DRK warnt: Das Blut wird knapp!

Blutspende: Das sollten Sie als Spender wissen

Immer weniger Menschen spenden Blut
Immer weniger Menschen spenden Blut
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04. September 2020 - 10:34 Uhr

Immer weniger Menschen spenden Blut

Blutspenden kann Leben retten und dennoch gehen zur Zeit nur sehr wenige Menschen zur Spende. Die Bestände beim DRK sind fast leer – wegen Corona will keiner mehr kommen. In manchen Teilen Deutschlands reichen die Blutkonservenvorräte nur noch für 24 Stunden. Dabei ist die Blutspende ein wichtiger Dienst, mit dem Spenderinnen und Spender schwerstkranken Patienten zur Gesundung verhelfen oder Leben ermöglichen. Was Sie über Blutspende wissen müssen.

Regelung für Homosexuelle soll gelockert werden

Die bestehenden Beschränkungen beim Blutspenden für homosexuelle Männer sollen gelockert werden. Konkret geht es um eine Neubewertung der Vorgabe, dass Männer zwölf Monate nach dem letzten Sexualverkehr mit Männern von Blutspenden ausgeschlossen sind. Geprüft werden soll demnach nun, diese Frist auf vier Monate zu verkürzen. Dafür ist am 3. November eine Sitzung der zuständigen Arbeitsgruppe vorgesehen.

Blutspende ist schnell ausgeglichen

Welche Voraussetzungen gibt es, um Blut zu spenden?

Blutspenden kann man ab 18 Jahren. Wenn Sie zum ersten Mal Blut spenden, dürfen Sie nicht älter als 68 Jahre sein. Wiederholspender dürfen bis 75 (genau gesagt, bis einen Tag vor dem 76. Geburtstag) Blut spenden.

Blut spenden kann, wer gesund ist, mindestens 50 kg wiegt und von dem Arzt zur Blutspende zugelassen wird.

Wie oft darf ich Blut spenden?

Frauen dürfen innerhalb von 12 Monaten viermal, Männer sechsmal, Vollblut spenden. Zwischen zwei Vollblutspenden sollen normalerweise 12 Wochen, mindestens aber acht Wochen liegen.

Wie viel Blut wird abgezapft?

Die Blutspende umfasst etwa einen halben Liter Blut. Das ist rund zehn Prozent der gesamten Blutmenge im Körper. Die Spende dauert zwischen fünf und zehn Minuten.

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Fehlt mir dieses Blut nicht im Körper?

Doch, aber der Körper stellt sich innerhalb von zehn bis zwanzig Minuten auf den Flüssigkeitsverlust ein. Deshalb ist nach der Spende eine kurze Ruhephase vorgesehen, die dazu dient, Kreislaufproblemen vorzubeugen. Nach 24 Stunden ist die Blutmenge wieder wie zuvor, nach zwei Wochen auch die Zahl der Blutzellen.

Muss ich mich auf die Blutspende vorbereiten?

Vor der Spende sollte man viel (1,5 Liter) getrunken haben. Etwa zwei bis drei Stunden vorher ist ein leichter Imbiss gut. Am Tag vor der Spende sollte auf sehr fettes Essen und Alkohol verzichtet werden.

Ist die Blutspende riskant?

Nein. Die Blutentnahme geschieht per Einweg-Besteck. Das Infektionsrisiko ist gleich null. Selten kann es zur Bildung eines harmlosen Blutergusses an der Einstichstelle kommen. Noch seltener ist die Irritation eines Nervs. Über diese Gefahr wird der Spender vor der Blutspende aufgeklärt. Das Risiko trägt dann aber der Spender. Unfälle auf dem Weg zur und von der Blutspende sind allerdings versichert.

Kriege ich was für mein Blut?

Wer beim Roten Kreuz Blut spendet, muss sich mit einem Imbiss und einem Getränk zufrieden geben. Das DRK zahlt nichts. Anders die privaten Blutspendedienste und Krankenhäuser: Dort gibt es zwischen 10 und 26 Euro pro 'Vollblutspende'. Damit ist die gängigste Form der Blutspende gemeint. Wer zum Beispiel nur Blutplättchen – Thrombozyten – spendet, bekommt mehr. Die Prozedur dauert aber auch länger. Falls Sie in einem Krankenhaus Blut spenden möchten, sollten Sie dort zunächst anrufen und einen Termin vereinbaren.

Blutspenden in Corona-Zeiten

Kann ich beim Blut spenden auf Corona getestet werden?

Nein. Eine Testung auf SARS-​CoV-2 (Covid-​19) im Vorfeld der Blutspende ist aufgrund der Verfügbarkeit von Test-​Kits nicht möglich. Eine Testung auf SARS-​CoV-2 (Covid-​19) anhand von Blutspenden ist nicht möglich.

Kann Corona über das Blut übertragen werden?

Nein. Es gibt keine dokumentierte Übertragung eines SARS-​CoV-2-Virus an einen Transfusionsempfänger per Bluttransfusion. 

Wirkt sich eine Blutspende negativ auf das Infektionsrisiko oder einen möglichen Krankheitsverlauf aus?

Für gesunde Menschen ist eine Blutspende kein Problem und wirkt sich nicht negativ auf den Krankheitsverlauf aus, sollte später eine Ansteckung erfolgen. Eine Blutspende kann den Körper jedoch kurzfristig belasten. Sollten Sie sich nicht hundertprozentig gesund oder fit fühlen, schwächen Sie Ihren Körper bitte nicht weiter durch eine Blutspende, warnt das Deutsche Rote Kreuz auf seiner Homepage.

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