„Hotel Mama” bald dauerhaft geschlossenSohn (31) will nicht ausziehen – Mutter geht vor Gericht

Jetzt muss er die Umzugskisten packen.
Bei Mama ist es doch am allerschönsten! Dachte sich auch ein 31-Jähriger aus Italien. Der Nesthocker wollte einfach nicht aus seinem Elternhaus ausziehen, fühlte sich lange Zeit im Recht. Doch Mama wollte da auch ein Wörtchen mitreden und verklagte ihren Sprössling.
Sohn weigert sich beharrlich auszuziehen
Ein 31-jähriger Kellner aus Ravenna in Italien fühlte sich im „Hotel Mama” pudelwohl. Viel zu wohl, wenn man seiner Mutter glaubt. Hartnäckig weigerte sich der Mann, sein Elternhaus zu verlassen. Anstatt sich zumindest an den Kosten zu beteiligen oder (wie die Corriere della Sera schreibt) „grundlegende Regeln des zivilen Zusammenlebens” einzuhalten, machte er es sich zu Hause gemütlich. Nach seinem Schulabschluss habe er sein Studium nicht fortgesetzt, sondern als Kellner gearbeitet.
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Alles Bitten und Betteln seiner Mutter, sich um eine eigene Wohnung zu bemühen, sei vergebens gewesen. Sie gab an, dass das Zusammenleben zuletzt nicht mehr tragbar gewesen sei. Als letzte Rettung zog die Frau vor ein italienisches Gericht. „Er putzt nicht, er hat zwar einen Job, aber er bezahlt die Rechnungen nicht”, gab sie dort zu Protokoll.
Schonfrist bis Ende Juni
Noch während des laufenden Verfahrens habe der Beklagte seinen Job gekündigt. Als Kellner verdiente er etwa 1.400 Euro netto monatlich. Nach seiner Ansicht sei die Mutter verpflichtet, ihn jederzeit finanziell zu unterstützen.
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Das Gericht entschied klar für die Mutter. Bei einem 31-jährigen Mann sei davon auszugehen, dass er sich selbst über Wasser halten könne. Grundsätzlich sei es das Recht der Eltern, volljährige Kinder mit einer angemessenen Frist zum Verlassen des gemeinsamen Heimes aufzufordern. Dem Mann sei eine Frist bis Ende Juni für den Auszug eingeräumt worden.
Beklagter muss Gerichtskosten tragen
Zudem habe man ihm auferlegt, für die Gerichtskosten von etwa 3.000 Euro aufzukommen. Der vorliegende Fall bestätigt den Ruf der Italiener, Nesthocker zu sein. Mehr als 63 Prozent der jungen Menschen bis 35 lebten noch in ihrem Elternhaus, wie das italienische Statistikamt Istat jährlich aufzeigt. Die Zahlen bleiben seit Jahren stabil. Gut möglich, dass nach diesem Urteil bald noch mehr Mamas vor einen Richter ziehen.
Verwendete Quellen: Corriere della Sera, Istat
































