Fieser Beigeschmack„Negativrekord”! Diese Kräuter der Provence fallen bei Öko-Test durch

Kräuter der Provence im Schälchen umgeben von frischen Kräutern
Nur wenige Kräutermischungen im Test waren „gut”.
picture alliance / Foodcollection

Diese Dinge will man lieber nicht im Topf haben!
Aus welcher Mischung Kräuter der Provence genau bestehen müssen, ist offiziell nicht festgelegt. Was allerdings auf keinen Fall drinstecken sollte: Pestizide und andere Schadstoffe. Die Realität sieht offenbar aber anders aus.

Kräuter der Provence aus Ägypten

Öko-Test hat 23 Mischungen aus getrockneten Kräutern geprüft, die als „Kräuter der Provence“ verkauft werden. Neun davon tragen ein Bio-Siegel. Die Zusammensetzung ist unterschiedlich – oft sind Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum und Oregano vertreten, dazu kommen etwa Lavendel, Salbei oder Majoran. Auch untypische Zutaten wie Schnittlauch oder Zwiebeln sind in manchen zu finden. Das Test-Team kaufte bevorzugt günstigere Nachfüllpacks ein und bezahlte pro 20 Gramm zwischen 64 Cent und 6,24 Euro.

Anders, als die Bezeichnung vermuten lässt, kommen fast alle Kräuter von überall her - nur nicht aus der Provence. Am häufigsten nannten die Hersteller Ägypten, Marokko, Griechenland oder Albanien als Anbauländer; aus Frankreich stammen gerade mal ein bis zwei Kräuter bei vier Anbietern.

Lese-Tipp: Frisch oder aus dem Tiefkühler: welche Kräuter schmecken besser?

Video-Tipp: Diese Kräuter sind echte Gesundheits-Booster

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

„Negativrekord” bei Pestizidspuren

Viel wichtiger ist aber: Gleich sieben Kräutermischungen rasseln mit „mangelhaft” oder sogar „ungenügend” durch. Die größten Testverlierer sind die Kräuter der Provence, Nachfüllpack von Ankerkraut (2 Euro pro 20 Gramm) und die Kania Kräuter der Provence von Lidl (85 Cent pro 20 Gramm).

In beiden stellte das Labor stark erhöhte MOSH-Gehalte fest. Dabei handelt es sich um Mineralölbestandteile, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern können – mit noch unklaren Folgen. Beide enthalten außerdem Pestizide in Spuren. Ankerkraut hält dabei den Negativrekord von zehn verschiedenen Spritzmitteln, darunter das Fungizid Dimethomorph, das als wahrscheinlich reproduktionstoxisch beim Menschen eingestuft ist.

Die Kräuter von Kania kritisiert Öko-Test zudem noch wegen sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Dabei handelt es sich um Pflanzengifte, die dem Schutz gegen Fraßfeinde dienen und durch versehentlich mitgeerntete Beikräuter ins Produkt gelangen können. PA haben sich in Tierversuchen als krebserregend und erbgutschädigend erwiesen.

Lese-Tipp: Echte Schlankmacher! Diese Kräuter und Gewürze erleichtern das Abnehmen

Diese Kräutermischungen sind „gut”

Immerhin fünf „Kräuter der Provence”-Mixe befand Öko-Test für gut, alle in Bio-Qualität. So können etwa die Produkte von Alnatura (1,59 Euro pro 20 Gramm), Dennree (1,59 Euro pro 20 Gramm) und Tegut (1,49 Euro pro 20 Gramm) überzeugen.

Tipp: Damit eure Kräuter am besten ihr Aroma entfalten, gebt sie erst kurz vor Ende der Garzeit ins Gericht. Am besten lichtgeschützt und luftdicht aufbewahren, so halten sie sich je nach Zutaten bis zu drei Jahre.

Alle Ergebnisse findet ihr auf ökotest.de.