2019 M01 29 - 12:30 Uhr

Nur jedes fünfte Opfer von Gewalt sucht Hilfe

Im Schnitt versucht jeden Tag ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Gelungen ist das 2017 in erschütternden 147 Fällen, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamtes hervorgeht. Dazu kommen tausende Fälle von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Stalking und sexueller Nötigung. "Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort", so Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) bei der Vorstellung der Zahlen. Nur jedes fünfte Opfer sucht laut Giffey überhaupt Hilfe.

Bei diesen Anlaufstellen können Sie Hilfe finden

Sie sind Opfer von Gewalt - egal, ob Sie geschlagen, gestalkt oder missbraucht wurden? Sie sind nicht allein, denn es gibt Hilfe. Wir haben für Sie wichtige Anlaufstellen aufgelistet, an die Sie sich im Notfall wenden können.

  • Das "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben:

Tel. 08000 1160 16

https://www.hilfetelefon.de/

Das "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 18 Sprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

  • "Weißer Ring"

https://weisser-ring.de/

"Weißer Ring" ist eine Organisation, die Opfern jeglicher Art hilft. Sie bietet eine Erstberatung, begleitet die Opfer aber auch zu Gerichtsterminen und bietet dauerhafte Unterstützung an. Sie ist eine sehr wichtige Anlaufstelle.​

Rund 350 Frauenhäuser und Frauenschutz-Wohnungen in Deutschland

Frauenhäuser sollen misshandelte Frauen aufnehmen - ihnen und ihren Kindern Schutz bieten. Sie dienen aber nicht nur als Unterschlupf zu jeder Tages- und Nachtzeit, sondern bieten auch ein umfassendes Beratungsangebot für die betroffenen Frauen. So zumindest die Theorie. Praktisch gibt es in Deutschland rund 350 Frauenhäuser und Frauenschutz-Wohnungen. Die sind aber oftmals überfüllt und müssen Hilfsbedürftige ablehnen. Besonders schwierig ist die Situation in Großstädten.

Nach Angaben des Emanzipationsministeriums betrifft dies jedoch oft die erste Anfrage bei einer bestimmten Einrichtung. "Frauen in Not, die nicht sofort einen Platz im nächstgelegenen Frauenhaus bekommen können, können in einem anderen aufgenommen werden", sagt ein Ministeriumssprecher.