Nach Bahn-Sabotage in Norddeutschland

Bundeswehr warnt vor weiteren Anschlägen auf Infrastruktur

Bundeswehr warnt vor weiteren Anschlägen auf Infrastruktur Nach Bahn-Sabotage in Norddeutschland
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Nach Bahn-Sabotage in Norddeutschland
Bundeswehr warnt vor weiteren Anschlägen auf Infrastruktur

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Noch immer sucht die Polizei nach den Tätern, die am Samstag den Bahnverkehr in Norddeutschland stundenlang lahmgelegt haben. Die Ermittler schließen weder einen kriminellen Hintergrund noch staatliche Sabotage aus. Die Bundeswehr warnt vor weiteren Angriffen auf die Infrastruktur.

Züge fuhren nach Bahn-Sabotage drei Stunden lang nicht

Bei dem Sabotageakt wurden zwei Glasfaserkabel wurden durchtrennt und so die Kommunikation zu den Lokführern gekappt. Der Zugverkehr stand für drei Stunden still – erst als die Kabel repariert waren, ging es weiter.

Das Bundeskriminalamt (BKA) und Terrorismusexperten halten staatliche Sabotage für möglich. "Denn Russland hat ja schon ein Interesse daran, zu signalisieren, dass es – wenn es wirklich zu einem Konflikt kommt – mit unterschiedlichen Methoden in der Lage ist, das Leben in westlichen Gesellschaften lahmzulegen", sagt Terrorismus-Experte Peter Neumann.

Reisende stecken in Norddeutschland fest Störung bei der Bahn!
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Störung bei der Bahn!
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Bundeswehr: Auch Cyberangriffe möglich

Schon bei der Sabotage der Gas-Pipelines Nordstream 1 und 2 war der Verdacht auf Russland gefallen. Die Bundeswehr fürchtet weitere Anschläge in Deutschland. "Es geht hier nicht um eine feindliche Armee mit Soldaten und Panzern, die unser Land angreift", erläutert General Carsten Breuer vom Territorialen Führungskommando. "Aber es gibt Einflussnahmen, mit Anschlägen auf Infrastruktur und mit Cyberangriffen…"

Wer hat die Pipelines gesprengt und wie? Sabotage an Gaspipelines?
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Sabotage an Gaspipelines?
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Politiker fordern größeren Schutz für Infrastruktur in Deutschland

In Deutschland gibt es 33.000 Kilometer Schienen, 35.000 Kilometer Hochspannungsleitung, 357 Talsperren und 100 Tanklager – eine Infrastruktur, die jederzeit von Kriminellen ins Visier genommen werden kann. Und ausgerechnet russische Experten sollen die Sicherheitssoftware für deutsche Konzerne und die Handys der Mitglieder der Bundesregierung geschrieben haben.

"Wenn die Dinge tatsächlich so sind, ist das hochfragwürdig und auch ein echtes Sicherheitsproblem", sagt Konstantin von Notz (Grüne), der Vorsitzende der Kontrollkommission für Geheimdienste. Politiker aus Regierung und Opposition fordern jetzt, die Konzepte zum Schutz der kritischen Infrastruktur zu überarbeiten. (bst)