Sechs Menschen verloren ihr LebenBluttat in Stade: Was ein neues Gutachten zum Baby enthüllt

Schüsse in Jugendeinrichtung
Blumen und Kerzen stehen und liegen am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung. In der Einrichtung waren mehrere Menschen durch Schüsse getötet worden (Archivbild).
dpa, Jörn Hüneke/dpa, Jörn Hüneke

Sechs Menschen werden bei einem Gespräch über das Sorgerecht für ein Baby erschossen.
Zurück bleiben trauernde Angehörige und viele offene Fragen. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung in dem erschütternden Fall von Stade: Ein Gutachten zu den schweren Verletzungen des damals drei Monate alten Mädchens liegt vor. Und für die Mutter könnte das ernste Folgen haben.

Bluttat in Stade: Neues Gutachten zu verletztem Baby liegt vor

Sechs Menschen verlieren ihr Leben – und am Anfang steht die Sorge um ein kleines Mädchen. Die Gewalttat in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade (Niedersachsen) hat Ende Juni bundesweit Entsetzen ausgelöst. Ein Vater erschießt vier Frauen und zwei Männer, die eigentlich mit ihm und der Mutter über das Sorgerecht für ihre gemeinsame Tochter sprechen wollen. Nun gibt es neue Erkenntnisse zu den Verletzungen des Babys, die dem tödlichen Streit vorausgegangen waren.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Hannover berichtet, liegt inzwischen ein medizinisches Gutachten vor. Demnach hatte das damals gerade einmal drei Monate alte Mädchen ein Schütteltrauma erlitten. Die Staatsanwaltschaft spricht von schwerer Kindesmisshandlung.

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Baby erleidet Hirnblutung – gegen Mutter wird weiter ermittelt

Bereits im April 2026 kommt das kleine Mädchen mit einer Hirnblutung in die Medizinische Hochschule Hannover. Schon damals vermuten die behandelnden Ärzte, dass die Verletzungen durch heftiges Schütteln entstanden sein könnten. Den Eltern wird daraufhin das Sorgerecht entzogen. Ein Gericht entscheidet, dass die Mutter gemeinsam mit ihrer Tochter in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade leben soll.

Das neue Gutachten könnte nun auch für die Frau schwerwiegende Konsequenzen haben. „Die Ermittlungen gegen die Kindesmutter dauern an“, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover gegenüber dpa. Der Mutter droht eine Anklage. Sollte sie wegen der Misshandlung verurteilt werden, könnte sie auch eine Haftstrafe erhalten. Bislang ist allerdings nicht geklärt, wer für die Verletzungen des Kindes verantwortlich ist.

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Sechs Menschen sterben bei Gespräch über das Sorgerecht

Was am 29. Juni in der Einrichtung geschieht, ist eine Tragödie. Mitarbeiter des Jugendamts und der Mutter-Kind-Einrichtung wollen mit den Eltern über die Zukunft ihrer kleinen Tochter sprechen. Doch aus dem geplanten Gespräch wird eine tödliche Gewalttat.

Der Vater greift zu einer Schusswaffe und tötet sechs Menschen – vier Frauen und zwei Männer. Menschen, die an diesem Tag ihrer Arbeit nachgingen und deren Leben auf so grausame Weise beendet wird.

Die Ermittler vermuten, dass der Streit um das Sorgerecht das Motiv für die Tat war. Kurz nach den Schüssen wird der Mann festgenommen. Später nimmt er sich im Gefängnis das Leben. Die Ermittlungen gegen ihn wegen sechsfachen Mordes und Kindesmisshandlung werden daraufhin eingestellt. Gegen einen Verstorbenen kann in Deutschland kein Strafverfahren mehr geführt werden.

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Schütteltrauma kann für Babys lebenslange Folgen haben

Wie schwerwiegend die Verletzungen des kleinen Mädchens sind, zeigt ein Blick auf die möglichen Folgen eines Schütteltraumas. Säuglinge können ihren Kopf noch nicht ausreichend stabilisieren. Werden sie heftig geschüttelt, können Blutgefäße im Gehirn reißen und schwere Schäden entstehen.

Nach Schätzungen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen überleben nur etwa 10 bis 20 Prozent der betroffenen Babys ohne bleibende Schäden. Die Folgen können von dauerhaften Behinderungen bis zum Tod reichen. In Deutschland werden jährlich schätzungsweise 100 bis 200 Säuglinge und Kleinkinder mit einem Schütteltrauma im Krankenhaus behandelt. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen könnte. (anr)

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quelle: dpa