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Bunker-Boom in Deutschland: Kriegsangst befeuert Nachfrage nach privaten Schutzräumen

Bunker-Boom in Deutschland

Kriegsangst befeuert Nachfrage nach privaten Schutzräumen

Kriegsangst befeuert Nachfrage nach privaten Schutzräumen Bunker-Boom in Deutschland
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Kriegsangst befeuert Nachfrage nach privaten Schutzräumen

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Mit jeder Rakete, die Putins Soldaten auf die Ukraine abfeuern , wächst in Deutschland die Kriegsangst. Viele Menschen fragen sich, wo sie im Ernstfall sicher sind – die Folge: Private Schutzräume erleben einen unverhofften Boom. Nils Brenneke (47) aus Schweinfurt hat vor einigen Jahren einen alten Weltkriegsbunker von der Bundesregierung gekauft und zu einem Museum umgebaut. Plötzlich erscheint dieser jahrzehntealte Koloss vielen als sicherer Hafen, die Nachfrage – und zwar nicht nach Museumsbesuchen – ist riesig.

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Angst vor Ausweitung des Ukraine-Kriegs

Nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch fremde Personen melden sich bei Nils Brennecke. Alle wollen sich einen Platz in seinem Bunker sichern, sollte sich der Ukraine-Krieg ausweiten und Deutschland erreichen.

"Ich bin sprachlos. Als der erste Fremde angerufen hat, hab ich gefragt, ob er sich verwählt hat", sagt der 47-Jährige. Bis zu 1.800 Menschen überlebten im Zweiten Weltkrieg die Luftangriffe der Alliierten in dem Bunker, den er vor acht Jahren erwarb. Das 400 Quadratmeter große Gebäude wehrte sogar einen Treffer einer amerikanischen Sprengbombe ab.

Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg ist inzwischen Museum

Nur: Das alles ist 80 Jahre her und der Bunker längst ein Museum. Was so manchen nicht davon abhält, dort bei einer Bedrohung trotzdem Schutz suchen zu wollen. "Die Leute sagen dann: 'Okay, was vor 80 Jahren im Zweiten Weltkrieg sicher war, ist möglicherweise heute auch noch sicher – bei so einem massiven Gebäude mit zwei Meter und drei Meter starken Außenwänden'", berichtet Brennecke.

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Bunker-Bauexperte bekommt sogar Anrufe von Kindern

Er ist bei weitem nicht der Einzige, der sich vor Nachfragen zu seinem Schutzraum kaum retten kann. Auch Bunker-Bauexperten wie Mario Piejde sind gefragt wie lange nicht mehr. "Wir haben am Tag hunderte Nachfragen", erzählt er. "Die Leute wollen wissen, was ein Bunker kostet, wie er schützt." Sogar Kinder rufen an. "Die sagen: 'Ich hab Angst vorm Krieg – könnt ihr mir helfen?' Da krieg ich selber Gänsehaut."

Piejde fertigt Bunker auf Kundenwunsch. In der höchsten Sicherheitsstufe gibt es sie ab 100.000 Euro. Dafür ist der Schutzraum granatensicher, hat einen Schallschutz und eine 480 Kilo schwere Tür. Bleibt zu hoffen, dass darin niemals Menschen Schutz vor einem Krieg suchen müssen. (bst)

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