Schwedische Eurovision-Ikone hat noch einen Traum„Sie ist fantastisch“ – ESC-Siegerin Charlotte Perelli schwärmt von deutschem Mega-Star

Sie will nochmal angreifen. Und zwar ganz anders als bisher.
Es war 1999, als Charlotte Perelli (damals noch Nilsson) mit „Take Me To Your Heaven” den ESC gewann. Sie stieg in Schweden zu einem Superstar auf. „Här Står Jag”, einen ihrer größten Hits, fand sie aber in Deutschland. Jetzt singt sie erstmals auf Spanisch und ihre Reise ist noch lange nicht vorbei, wie sie im Interview mit RTL.de erzählt.
Charlotte Perelli will für Spanien beim ESC antreten
„Dieser Text ist wie ein feministisches Manifest“, sagt Charlotte Perelli über ihren neuen Song „Todas nacemos con alas“ („Wir alle werden mit Flügeln geboren”). Die Botschaft dahinter ist ihr extrem wichtig. „Dass eigentlich jeder frei geboren wird und mit einer inneren Stärke und auch mit einer Würde, die uns nicht genommen werden kann.“ Gerade Frauen würden noch immer zu oft klein gemacht – dagegen wolle sie ein Zeichen setzen.
Der Song habe sich für sie sofort richtig angefühlt. „Ich war erfüllt und es war vollständig.“ Genau dieses Gefühl habe sie überzeugt, den Track zu veröffentlichen.
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Was viele überrascht: Charlotte Perrelli dachte ernsthaft darüber nach, mit diesem Song für Spanien beim Eurovision Song Contest anzutreten. Der Grund ist simpel – sie wollte raus aus ihrer Komfortzone. „Ich probiere einfach gerne neue Dinge aus. Ich erkunde gerne Neues“, erklärt sie. Auch sprachlich hat sie sich vorbereitet: „In den letzten drei Jahren habe ich fast Vollzeit Spanisch gelernt.“ Ihr Plan war konkret: Mit dem neuen Song beim Benidorm-Fest, der spanischen Vorentscheidung, antreten. Doch daraus wurde nichts. „Sie sagten, man müsse dort ansässig sein, um teilnehmen zu können.“
Dazu kommt, dass Spanien in diesem Jahr aufgrund der Teilnahme Israels den ESC boykottiert. Selbst wenn die 51-Jährige, die mit ihrer Familie zeitweise in Marbella lebt, das Benidorm-Fest gewonnen hätte, wäre sie nicht in Wien am Start gewesen.
Trotzdem bleibt der Traum. „Für mich wäre es so ein Riesenspaß, wenigstens die Chance zu haben, Spanien beim Eurovision Song Contest zu vertreten.“
Das schwedische Melodifestivalen bleibt ihr Zuhause
Trotz ihrer Spanien-Pläne sieht sich die Sängerin weiterhin fest mit Schweden verbunden. Das Melodifestivalen, oft einfach „Mello“ genannt, ist für sie eine Herzensangelegenheit. „Ich bin einfach ein großer Teil des Ganzen“, sagt sie über ihre Rolle beim Wettbewerb. Ein möglicher Start für ein anderes Land wäre für sie kein Verrat. „Ich glaube nicht, dass das ein Problem wäre.“
Sie selbst war nach 1999 noch mehrfach beim Mello zu sehen. Im Jahr 2008 gewann sie sogar erneut mit „Hero” und fuhr nach Belgrad, wo sie 18. wurde. Für Charlotte Perelli ist das Mello ihre Heimat, aber der Ausgang unberechenbar. Gerade für bereits etablierte Künstler. „Man weiß vor Beginn des Wettbewerbs nicht, wer gewinnen wird.“ Genau das mache den Reiz aus – aber auch den Druck.
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Helene Fischer? „Sie ist in so vielerlei Hinsicht fantastisch“
Mit einem ihrer bekanntesten Songs macht sie quasi einen Abstecher nach Deutschland. Charlotte Perrelli coverte den Mega-Hit „Atemlos durch die Nacht“ – und landete damit sogar einen Nummer-1-Erfolg in Schweden. „Här Står Jag” wurde von ihr natürlich auch im Mello als Interval-Act präsentiert.
Die Idee zu dem Cover kam aus ihrem Team, doch sie war sofort überzeugt. „Ich liebe den Song sehr. Und ich verfolge auch Helene Fischers Karriere“, sagt sie. Ihr Urteil ist eindeutig: „Sie ist in so vielerlei Hinsicht fantastisch.“
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Und so, wie Helene Fischer kein Konzert ohne ihr bekanntestes Lied geben dürfte, ist es auch bei Charlotte Perelli. „Es war ein Superhit und ist heute einer der Songs, den die Leute am meisten mögen – natürlich nach meinen Songs für den Eurovision Song Contest.” Es mache ihr nach wie vor riesigen Spaß, den Song zu singen.
„Es gibt so viele Menschen da draußen, die es einfach lieben zu hassen“
Auch die deutsche ESC-Hoffnung Sarah Engels spricht sie im Interview direkt an. Die 33-jährige Sängerin bekommt seit Bekanntwerden ihrer Teilnahme viel Gegenwind – besonders im Netz. Charlotte Perrelli kennt das selbst nur zu gut. „Es gibt so viele Menschen da draußen, die es einfach lieben zu hassen“, sagt sie offen. Ihr Rat ist deshalb klar: „Man muss einfach so viel Selbstvertrauen aufbauen, dass sie dich nicht aufhalten können.“
Denn Zweifel können alles zerstören. „Sobald du anfängst zu zweifeln, ist es unmöglich, es gut zu machen.“ Stattdessen solle man sich auf die positiven Stimmen konzentrieren. „Man muss einfach an die Liebe denken, die man von vielen anderen Menschen bekommt.“
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Und wer hat die besten Chancen auf den ESC-Sieg am 16. Mai? Eine klare Antwort fällt Charlotte Perrelli schwer. Zu viele starke Songs, zu viele Überraschungen. Einen Namen nennt sie aber doch: „Ich muss sagen, Felicia [die schwedische Teilnehmerin, Anm. d. Red.] macht das wirklich gut.“ Auch das finnische Duo überzeugt sie: „Finnland macht dieses Jahr einen fantastischen Job.“
Daneben nennt sie noch weitere Länder. „Dänemark hat einen starken Song.“ Und auch Delta Goodrem aus Australien habe ihr gefallen. Ihr Fazit: „Es gibt so viele gute Songs.“
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


