Ist das ein Durchbruch in der Forschung?Neue Studie zeigt: Fleisch könnte gegen Demenz helfen

Fleisch soll helfen, Demenz zu verhindern
Fleisch soll helfen, Demenz zu verhindern (Symbolbild)
picture alliance / imageBROKER | Didebashvili

Die Aufnahme von Vitamin B12 ist entscheidend.
Kann diese schwedische Langzeitstudie helfen, dass künftig weniger Menschen an Demenz erkranken? Sie kommt zu dem Schluss, dass Fleischkonsum durchaus helfen kann - allerdings nicht jedem. Und auch nicht jede Art von Fleisch.

Unterschied zwischen verarbeitetem und unverarbeitetem Fleisch

Eine schwedische Langzeitstudie zeigt: Menschen mit einem bestimmten Alzheimer-Risikogen (APOE4) haben ein geringeres Demenzrisiko, wenn sie mehr Fleisch essen. Bei diesen Personen war das Risiko fast halb so hoch, wenn sie viel Fleisch konsumierten. Ein möglicher Grund ist, dass Fleisch viel Vitamin B12 enthält, das wichtig für unser Gehirn ist. Die Ergebnisse der Studie sind auf JAMA Network veröffentlicht. Insgesamt stellten die Forscher fest, dass eine höhere Fleischzufuhr mit einem langsameren kognitiven Abbau und einem geringeren Demenzrisiko bei Erwachsenen mit dem entsprechenden Gen einherging.

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In der Studie fiel auf, dass unverarbeitetes Fleisch (unter anderem frisches Fleisch, Geflügel) sich eher positiv auswirkt. Dagegen kann verarbeitetes Fleisch wie Wurst oder Speck das Demenzrisiko sogar noch erhöhen. Das in Fleisch enthaltene Vitamin B12 müssen Vegetarier und Veganer mit Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. B12 ist wichtig für die Zellteilung, Blutbildung und verschiedene Nervenfunktionen.

Etwa zehn Prozent der Teilnehmer bekamen Demenz

Schon seit Langem wird vermutet, dass das als APOE bekannte Gen vor allem mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird und für mehr als 90 Prozent aller Fälle verantwortlich sein könnte. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz. Für die Studie der Universität Stockholm wurden 2.000 kognitiv gesunde Menschen ab 60 über 15 Jahre begleitet.

Die Teilnehmer füllten detaillierte Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus, die 98 Lebensmittel umfassten. Der Fokus der Studie lag dabei auf der gesamten Fleischzufuhr. Im Verlauf der Studie entwickelten 296 Teilnehmer eine Demenz, während 690 ohne diese Erkrankung starben.

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Gesunder Lebensstil entscheidet über Gehirngesundheit

Der frühere Gesundheitsminister, Professor Karl Lauterbach (SPD), hat die Studienergebnisse verfolgt und schreibt auf X dazu: „Das ist eine sehr bedeutsame Studie, wenn sie sich bestätigt, was wegen zwei Vorstudien wahrscheinlich ist.“ Wer ein erhöhtes genetisches Risiko für Demenz habe (etwa jeder Vierte) reduziere sein Demenzrisiko deutlich durch Fleischkonsum.

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Professorin Tara Spires-Jones von der Universität Edinburgh war nicht in die Studie involviert, meint allerdinigs: „Diese Art von Untersuchung kann nicht beweisen, dass der Fleischkonsum die Ursache für das reduzierte Demenzrisiko war.“ Insgesamt bleibt ein gesunder Lebensstil mit Ernährung, Bewegung und geistiger Aktivität entscheidend für die Gehirngesundheit.

Verwendete Quellen: JAMA Network, Dailymail, X.com, Verbraucherzentrale