Wirbel um FotosFreiwillige Feuerwehr posiert mit AfD-Mann – Bürgermeister kündigt Folgen an

Ein Händedruck, ein Gruppenfoto – und plötzlich gibt es mächtig Ärger.
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Egeln posieren nach einem Einsatz mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Der Bürgermeister reagiert scharf und kündigt Konsequenzen an.
Bürgermeister kritisiert Aufnahmen mit Ulrich Siegmund
Diese Begegnung sorgt im Netz für eine heftige Debatte. Nach einem Einsatz treffen mehrere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Egeln am Freitag auf Ulrich Siegmund. Der 35-Jährige ist AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Aufnahmen zeigen, wie Siegmund den Feuerwehrmännern die Hände schüttelt und sich bei ihnen bedankt. Schließlich stellen sich die Einsatzkräfte mit dem Politiker vor ihrem Feuerwehrwagen zum Gruppenfoto auf.
Ortswehrleiter nimmt seine Kameraden in Schutz
Bei Michael Stöhr kommen die Bilder überhaupt nicht gut an. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde macht seinem Ärger bei Facebook Luft und schreibt, die Aufnahmen hätten ihn „fassungslos“ gemacht.
Stöhr stellt klar, „dass ein solches Verhalten von Mitgliedern unserer Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz nicht hingenommen werden kann“. Für ihn ist entscheidend, dass Einsatzkräfte politisch neutral auftreten, solange sie als Feuerwehrleute erkennbar sind.
Die Menschen müssten sich darauf verlassen können, dass die Feuerwehr jedem hilft – unabhängig von politischer Einstellung, Religion oder Herkunft. Stöhrs deutliche Reaktion wiederum löst in den sozialen Netzwerken großen Widerspruch aus.
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AfD-Spitzenkandidat setzt im Wahlkampf stark auf Social Media
Der Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Egeln schildert die Situation deutlich weniger dramatisch. Michael Brommer sagt der „Volksstimme“, seine Kameraden hätten sich nach dem Einsatz lediglich ein Eis holen wollen. Dabei habe Siegmund sie entdeckt und sei auf die Feuerwehrleute zugegangen. Brommer selbst sei währenddessen im Fahrzeug geblieben.
Eine politische Botschaft habe hinter den Bildern aus seiner Sicht nicht gesteckt. „Das war keine böse Absicht“, betont der Ortswehrleiter. Zugleich stellt er klar, seine Feuerwehr sei nicht parteiisch. „Wir helfen jedem Menschen.“

Auch ein Video vom Infostand der Bundeswehr sorgte für Wirbel
Ulrich Siegmund war am Freitag im Rahmen seiner Wahlkampftour in Egeln unterwegs. Bei seinem Kampf um Stimmen für die Landtagswahl am 6. September setzt der 35-Jährige stark auf soziale Netzwerke. Dort veröffentlicht er regelmäßig Bilder und Videos von Begegnungen mit Bürgern.
Dass solche Aufnahmen Diskussionen auslösen können, erlebt Siegmund nicht zum ersten Mal. Bereits ein Video, das an einem Infostand der Bundeswehr entstand, hatte für Wirbel gesorgt.
Welche konkreten Konsequenzen die Feuerwehrleute nach den Aufnahmen mit dem AfD-Politiker erwarten könnten, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Verwendete Quelle: dpa
































