Nach 30 Prozesstagen in Berlin

Bushido als Zeuge im Abou-Chaker-Prozess entlassen: So sehr setzten ihm die Fragen zu

Bushido wird aus dem Zeugenstand entlassen
Bushido wird aus dem Zeugenstand entlassen
© dpa, Jörg Carstensen

13. April 2021 - 10:57 Uhr

Acht Monate vor Gericht kamen Bushido wie acht Jahre vor

Die Erleichterung bei Bushido ist riesig: Am 30. Prozesstag gegen Arafat Abou-Chaker und seine Brüder haben Richter und Anwälte ihren Fragenkatalog abgearbeitet und der Rapper wird als Zeuge entlassen. Insgesamt 25 Mal musste der Musiker vor Gericht aussagen - für Bushido eine enorme Last. Über die Zeit im Zeugenstand habe er einem alten Bekannten gesagt: "Ich sitze da seit gefühlten acht Jahren, also eigentlich erst seit acht Monaten", erzählt er vor Gericht.

Bushido vom Arafat-Prozess psychisch mitgenommen

Bereits während der letzten Prozesstage in Berlin wurde klar, wie sehr die Verhandlungen Bushido belastet haben. Er berichtete vor Gericht von Panik- und Angstattacken sowie Migräneanfällen. Sogar Tränen sind bei dem sonst so harten Musiker geflossen, als er sich eingestand, die Sicherheit seiner Familie gefährdet zu haben. Denn der 42-Jährige brauchte mehrere Jahre, bevor er sich endgültig von seinem alten Freund und Geschäftsfreund Arafat Abou-Chaker trennen konnte. Eine große Rolle spielte hierbei seine starke Frau Anna-Maria, die sich immer wieder gegen die Abou-Chakers auflehnte, deshalb viel Gewalt von ihrem eigenen Mann einsteckte und dennoch nicht von Bushidos Seite wich. Darüber detailliert vor Gericht zu berichten, war für Bushido die größte Herausforderung.

Bushido: "Ich hoffe jedes Mal, dass es jetzt vorbei ist"

RTL-Gerichtsreporterin Samina Faizi sitzt seit dem ersten Prozesstag mit im Gericht. Auch ihr fällt auf, dass sich Bushido das Ende der Befragung sehnlichst herbeiwünscht. Bis zum Schluss muss der 42-Jährige diverse Nachfragen zulassen. Dabei geht es immer wieder um die gleichen Themen: Seine Zeugenaussagen beim LKA und der Staatsanwaltschaft, seine frühere Nanny, sein Image als Gangsta-Rapper, Zeiten, Daten und Fristen.

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Als der Richter schließlich wissen will, ob es noch weitere Fragen gibt, kommt beim Rapper Hoffnung auf. "Doch als sich eine Anwältin der Abou-Chakers zögerlich meldet, da hat man die Enttäuschung in seiner Körpersprache sofort gesehen so nach Motto: 'Na gut, noch eine Frage'", berichtet Faizi. Bushido kann sich aber auch ein Lachen nicht verkneifen. "Warum lachen Sie?", fragt die Anwältin. "Ich hoffe jedes Mal, dass es jetzt vorbei ist", gesteht der Rapper.

Bushido ist erleichert

Um 11:25 Uhr ist es dann so weit: Bushido wird als Zeuge entlassen und sagt sichtlich erlöst:"Ich bin sehr erleichtert! Ganz ehrlich!" Bevor er den Zeugenstand nach 8 Monaten verlässt, dehnt und streckt er sich noch einmal - fast so, als hätte er gerade einen Marathon beendet, der seinem Körper und Geist alles abverlangt hat.

Bald im Zeugenstand: Bushidos Ehefrau Anna-Maria

Der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker bleibt aber auch ohne Bushido vor Gericht spannend. Ab Mittwoch folgen weitere Zeugen, darunter auch Bushidos Frau, Anna-Maria. Neben ihr sollen aber auch Caro W., die Sekretärin aus dem Abou-Chaker-Büro, und Ashraf Remmo, der Mitglied eines anderen Berlins Clans ist, aussagen.