Abou-Chaker-Sekretärin widerspricht den Aussagen des Rappers

Bröckelt jetzt Bushidos Glaubwürdigkeit?

Zeugin Caro W. belastet Bushido
Zeugin Caro W. belastet Bushido
© RTL

23. April 2021 - 10:25 Uhr

Bushido-Prozess: Hat der Rapper gelogen?

Die letzten acht Monate waren eine große Bushido-Show am Berliner Landgericht. Denn bislang drehte sich alles um die Aussagen und die Biografie des Rappers. Doch nach dem Ende seiner Befragung vergangene Woche fehlte Bushido am 31. Verhandlungstag zum ersten Mal im Gerichtssaal. Dafür sprechen jetzt die Zeugen. Dabei baut Arafat Abou-Chakers Sekretärin Caro W. gleich mal ordentlich Druck auf.

Abou-Chaker-Sekretärin Caro W.: Sie als Zeugin hält Vorwurf für "Blödsinn"

Heute streiten Rapper und Clan-Chef vor Gericht
Einst dicke Freund und Geschäftspartner: Bushido und Arafat Abou-Chaker
© imago/Mauersberger, imago stock&people

Nach so langen Verhandlungen kann man schon mal vergessen, worum es in dem Mega-Prozess eigentlich geht. Also blicken wir nochmal auf den Gerichtstext. Darin heißt es:

Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft dem 44-jährigen Arafat A.-C. in diesem Zusammenhang u.a. versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue vor.

Im Fokus ist dabei der Tag, als Bushido aus dem Geschäftsverhältnis mit dem Clan-Boss aussteigen wollte. Damals soll Arafat Abou-Chaker ihn im Büro eingesperrt und eine Flasche nach ihm geworfen haben. Deshalb auch Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung.

"Dass Bushido eingeschlossen wurde, halte ich für Blödsinn", sagt heute die Sekretärin Caro W. vor Gericht. Sie sagt, es sei völlig normal gewesen, dass die Räume abgeschlossen wurden – anders als der Rapper behauptet hatte. Im Gegenteil, er habe das sogar selbst gewollt:

"Es kam oft auf Wunsch von Bushido vor, er hat das dann gesagt und ich habe die Tür dann abgeschlossen", sagt Caro W.

Caro W. widerspricht seinen Aussagen: Verliert Rapper Bushido jetzt an Glaubwürdigkeit?

Aber von Einsperren könne keine Rede sein, die Fernbedienung zum Öffnen der Tür lag immer griffbereit auf dem Schreibtisch der Zeugin. Jetzt muss man dazu sagen, dass Caro W. bis heute noch für Arafat Abou-Chaker arbeitet, ihm also weiterhin sehr Nahe steht. Trotzdem ist Bushidos Glaubwürdigkeit nach den Aussagen angekratzt.

Und es ging sogar noch weiter. Kommen wir nochmal zurück zum Gerichtstext:

Dem mitangeklagten Rommel A.-C. wird vorgeworfen, im März 2018 in Absprache mit Arafat A.-C. – aber ohne Wissen von "Bushido" – 180.000,- Euro von deren gemeinsamen Firmenkonto abgehoben und Arafat A.-C. übergeben zu haben.

Rommel und Arafat Abou-Chaker sollen also Geld geklaut haben. Dazu sagt Caro W.:

"Es gab ein kurzes Gespräch über das Geld neben meinem Schreibtisch zwischen Arafat, Rommel und Bushido. Die Situation wurde einvernehmlich verlassen. Bushido hat zugestimmt und Arafat und Bushido haben genickt."

"Ohne Wissen von Bushido" – davon kann also laut Caro W. keine Rede sein. Der nächste Angriff auf die Glaubwürdigkeit. Hat der Rapper also gelogen?

Für Bushido mögen die vergangenen Monate vor Gericht anstrengend gewesen sein. Doch zu Hause sitzen und zuhören, wie seine Aussagen ein Zweifel gezogen werden, das ist vermutlich nicht viel entspannter.

Immerhin, entspannter war es heute im Gerichtssaal. Im Video erzählt Gerichtsreporterin Samina Faizi, die jeden Prozesstag begleitet hat, wie sich die Atmosphäre ohne Bushido verändert hat.

Insider-Infos zum Prozess ab Freitag im Podcast "Crime and the City"

Und wer mehr über den Bushido-Prozess erfahren will, kann ab Freitag bei Audio Now den neuen True-Crime-Podcast "Crime and the City" hören. Dort wird exklusive Insider-Informationen zum Fall geben.

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