Sie soll die Waffe in der Drogerie geklaut habenMesserstecherin vom Hamburger Hauptbahnhof muss in die Psychiatrie

Horror an Gleis 13!
Acht Monate nach der Messer-Attacke im Hamburger Hauptbahnhof mit zahlreichen Verletzten muss die 40-jährige Angreiferin dauerhaft in die Psychiatrie. Das hat das Hamburger Landgericht am Montag entschieden.
Die Messer-Angreiferin hat eine paranoiden Schizophrenie
Das Urteil ist gefallen: Die 40-jährige Lydia S. ist eine Gefahr für die Allgemeinheit und muss weggesperrt werden. Sie wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Gericht wertet den Messer-Angriff als versuchten Totschlag in 21 Fällen. Im Falle der Verletzten kommt noch gefährliche Körperverletzung dazu.
Das Gericht geht davon aus, dass die Frau wegen einer psychischen Erkrankung bei der Tat schuldunfähig war. Sie habe eine mit Realitätsverkennung einhergehende paranoiden Schizophrenie und höre Stimmen, heißt es.
Die 40-Jährige fühlte sich von den Menschen am Bahnsteig bedroht
Laut Marayke Frantzen, der Pressesprecherin am Hanseatischen Oberlandesgericht sei Lydia S. zu dem Zeitpunkt seit Monaten obdachlos gewesen, ihre Medikamente nicht richtig eingestellt, hieß es in der Urteilsverkündung.
Sie habe sich von den Menschen am Bahnsteig bedroht gefühlt und sie deshalb mit dem Gemüsemesser, das sie zuvor in einer Drogerie geklaut hatte, angegriffen. Die Sprecherin zu RTL: „Nach den Angaben der Beschuldigten soll sie sich auf dem Bahnsteig gefragt haben in der konkreten Situation, warum sie die Menschen so böse anschauen und davon ausgegangen sein, auf dem Hintergrund ihres Krankheits-Erlebens, dass diese Menschen ihr Böses wollen. Auch wenn das nicht der Realität entsprach.”

Nur sechs Menschen können den Stichen ausweichen
Lydia S. steht seit Mitte November vor Gericht. Am 23. Mai sticht sie auf einem Bahnsteig voller Menschen plötzlich wahllos auf Reisende ein.
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Nur sechs Personen können den Stichen ausweichen, 15 Menschen werden zu ihren Opfern – mit zum Teil erheblichen Schnitt- oder Stichverletzungen. Vier von ihnen kämpfen anschließend im Krankenhaus um ihr Leben. Eine Frau muss notoperiert und in ein künstliches Koma versetzt werden.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, dpa
































