„Ranzig, stichig, schlammig“Olivenöl kriegt bei Öko-Test sein Fett weg – doch eins vom Discounter glänzt

Olivenöl wird in ein Schälchen geschüttet.
Öko-Test hat 30 Olivenöle unter die Lupe genommen. (Symbolbild)
picture alliance/dpa | Christin Klose

Das ist bitter!
„Nativ extra“ klingt nach Top-Qualität – doch genau dieses Versprechen hält laut Öko-Test längst nicht jedes Olivenöl. Im Gegenteil: Mehrere Produkte schmieren im Test komplett ab, obwohl sie laut Etikett zur höchsten Güteklasse gehören. Dafür glänzt ausgerechnet ein günstiges Discounter-Öl mit seinem astreinen Geschmack.

„Nativ extra“ bei Olivenöl – was heißt das eigentlich?

Schmeckt der Inhalt wirklich so hochwertig, wie das Etikett verspricht– und ist er frei von problematischen Stoffen? Um diese Frage zu klären, hat Öko-Test insgesamt 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“ eingekauft – von Discountern, Supermärkten und Biomarken. Die Preise: zwischen 7,99 und knapp 28 Euro pro Liter. Aber heißt teurer hier wirklich besser?

Wichtig zu wissen: „nativ extra“ ist keine Marketingbezeichnung, sondern die höchste gesetzlich definierte Qualitätsstufe für Olivenöl. Sie bedeutet: Das Öl muss sensorisch fehlerfrei sein – also weder ranzig noch muffig schmecken – und strenge chemische Grenzwerte einhalten. Deshalb zog Öko-Test zusätzlich zum Labortest Expertinnen und Experten des Deutschen Olivenölpanels zurate.

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Dieses Urteil schmeckt wohl niemandem

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur etwa jedes vierte Olivenöl schneidet „gut“ oder „sehr gut“ ab. Sieben Produkte enttäuschen mit dem Urteil „mangelhaft“, dürften nach Meinung von Öko-Test eigentlich gar nicht als „nativ extra“ verkauft werden. Denn das Expertenteam bewertete sie im Geschmackstest als „ranzig“ oder „stichig, schlammig“. Auffällig: Sechs davon sind Bio-Öle. Zu den Testverlierern gehören:

  • Rewe Bio Natives Olivenöl extra (9,27 €/Liter) – wegen ranzigem Geschmack und zusätzlich drei Pestizidrückständen in Spuren.

  • De Cecco Bio Natives Olivenöl extra (19,98 €/Liter) – wegen ranzigem Geschmack und dem enthaltenen Weichmacher DBP, der als fortpflanzungsgefährdend gilt und zum Beispiel über Schläuche ins Produkt gerät.

  • Belluccino Natives Olivenöl extra von Norma (7,99 €/Liter) – wegen stichigem, schlammigen Geschmack und vier verschiedenen Pestizid-Spuren.

Alle Öle enthalten außerdem Mineralölbestandteile (MOAH) in Spuren. Darunter können sich Verbindungen befinden, die potenziell krebserregend sein können.

Immerhin: Norma hat reagiert und die betroffene Charge aus dem Verkauf genommen. Laut den anderen Herstellern lag bei der eigenen Prüfung der gleichen Charge kein sensorischer Fehler vor.

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Aldi-Olivenöl: unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Nur zwei Produkte sind laut Öko-Test „sehr gut“. Sie schneiden im Inhaltsstoff-Test super ab und schmecken so, wie es bei einer „nativ extra“-Auslobung sein soll: „mittelfruchtig, mittelbitter, mittelscharf/grün, reif“. Das Krönchen gewonnen haben das Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien, fruchtig (ca. 19,78 €/Liter) sowie das günstige Bio Native Olivenöl extra“ von Aldi, das mit ca. 9,27 € pro Liter weniger als halb so viel kostet.