Vermisstes Mädchen (4) in Australien

Mutter ist sich sicher: "Cleo würde nie alleine das Zelt verlassen"

Ellie Smith und ihr Freund Jake Gliddon mit der kleinen Cleo.
Ellie Smith und ihr Freund Jake Gliddon mit der kleinen Cleo.
© Facebook/Ellie Smith

19. Oktober 2021 - 16:23 Uhr

Australien: Mädchen verschwand beim Campen aus Zelt

Es ist schon der vierte Tag der quälenden Ungewissheit für die Familie der kleinen Cleo (4). In der Nacht zum Samstag verschwand das Mädchen beim Campen an der australischen Westküste aus dem Familienzelt – mitsamt seinem Schlafsack. Die Ermittler tappen im Dunkeln. Jetzt haben sich Cleos Mutter und ihr Freund erstmals zum Verschwinden der Vierjährigen geäußert. Cleos Mutter ist überzeugt, dass ihre Tochter niemals einfach weglaufen würde.

Mutter: Cleo ist "viel zu faul zum Laufen"

"Sie würde nie davonlaufen, sie würde nie alleine das Zelt verlassen", erzählt Ellie Smith mit ihrem Freund Jake Gliddon dem australischen Sender "7News". "Wir hoffen so sehr, dass sie irgendwo in der Nähe ist. Denn wenn ich daran denke, dass jemand sie mitgenommen hat ... Da schießen uns Millionen von Gedanken durch den Kopf."

Die Mutter ist davon überzeugt, dass jemand weiß, wo sich Cleo befindet. Dass ihre Tochter aus dem Zelt geht und herumläuft – für Ellie Smith undenkbar. "Sie ist viel zu faul zum Laufen. Und sie würde auch nicht weit mit dem Fahrrad fahren. Am liebsten fährt sie im Kinderwagen mit."

Nachts fragte Cleo nach einem Schluck Wasser

Ellie Smith und ihr Freund schildern dem Sender auch, wie sie die verhängnisvolle Nacht erlebten. Demnach kam die Familie am Freitag gegen 18:30 Uhr auf dem abgelegenen Campingplatz nahe der Quobba Blowholes an. Nach dem Abendessen sei Cleo gegen 20 Uhr ins Bett gegangen. Anschließend legten sich ihre Schwester Isla sowie Ellie Smith und Jake Gliddon schlafen.

Gegen 1:30 Uhr in der Nacht sei Cleo aufgewacht und habe Durst gehabt, berichtet ihre Mutter. "Ich habe ihr etwas Wasser besorgt, dann hat sie weitergeschlafen." Danach sah sie ihre Tochter nicht mehr. Morgens wachte Ellie Smith auf, weil ihre jüngere Tochter Isla eine Flasche wollte. "Der Reißverschluss des Zeltes war offen und Cleo verschwunden", erinnert sie sich. "Cleo ist weg", sagte sie zu ihrem Freund.

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Campingplatz Cleo vermisst
Von diesem Campingplatz an Australiens Westküste verschwand das Mädchen am Samstag.
© Reuters

Das Paar alarmierte die anderen Bewohner des Campingplatzes und stieg ins Auto, um Cleo zu suchen. Doch ohne Erfolg; die beiden riefen die Polizei. Dann hätten sie Panik bekommen, erzählt die Mutter. "Wir sind als Kinder selbst hier aufgewachsen – buchstäblich 100 Meter von dem Ort entfernt, an dem wir jetzt gezeltet haben. Wir haben überall dort gesucht, wo wir als Kinder waren. Aber wir konnten Cleo einfach nicht finden."

Ihr sei "absolut alles" durch den Kopf gegangen, sagt Ellie Smith. Die letzten Tage hat sie kaum ein Auge zugemacht. "Das Schlimmste ist, dass wir nichts mehr tun können. Es liegt nicht in unseren Händen, wir fühlen uns hilflos."

Australische Polizei hält Entführung für möglich

Was dem kleinen Mädchen widerfahren ist, ist völlig unklar. Denkbar ist laut Ermittlern, dass Cleo entführt wurde. In dem Fall befürchten sie aber, dass die Vierjährige bereits in einen anderen Bundesstaat gebracht worden ist. "Wir können nicht ausschließen, dass Cleo noch in der Gegend ist. Wir können aber auch nicht ausschließen, dass sie nicht mehr dort ist", sagt Jon Munday von der Polizei.

Medienberichten zufolge war Cleos Mutter mit dem Mädchen schon öfter campen: das erste Mal, als Cleo noch ein Baby war. Nach Angaben von Ellie Smith war es aber ihr erster Campingurlaub mit ihrem Freund und Cleo, bei dem auch ihre jüngere Tochter Isla dabei war.

Suche nach Cleo wegen schlechten Wetters unterbrochen

Am Montagnachmittag wurde der leibliche Vater der kleinen Cleo befragt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun haben könnte, erklärte die Polizei.

Inzwischen macht den Suchtrupps das schlechte Wetter zu schaffen: Australiens Westküste wurde von einer Kaltfront mit Sturm und Regen getroffen, sodass die Suche am vierten Tag vorübergehend unterbrochen werden musste. Die Ermittler hoffen jetzt, dass Überwachungskamera-Aufnahmen von Raststätten aus der Gegend rund um den Campingplatz sie auf die Spur der vermissten Cleo bringen.

Ellie Smith hofft, dass am Ende doch alles gut wird. "Wir wollen einfach, dass unser kleines Mädchen wieder bei uns ist." Was sie erlebe, wünsche sie keiner anderen Mutter. "Wir haben so viel Angst." (bst)