Ergebnisse des Niedersächsischen Demokratie-MonitorsJeder Zehnte offen für eine Diktatur

Zunehmende Verschiebung nach rechts!
Die politische Mitte verliert zunehmend Anhänger, der Zustand der Demokratie in Deutschland macht immer mehr Menschen unzufrieden. Nur zwei Ergebnisse des neusten Niedersächsischen Demokratie-Monitors.
Anteil der „sehr Rechten” verfünffacht
Die politischen Ränder nehmen immer stärker zu: vor allem der rechte. Erkenntnissen des am Mittwoch (26. August) vorgestellten Niedersächsischen Demokratie-Monitors zufolge ordnen sich zunehmend mehr Menschen in Niedersachsen als sehr rechts ein. Ihr Anteil ist innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen: Von 1 Prozent im Jahr 2023 auf 5 Prozent im Jahr 2025. Weitere 19 Prozent sehen sich als eher rechts. Gleichzeitig schrumpft die politische Mitte: Während sich 2023 noch 49 Prozent genau dort eingeordnet haben, sind es inzwischen nur noch 45 Prozent.
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Trotzdem kein „Rechtsruck”
Trotz dieser Entwicklungen sehen die Autoren des Niedersächsischen Demokratie-Monitors keinen „Rechtsruck”, sondern sprechen von einer „Rechtsverschiebung”. Das bedeutet: Nicht das ganze politische Spektrum bewegt sich nach rechts. Vielmehr verlassen Menschen die politische Mitte und orientieren sich stärker nach rechts. Links der Mitte bleiben die Werte stabil. Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Frauen ordnen sich häufiger links ein, Männer eher rechts.

Demokratie unter Druck?
Neben der politischen Orientierung wurde auch die Sicht der Niedersachsen auf die Demokratie untersucht. Diese wird weiterhin von 93 Prozent der Befragten unterstützt. Doch bei der Frage nach dem Zustand der Demokratie fällt das Bild deutlich schlechter aus: 30 Prozent der Befragten sind mit ihr nicht zufrieden. Das sind 16 Prozent mehr als noch im Jahr 2019. Eine weitere Erkenntnis der Studie: 10 Prozent gaben an, offen für eine Diktatur zu sein.
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So wurden die Zahlen ermittelt
Alle zwei Jahre erstellt eine Forschungsstelle der Universität Göttingen den Demokratie-Monitor Niedersachsen. Er nimmt unter die Lupe, wie die Menschen auf Politik, Gesellschaft und Demokratie blicken. 1.498 Niedersachsen ab 16 Jahren wurden dafür zwischen August 2025 und Oktober 2025 befragt. Die Zahlen zeigen: Die Demokratie wird zwar weiterhin grundsätzlich getragen, doch das Vertrauen in ihre politische Umsetzung bröckelt bei vielen Menschen.
Verwendete Quellen: dpa

































