Emden bangtTausende Familien halten den Atem an, weil VW-Manager schweigen

Emden steht am Mittwoch still. Tausende VW-Beschäftigte versammeln sich vor dem Werk und hören Konzernchef Oliver Blume zu, doch eine klare Zusage für die Zeit nach 2030 bleibt aus. Die Angst um Jobs, Existenzen und die Zukunft einer ganzen Region ist spürbar.
Emden bleibt in der Schwebe
Volkswagen spricht von hoher Wettbewerbsbelastung und zu hohen Arbeits- und Fabrikkosten im europäischen Vergleich. Das Werk in Emden habe zwar Abläufe verbessert und Kosten gesenkt, doch für den Konzern reicht das offenbar noch nicht. Blume sagt, Werksschließungen seien „die letzte und teuerste Lösung“ und kündigt an, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven anbieten zu wollen.
Lese-Tipp: Volkswagen vor größtem Umbau der Konzerngeschichte
Das reicht vielen hier nicht. „Glücklich ist keiner drüber, aber man muss sehen, wie man weiterkommt”, so ein VW-Mitarbeiter am Mittwochnachmittag im Gespräch mit RTL. Ein weiterer erzählt: „Die Menschen wurden weiterhin im Dunkeln gelassen. Und keiner kann so richtig in die Zukunft schauen und sich irgendwie was aufbauen oder sowas.”
Im Video: VW in der Krise, Mitarbeiter enttäuscht
Ostfriesland kämpft um 60 Jahre Wohlstand und Jobs
Oberbürgermeister Tim Kruithoff übergibt eine einstimmige Resolution des Stadtrates und erinnert daran, was VW hier vor 60 Jahren geschaffen hat: Wohlstand, Identität, Alltag. Für Ostfriesland ist das Werk nicht nur Arbeitgeber — es ist Teil des Lebens.
Was am Mittwoch verkündet wurde:
- Am Mittwoch (26. August 2027): Keine endgültige Zusage für Emden nach 2030; viele Fragen offen
- Nächste 6–12 Monate: VW verspricht belastbare Perspektiven für alle Standorte
- Kurzfristig: Region, Betriebsrat und Politik erwarten konkrete Commitments und Planungssicherheit, sonst wächst die Verzweiflung
Die Menschen in Emden brauchen nicht nur Worte, sie brauchen Verlässlichkeit, einen klaren Plan und Zeit, um ihr Leben zu ordnen. Denn das Warten zerrt an Familien, an Existenzängsten und an der Identität einer gesamten Region. (agi)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

































