#ifshesaysnoTikTok-Trend des Grauens! Wenn sie „nein“ sagt, wird zugeschlagen

Ja, was macht man denn, wenn ein Heiratsantrag abgelehnt wird? Nein, liebe Männer: Gewalt ist nicht Lösung!
Ja, was macht man denn, wenn ein Heiratsantrag abgelehnt wird? Nein, liebe Männer: Gewalt ist nicht Lösung!
Tiktok/@glimitless

Wenn eine Frau zu einem Mann „nein” sagt, ist das Letzte, was er tun sollte, sie zu schlagen, zu treten oder irgendeine andere Form von Gewalt anzuwenden.
Aber genau das normalisieren gerade Clips, die vermehrt in den sozialen Netzwerken auftauchen. Dort werden Männer gehypt, die für den Fall trainieren, Frauen zu verletzen, wenn diese ihnen einen Korb geben. Mit schlimmen Konsequenzen im echten Leben.

Misogyner Trend: Gewalt trainieren für Zurückweisung

Es sind Szenen, die schockieren: Auf TikTok, Instagram und Co. gehen aktuell Videos viral, die Gewalt gegen Frauen als Witz darstellen und verharmlosen. Zu sehen sind Männer, die gegen einen Boxsack kicken, um zuschlagen zu können, wenn ihre Freundinnen und Frauen mal NEIN sagen: zu Komplimenten, zu einem Heiratsantrag – und ja, auch zum Sex. Andere Männer prügeln mit einem Schlagstock oder stechen mit einem Messer auf eine imaginäre Frau ein, um die vermeintliche Zurückweisung zu „bestrafen”. Der Hashtag der Videos lautet: #ifshesaysno, also „falls sie nein sagt“. Die Inszenierung mutet mal martialisch an, mal so, als wäre es eine normale Sportübung.

Der #ifshesaysno-Trend scheint aus Brasilien zu stammen. Dort ereignete sich auch der Fall von Alana Anísio Rosa. Die 20-Jährige wurde immer wieder von einem Mann, den sie aus dem Fitnessstudio kannte, nach einem Date gefragt. Über Monate hinweg hatte er ihr Blumen und Schokolade geschickt. Doch Alana hatte kein Interesse und gab ihm einen Korb. Daraufhin drang der Mann in ihr Zuhause ein und stach rund 50 Mal mit einem Messer auf sie ein. Sie überlebte den Angriff knapp.

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Ihre Mutter fand sie blutüberströmt: „Er hat versucht, Alana das Leben zu nehmen. Sie kam nach Hause, setzte sich auf das Sofa in ihrem eigenen Wohnzimmer – da war er schon da”, berichtete die Brasilianerin im Interview mit örtlichen Medien. Vor der Tat soll der Mann frauenfeindliche Inhalte im Internet konsumiert haben – darunter Videos, in denen Männer „trainieren“, was sie tun würden, falls „sie Nein sagt“.

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Verherrlichung von Gewalt gegen Frauen ist kein Spaß

Ein gefährlicher Trend, vor dem Experten warnen. „Wenn wir das Ganze ein bisschen größer verorten, dann sehen wir leider, dass entgegen allen Fortschritten, auch was die Männer-Frauen-Beziehungen betrifft, dass es eine große Bewegung gibt, dass die Männer doch die Größten, die Stärksten, die auch Bestimmenden sein dürfen/müssen”, erklärt Medien-Psychologe Jo Groebel im RTL-Interview.

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Dass Männer auf solche Clips anspringen, entspreche einem „wirklich altmodischen, schrecklichen Bild”. „Die Frau sagt ‘nein’, aber in Wirklichkeit will sie. Und selbst wenn sie nicht will: ‘Ich bin der Starke. Ich nehme, was ich kriegen kann’“, so der Experte.

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Aber: Gleichzeitig gibt es inzwischen auch eine Gegenbewegung. Männer machen Videos darüber, wie sie nach einem abgelehnten Heiratsantrag höflich reagieren, sich umdrehen, gehen, sich ins Bett legen und am Handy scrollen. „Wenn eine Frau ‘nein’ sagt, ist die bestmögliche Reaktion darauf Respekt,” sagt einer der Creator zu diesem Trend. Denn klar ist: Verherrlichung von Gewalt gegen Frauen im Netz ist alles, aber ganz bestimmt nicht lustig oder zeitgemäß.

Verwendete Quellen: TikTok, Instagram, RTL