Fröhlich lachend, so ist Yosef allen in Erinnerung. Der 14-Jährige war im Schützenverein und extrem beliebt, bis er brutal aus dem Leben gerissen wurde. Erstochen finden Spaziergänger den Jugendlichen Ende Januar am Waldsee bei Dormagen. Für seine Mutter unerträglich, immer wieder erinnert sie sich an die letzten Momente mit ihrem Sohn.
Lili Melaku, Yosefs Mutter: „Er hat noch Mittag gegessen und ist gegen 12:00 aus dem Haus gegangen. Er wirkte nervös und war aufgeregt. Und er hat mir gesagt, dass er so schnell wie möglich wiederkommen wird."
Doch der Junge aus Eritrea, der mit seiner Mutter in einer Einrichtung lebte, kommt nicht wieder.
Über die Auswertung seines Handys soll die Polizei jetzt dem Tatverdächtigen auf die Spur gekommen sein – und der ist selbst noch ein Kind.
Nachbarin Kerstin Ruhe kannte Yosef und hat den Trauermarsch für ihn organisiert – sie ist heute Vormittag von der neuen Entwicklung des Falls erschüttert.
Kerstin Ruhe, Nachbarin: „Ein Kind, das ein Kind so zurichtet. In welcher Welt leben wir mittlerweile? Wie kann das sein? Wie kann ein zwölfjähriges Kind so was an Wut und Hass entwickeln in sich. Ich verstehe das nicht. Es ist für mich unbegreiflich!"
Heute Nachmittag wird hier in Dormagen die Trauerfeier für Yosef stattfinden.