Gedenken auf GehwegenCDU und AfD verbannen Stolpersteine in Heidenau

ARCHIV - 21.04.2026, Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Zwei neue Stolpersteine werden im Stadtzentrum zum Gedenken an das Ehepaar Hubert und Lina Totzke verlegt. (Archivbild) (zu dpa: «CDU und AfD wollen Stolpersteine in Heidenau ablehnen») Foto: Hendrik Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zwei neue Stolpersteine werden im Stadtzentrum zum Gedenken an das Ehepaar Hubert und Lina Totzke verlegt. In Heidenau soll es künftig keine mehr geben.
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Diese Entscheidung sorgt für heftige Kritik!
Im sächsischen Heidenau sollen künftig keine neuen Stolpersteine mehr im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich verlegt werden. Ein entsprechender Antrag von Stadträten von AfD und CDU sowie dem „Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie“ bekommt am Donnerstagabend eine Mehrheit. Das Internationale Auschwitz Komitee ist entrüstet.

Die Antragsteller von AfD und CDU sowie dem „Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie“ begründen ihren Vorstoß unter anderem damit, dass Bürger, Angehörige und Initiativen Stolpersteine als Form des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus als unangemessen empfänden. Das Gedenken solle vorzugsweise auf dem Nordfriedhof stattfinden, wo ein Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen sei. Die Stadtverwaltung hatte sich ausdrücklich gegen diesen Antrag ausgesprochen: Gerade die Präsenz der Stolpersteine im öffentlichen Raum ermögliche eine breite Wahrnehmung und die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Kritik kommt auch vom Internationalen Auschwitz Komitee. Dessen Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner bezeichnet die Entscheidung laut Mitteilung als Versuch, die Heidenauer Opfer der Nazis „erneut aus der Stadt hinauszuwerfen“. Dass CDU-Abgeordnete dabei gemeinsam mit der AfD stimmten, nannte er einen „Skandal“. Auch die Stolperstein-Stiftung äußert sich gegenüber „Bild“ kritisch. Geschäftsführerin Katja Demnig spricht von einem „absolut einzigartigen Vorgang“.

In Heidenau erinnern bereits Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus, darunter an den früheren Bürgermeister Paul Gröger, der von den Nationalsozialisten verfolgt und misshandelt wurde. Ob die bereits verlegten Steine betroffen sind, geht aus dem Antrag nicht hervor. Auslöser der aktuellen Debatte war ein Antrag des Alternativen Kultur- und Bildungszentrums Sächsische Schweiz, weitere Stolpersteine in Heidenau zu verlegen. Die kleinen Messingtafeln werden in zahlreichen europäischen Ländern vor den früheren Wohn- oder Wirkungsorten von NS-Opfern in den Boden eingelassen.

Verwendete Quellen: toh/dpa