschaft in New York zu denken sei. Es gebe weiterhin Engpässe bei den Testverfahren. Der Gouverneur verlangte zusätzliche Unterstützung aus Washington. Am Donnerstag hatte Cuomo die relativ strengen Ausgangsbeschränkungen in New York bis Mitte Mai verlängert. 

18:17 Uhr - Kanada und USA verlängern weitgehende Grenzschließung

Im Kampf gegen das Coronavirus soll die Grenze zwischen den USA und Kanada für weitere 30 Tage weitgehend geschlossen bleiben. "Das ist eine wichtige Entscheidung und eine, die Menschen auf beiden Seiten der Grenze schützt", sagte der kanadische Premierminister Justin Trudeau am Samstag in Ottawa. Ziel sei weiterhin, jeden nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinische Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten, machte Trudeau deutlich. Die beiden Ländern hatten eine entsprechende Vereinbarung vor einem Monat getroffen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, die Grenze zu Kanada werde eine derjenigen sein, die früh wieder geöffnet werde. "Kanada geht es gut. Uns geht es gut. Wir werden sehen. Aber irgendwann werden wir das tun", hatte Trump gesagt.

17:55 Uhr - Britischer Kulturminister: Kauft Zeitungen!

Der britische Minister für Kultur und Medien, Oliver Dowden, hat seine Landsleute zum Kauf von Zeitungen in der Corona-Krise aufgerufen. "Gerade jetzt leistet die Nachrichtenindustrie einen lebenswichtigen öffentlichen Dienst, indem sie den Menschen wichtige Informationen über den Verlauf der Pandemie liefert", schrieb der Minister am Samstag in der Times. Ein Rückgang der Medien hätte weitreichende Folgen für die Demokratie.

Die Presse kämpfe derzeit mit der wohl größten existenziellen Krise in ihrer Geschichte. "Nationale, regionale und lokale Zeitungen sind einem enormen finanziellen Druck ausgesetzt, vor allem wegen des Einbruchs der kommerziellen Werbung auf ihren Druckseiten und Websites", schrieb Dowden. Mehrere Verlage haben bereits in Großbritannien wegen der Krise die Gehälter von Mitarbeitern gekürzt.

17:30 Uhr - Verfassungsrichter kippen Stuttgarts Demoverbot

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts haben rund 50 Menschen in Stuttgart an einer zunächst untersagten Demonstration teilgenommen. Die Stadt sah sich durch den Richterspruch veranlasst, das von ihr erlassene Verbot der Kundgebung am Samstag auf dem zentralen Schlossplatz zurückzunehmen. 

Unter der Beachtung eines Abstandes von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern und einer Distanz zu Passanten von 2 Metern könne die Versammlung am Samstagnachmittag stattfinden, teilte die Stadt mit. Ein Privatmann hatte die Demonstration gegen die Einschränkung der Grundrechte in der Corona-Krise mit maximal 50 Teilnehmern angemeldet. 

16:55 Uhr - SPD-Bildungspolitiker fordert: Kein Schüler soll sitzenbleiben

Der SPD-Bildungspolitiker Thomas Hartung hat wegen der Corona-Krise einen Verzicht auf das Sitzenbleiben von Schülern gefordert. "Die vor den Corona-bedingten Schulschließungen gegebenen Noten bilden das Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler nur ausschnitthaft ab", erklärte Hartung am Samstag. Eine Bewertung der von den Schülern zuhause bearbeiteten Aufgaben könne nicht die Beurteilung mündlicher Leistungen oder der Mitarbeit im Unterricht ersetzen, betonte der bildungspolitische Sprecher der Thüringer SPD-Fraktion. 

Seiner Meinung nach sollen die Schüler wegen der Schulschließungen seit dem 17. März keine Nachteile erleiden. In Fächern, bei denen es vor allem um die Bewertung praktischer Fähigkeiten gehe, wie zum Beispiel in Sport, sei eine angemessene Benotung in diesem Schuljahr nicht möglich. «In diesem Schuljahr darf es deshalb kein Sitzenbleiben geben», betonte Hartung. Mehrere Bundesländer wie Hessen, Bayern oder Nordrhein-Westfalen haben bereits angekündigt, dass dieses Jahr wegen der Corona-Krise kein Schüler sitzenbleiben soll.

15:55 Uhr - Krankschreibung per Telefon: Bayern für Verlängerung

Bayern pocht auf die Ausnahmeregelung bei Krankschreibungen für Arbeitnehmer. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kritisierte am Samstag, dass Arbeitnehmer für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden vom kommenden Montag an wieder zum Arzt gehen müssen. "Dieser Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist mit Blick auf die Gefahren durch die Corona-Pandemie verfrüht. Denn zum jetzigen Zeitpunkt ist es wichtig, Infektionsrisiken konsequent zu vermeiden", erklärte Huml.

Sie fordert deshalb eine Verlängerung der Ausnahmeregelung, dass Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich sind. Es sei zu befürchten, dass sonst auch Covid-19-Patienten wieder in den Arztpraxen erschienen und dadurch andere Menschen ansteckten. "Das muss verhindert werden", betonte Huml.

15:30 Uhr - Arbeitsminister Heil für Anhebung von Kurzarbeitergeld

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich für eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes in der Coronakrise ausgesprochen. "Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeutet Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch. Miete und Rechnungen müssen ja weiterbezahlt werden. Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Kurzarbeit gilt in Politik und Wirtschaft als probates Mittel für Unternehmen, um einige Wochen oder Monate der Flaute zu überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die Beschäftigten erhalten dann 60 Prozent - mit Kindern 67 Prozent - des Nettoverdienstausfalles. In einigen Branchen stocken die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aber nach tariflichen Vereinbarungen auf.

13:54 Uhr - Angebot an DFL: Tönnies will in Firmenlabor Corona-Tests durchführen

Fleischfabrikant Clemens Tönnies, gleichzeitig Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, möchte in seinem Firmenlabor künftig Corona-Tests durchführen lassen und hat entsprechende Unterstützung auch der Deutschen Fußball Liga (DFL) angeboten. "Es gab einen Austausch. Die Entscheidung liegt nun bei der DFL", sagte Tönnies der Deutschen Presse-Agentur: "Wenn sie genug Test-Kapazitäten haben, stellen wir unsere anderen zur Verfügung."

Um die Sicherheit bei den möglicherweise bevorstehenden Geisterspielen zu garantieren, erwägt die DFL, Spieler, Trainer und Mitglieder der Funktionsteams alle drei Tage mit einem Schnelltest auf Corona zu testen. Bis zum Saisonende würden so wohl etwa 20.000 Tests fällig.

13:28 Uhr - Mehr als 20.000 Coronavirus-Tote in Spanien

Im besonders stark von der Pandemie betroffenen Spanien hat die Zahl der Virus-Toten die Schwelle von 20.000 überschritten. Das Gesundheitsministerium in Madrid meldet 20.043 Todesopfer, 565 mehr als am Freitag. Damit verlangsamte sich der Zuwachs etwas. Fast 192.000 Infektionen sind dem Ministerium zufolge inzwischen registriert. Am Freitag waren es etwas über 188.000.

11:24 Uhr - Veranstalter fordern Klarheit beim Verbot von Großveranstaltungen

Die Veranstaltungsbranche fordert von der Politik Klarheit zum weiteren Vorgehen bei Konzerten und anderen Veranstaltungen. Hintergrund ist die Vereinbarung von Bund und Ländern, dass wegen der Corona-Krise alle Großveranstaltungen bis Ende August untersagt bleiben sollen. Bisher sei nur in Ausnahmefällen klar, was seitens der Bundesländer als Großveranstaltung betrachtet werde, sagte der geschäftsführende Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungsbesucher (BDKV), Jens Michow, laut einer Mitteilung. Man bitte alle Landesregierungen nachdrücklich um klare Vorgaben. "Nur so wird es möglich sein, weitere Schäden auf Seiten aller Veranstaltungsbeteiligten zu vermeiden."

11:06 Uhr - Mangel an Schutzkitteln in britischen Kliniken

In den britischen Kliniken werden Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus bedrohlich knapp. Es wird erwartet, dass noch an diesem Wochenende die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einweg-Kittel auf vielen Intensivstationen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Lagerbestände sind nach offiziellen Angaben aufgebraucht. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der am Samstag auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stieß. Sie befürchten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für das Klinikpersonal.

10:52 Uhr - Gericht weist Eilanträge gegen Schließung von Warenhäusern zurück

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat die Eilanträge von zwei Warenhausbetreibern gegen die Schließung ihrer Häuser in Brandenburg wegen der Corona-Krise zurückgewiesen. Demnach sei die Schließung im Hinblick auf den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung verhältnismäßig, teilte das OVG am Freitagabend mit.

Die Eilanträge richteten sich gegen die bis Sonntag geltende Eindämmungsverordnung. Diese sei durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt und mit dem Grundgesetz vereinbar, entschieden die Richter. Warenhäuser müssten nicht gleich behandelt werden wie Einzelhandelsgeschäfte, die der Grundversorgung der Bevölkerung dienen und deshalb von der Schließung ausgenommen sind, hieß es in der Mitteilung. Die Beschlüsse seien unanfechtbar.

Ab kommender Woche ändern sich die Regeln: Das Brandenburger Kabinett hatte am Freitag beschlossen, dass kleinere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern von Mittwoch an unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen dürfen.

10:33 Uhr - Russland mit bisher höchstem Anstieg an neuen Corona-Fällen

In Russland ist die Zahl der Todesfälle um 40 auf 313 gestiegen. Die Behörden meldeten 4.785 Neuinfektionen - der bisher höchste Anstieg. 2.649 davon und 21 Tote gab es allein in Moskau, dem Zentrum des Ausbruchs in Russland. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in dem Land summiert sich inzwischen auf 36.793.

10:01 Uhr - Wissenschaftler rechnen mit weniger Toten in den USA

Die Einhaltung der Abstandsregeln in den USA könnte zu weniger Toten als zuvor befürchtet führen, wie ein Modell der Universität von Washington zeigt. Die Wissenschaftler rechnen nun mit rund 60.000 Toten bis Anfang August, vor einigen Tagen waren sie noch von fast 69.000 ausgegangen. Als wichtigsten Grund für die niedrigere Zahl nannten sie die strikte Einhaltung der Beschränkungen im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft in den vergangenen vier Wochen. Die Menschen hielten sich strenger an die Regeln als die Forscher erwartet hatten. In Bundesstaaten mit einer niedrigen Zahl an Todesfällen wie Vermont, West Virginia, Montana und Hawaii könnten ab dem 4. Mai einige Vorschriften gelockert werden, solange Zusammenkünfte mehrere Menschen weiter eingeschränkt seien, hieß es.

07:11 Uhr - 3.609 Neuinfektionen und 242 weitere Tote in Deutschland

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 137.439 gestiegen, das ist ein Plus von 3609 im Vergleich zum Freitag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 242 auf 4.110. Genesen sind rund 85.400 Menschen - das sind rund 3.600 mehr, wie das RKI auf seiner Internetseite mitteilte.

04:21 Uhr - Bericht: Mindestens 7.000 Corona-Tote in US-Seniorenheimen

In den USA sind einem Medienbericht zufolge mindestens 7.000 Menschen in Seniorenheimen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit stehen rund ein Fünftel aller Todesfälle infolge der Corona-Pandemie in den USA in Verbindung mit einer solchen Einrichtung, wie aus einer Zählung der "New York Times" (Onlineausgabe Freitag) hervorgeht. Bis zum Freitagabend waren nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität landesweit in den USA über 36.000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Insgesamt wurden in den USA bereits über 700.000 Infektionen gemeldet.

04:08 Uhr - Arbeitsminister Heil für Anhebung von Kurzarbeitergeld

Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil hat sich für eine Anhebung des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise ausgesprochen. "Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeutet Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch. Miete und Rechnungen müssen ja weiterbezahlt werden. Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag).

Kurzarbeit gilt in Politik und Wirtschaft als probates Mittel für Unternehmen, um einige Wochen oder Monate der Flaute zu überbrücken, ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Die Beschäftigten erhalten dann 60 Prozent - mit Kindern 67 Prozent - des Nettoverdienstausfalles. In einigen Branchen stocken die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aber nach tariflichen Vereinbarungen auf.

01:12 Uhr - Trump rechnet mit 60.000 bis 65.000 Corona-Toten in USA

Die US-Regierung rechnet jetzt nach Angaben von Präsident Donald Trump mit 60.000 bis 65.000 Toten infolge der Coronavirus-Pandemie in den USA. Die Zahl liege weit unter früheren Vorhersagen von mindestens 100.000 Toten in den Vereinigten Staaten, sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Jeder einzelne Tote sei einer zu viel, betonte der Präsident. "Ich denke, dass wir hoffentlich erheblich unter den 100.000 bleiben werden." Er fügte hinzu: "Im Moment bewegen wir uns wahrscheinlich auf etwa 60.000, vielleicht 65.000 zu.

00:14 Uhr - Liverpool-Coach Klopp über erzwungene Auszeit

ARCHIV - 15.02.2020, Großbritannien, Norwich: Fußball: Premier League, England, Norwich City - FC Liverpool, 26. Spieltag, im Carrow Road Station: Jürgen Klopp aus Deutschland, Trainer von FC Liverpool. (zu dpa: «Medien: Premier-League-Clubs wollen S
Jürgen Klopp spricht über seinen neuen Alltag in der Coronakrise
© dpa, Adam Davy, kno gfh nic

Jürgen Klopp hat einen humorvollen Einblick in seine unverhoffte Freizeit während der Coronakrise gegeben. "Im Moment gibt es ja nicht so viele gute Dinge. Aber eine gute Sache ist, dass ich Zeit für Neues habe", sagte der Teammanager des Premier-League-Spitzenreiters FC Liverpool in einem Video-Interview auf der Vereinshomepage.

"Ich bin jetzt für das Spülen verantwortlich. Das ist gut, ich genieße das. Ich beherrsche diese kleine Maschine inzwischen ziemlich gut", sagte Klopp. Zudem habe er zum ersten Mal in seinem Leben Rührei gemacht. Für die kommende Woche habe er ebenfalls schon eine Aufgabe: "Ich bin jetzt 52 Jahre alt, aber ich kann keine Krawatte binden. Am Ende der Woche werde ich das können."

Mit seinen Spielern sei er vor allem über eine Chatgruppe in Kontakt. Wegen der Coronakrise pausiert zur Zeit auch die englische Premier League. Dem FC Liverpool fehlen nur noch zwei Siege bis zur ersten Meisterschaft seit 30 Jahren.

+++ Meldungen vom Freitag +++

23:26 Uhr - Wegen Corona bleibt in Hessen kein Schüler sitzen

Schülerinnen und Schüler in Hessen müssen nicht damit rechnen, sitzen zu bleiben. "Da die Leistungsbewertung in diesem Schulhalbjahr nur eingeschränkt möglich sein wird, soll in der Regel eine Versetzung erfolgen", erklärte das Ministerium. In Fällen, bei denen schon vor Schließung der Schulen wegen des Coronavirus die schulischen Leistungen womöglich nicht für eine Versetzung gereicht hätte, soll das Gespräch mit Schüler und Eltern gesucht werden, um auf die Möglichkeit der freiwilligen Wiederholung des Schuljahres hinzuweisen.

22:46 Uhr - Über 1.000 Soldaten auf französischem Flugzeugträger infiziert

Mehr als tausend Soldaten haben sich bei einem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" infiziert. Mehr als 2.000 Militärs, die auf dem Flugzeugträger oder ihren Begleitschiffen unterwegs waren, seien getestet worden, sagte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag. Einige warten immer noch auf ihre Testergebnisse, die Zahl könnte also noch steigen. Bisher gebe es 1.041 positive Test; mehr als 500 Militärs hätten Symptome, 24 seien im Krankenhaus, einer von ihnen werde auf der Intensivstation behandelt, sagte die Ministerin.

Das riesige Kriegsschiff war am Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen, nachdem an Bord Dutzende Infektionen bestätigt worden waren. Die Soldaten wurden in Toulon und Umgebung für zwei Wochen isoliert. Der Ursprung der Kontamination ist weiter unklar

Französischer Flugzeugträger "Charles de Gaulle"
An Bord des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" haben sich über 1.000 Soldaten infiziert.
© imago images/Xinhua, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

22:39 Uhr - Rolling Stones, Elton John und viele mehr geben online ein Benefiz-Konzert

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen nun auch die Rolling Stones andere Weltstars wie Elton John, Paul McCartney, Stevie Wonder und Taylor Swift bei einem virtuellen Benefiz-Konzert unterstützen. Die britische Rockband um Mick Jagger werde mit mehr als 100 Größen aus Musik, Fernsehen und Sport bei dem Event "One World together at home" mitmachen, gaben die Veranstalter am Freitag bekannt. Auch die hessische Popband Milky Chance tritt bei dem Internet-Event auf.

US-Sängerin Lady Gaga ist als Mit-Organisatorin gemeinsam mit der Hilfsbewegung Global Citizen an Bord. Mit dem Konzert soll Geld zugunsten eines Fonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gesammelt werden.

Das Konzert besteht aus zwei Teilen: Am Samstag (18. April, 20.00 bis 02.00 Uhr) ist es als mehrstündiger digitaler Livestream in sozialen Medien und bei zahlreichen Streaming-Anbietern zu sehen, in der Nacht zum Sonntag dann als globale TV-Show ebenfalls im Netz und bei Fernsehsendern wie NBC und CBS.

22:30 Uhr - Aktuelle Zahlen der Corona-Infizierten weltweit

Land Infizierte  Tote 
Weltweit 2.216.228 151.006
USA 684.920 34.575
Spanien  188.093 19.613
Italien  172.434 22.745
Frankreich  147.121 18.681
Deutschland 139.134 4.203
Großbritannien  109.769 14.576
China  83.760 4.636

21:56 Uhr - Mehr als 150.000 Tote weltweit

Trotz weltweiter Maßnahmen gegen das neue Coronavirus sind nach Daten von US-Forschern inzwischen mehr als 150.000 damit infizierte Menschen gestorben. Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen lag der Johns-Hopkins-Universität zufolge am Freitagabend bei mehr als 2,2 Millionen. Das bis vor gut drei Monaten praktisch noch völlig unbekannte Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Ab hier finden sie weitere Meldungen vom 17. April

+++ Alle weiteren Meldungen vom 17. April 2020 +++