Staatsanwaltschaft wirft Angeklagtem Mord vorHanna (19) stirbt nach Unfall - Prozess um tödliche Poser-Fahrt

von Rogatus Skanta

Vor dem Landgericht Wuppertal hat der Prozess gegen einen 25-Jährigen begonnen. Er soll bei einer Poser-Fahrt eine 19-Jährige getötet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor.

Staatsanwaltschaft: Unfall war vermeidbar

Der Andrang bei Prozessbeginn am Freitag (30.01.) in Wuppertal war riesig: Familienangehörige, Freunde und Nachbarn wollten Burak A. in die Augen sehen. Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, die 19-jährige Hanna in der Nacht zum 01. Mai 2025 in Remscheid totgefahren zu haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem vollendeten und einem versuchten Mord. „Wir gehen nach dem Ergebnis der Ermittlungen davon aus, dass es dem Angeklagten möglich gewesen wäre, das Unfallgeschehen zu vermeiden, wenn er sein riskantes Fahrmanöver rechtzeitig abgebrochen hätte. Da er dies nicht getan hat, gehen wir davon aus, dass er sein Ziel, nämlich hier weiter angeben zu wollen, mit seiner Fahrweise unbedingt durchsetzen wollte und damit seine Interessen über die Interessen anderer Verkehrsteilnehmer gestellt hat“, so Staatsanwalt Patrick Scheffels Penders.

Der tödliche Unfallhergang

Am 30. April 2025 feierten Hanna und ihre 17-jährige Freundin Noelle „Tanz in den Mai“ bei der Freiwilligen Feuerwehr. Kurz vor Mitternacht gingen sie Heim. Laut Ermittler war auch Burak A. auf dem Fest. Betrunken stieg er in seinen 640 PS starken Mercedes-Benz AMG GT 63 S 4Matic. Augenzeugen berichten, der Angeklagte habe mit riskanten Manövern geprahlt. Bei 60 bis 65 Stundenkilometern verlor er die Kontrolle, erfasste die beiden Mädchen auf dem Gehweg. Hanna kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Dort erlag sie ihren Verletzungen und starb. Ihre Freundin überlebte schwer verletzt. Um besser driften zu können, soll Burak A. das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) seines Autos so niedrig wie möglich eingestellt haben.

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Verteidigung widerspricht Mordvorwürfen

Über seinen Anwalt ließ der 25-jährige Deutsche ein Geständnis verlesen. Darin gab er die Vorwürfe teilweise zu, sprach von großer Schuld auf seinen Schultern. Aber er sei kein Mörder. Bei einer Verurteilung wegen Mordes muss Burak A. mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen. Falls er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wird, wäre die Höchststrafe fünf Jahre. Ein Urteil soll im März fallen.