Nach Mega-Explosion in Müllverbrennungsanlage

Kaum Hoffnung für die Vermissten im Chempark Leverkusen

30. Juli 2021 - 9:35 Uhr

Fünf Tote, zwei Vermisste, 31 Verletzte

Nach der Explosion in einem Leverkusener Entsorgungszentrum haben Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr drei weitere Menschen tot aus den Trümmern geborgen. Das teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizei Köln mit. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf fünf. Zwei Personen werden noch immer vermisst.

Rettungskräfte suchen nach vermissten Personen

Rettungskräfte sind rund um die Uhr auf der Suche nach vermissten Mitarbeitern. Es besteht aber kaum Hoffnung, sie lebend in den Trümmern der Explosion zu finden. "Wir haben keine Hoffnung mehr, jemanden lebend zu finden", sagte ein Sprecher der Chempark-Betreiberfirma Currenta am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Explosion im Leverkusener Chempark
Nach der Explosion im Leverkusener Chempark suchen die Rettungskräfte noch immer nach Vermissten.
© dpa, sab

Betreiberfirma geschockt und tief betroffen

Bisher wurden offiziell zwei Todesopfer bestätigt. Durch die Explosion wurden zudem 31 Mitarbeiter verletzt, einer davon befindet sich in Lebensgefahr. "Wir sind tief betroffen. Die Ereignisse des gestrigen Tages haben uns alle schockiert", sagt Frank Hyldmar, Vorsitzender der Currenta-Geschäftsführung. "Mindestens zwei Menschen haben dabei ihr Leben verloren. Fünf werden derzeit noch vermisst. Wir haben keine große Hoffnung mehr, sie lebend zu finden", erklärt er.

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Ursache für die Explosion im Chempark noch unbekannt

Nach Informationen des nordrhein-westfälischen Landesumweltamtes hätten die explodierten Tanks auch chlorierte Lösungsmittel enthalten. "Daher gehen wir derzeit davon aus, dass über die Rauchwolke giftige Dioxin,- PCB- und Furanverbindungen in die umliegenden Wohngebiete getragen wurden", teilte ein Sprecher des Amtes mit. In welcher Konzentration dies tatsächlich geschehen sei, werde aber aktuell noch geprüft.

Offen ist auch weiterhin, wie es zu der Explosion kommen konnte. Noch können wir zur Unfallursache nichts sagen. Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen", erklärte Currenta-Geschäftsführer Frank Hyldmar.

Hotline für Anwohner eingerichtet

Für die Anwohner*innen wurde eine Hotline eingerichtet. Sie sind gebeten, auch Rückstände und Rußniederschlag auf Grundstücken und Straßen dort zu melden. Die Hotline ist unter 0214 - 2605 99333 erreichbar. Es gilt weiterhin der Rat, kein Obst- oder Gemüse aus dem Garten zu essen, auf dem sich Ruß abgelagert hat. (rra/mor)