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Wegen neuer Virus-Mutation

Komplett-Lockdown? Kanzlerin Merkel prüft offenbar schärfere Corona-Maßnahmen

18. Januar 2021 - 8:45 Uhr

Droht uns eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel dringt aus Sorge vor der Ausbreitung von Corona-Virus-Mutationen auf "sehr schnelles Handeln". Im CDU-Präsidium sagte sie nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen am Donnerstagabend, dass sie deshalb das Treffen der Ministerpräsidenten vom 25. Januar auf kommende Woche vorziehen wolle. Dann müsse über weitere Verschärfungen gesprochen werden. Es müsse verhindert werden, dass sich die hochansteckenden Virus-Varianten ausbreiteten. "Das Virus lässt sich nur mit zusätzlichen Anstrengungen aufhalten", sagte sie danach. Mögliche Maßnahmen und welche Politiker ihre Forderung bereits unterstützen – im Video.

Ziemiak: "Keine Panik, sondern kluges Handeln ist jetzt gefragt"

CDU-Generalsekretät Paul Ziemiak beschreibt die Lage im RTL-Interview: "Wir haben uns gestern sehr intensiv beschäftigt mit den Neuinfektionen. Für uns ist klar, dass wir gerade angesichts des mutierten Virus in einer ganz gefährlichen Lage sind. Und die Kanzlerin war gestern so wie wir sie kennen: Ganz rational. Sie hat sich ganz genau die Zahlen angeschaut und überlegt: Was kann jetzt der richtige Weg sein. Aber: Keine Panik, sondern kluges Handeln ist jetzt gefragt." (Das ganze Interview im Video unten)

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Sammlung von Vorschlägen - beschlossen ist nichts

Dem "Spiegel" zufolge ständen Vorschläge wie eine FFP2-Masken-Pflicht oder eine Wiedereinführung der Grenzkontrollen im Raum. Auch eine Einschränkung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs werde als Option diskutiert,heißt es demnach. Das dementiert Ziemiak im RTL-Interview: "Es gab ja Meldungen, die Politik will den öffentlichen Personennahverkehr komplett einstellen. Sowas ist natürlich nicht richtig. Das hat auch niemand vorgeschlagen. Aber wir müssen jetzt in den nächsten Tagen genau überlegen, was kann man eigentlich konkret wie machen, um die Neuansteckungen nach unten zu bringen. Das ist jetzt eine ganz anstrengende Zeit."

Auch Merkel widersprach im Bundesvorstand einem "Bild"-Bericht, dass auch eine Schließung des öffentlichen Verkehrs geplant sei. "Wir müssen den ÖPNV entlasten, indem wir mehr Homeoffice machen und so die Kontakte reduzieren", sagte sie nach Teilnehmerangaben.

Welche Maßnahmen werden diskutiert? Eine Einordnung von Franca Lehfeldt

RTL-Reporterin Franca Lehfeldt erklärt, welche Maßnahmen gerade heiß disktutiert werden. Mehr dazu im Video.

Corona-Treffen zwischen Bund und Ländern soll vorgezogen werden

In Sachen neue Verhandlungen drückt die Kanzlerin den Kreisen zufolge allerdings aufs Tempo: Eine neue Runde Corona-Gipfel zwischen Merkel und Ministerpräsident:innen soll bereits kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar stattfinden. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht.

Appell zu mehr Homeoffice soll bald kommen

Nach RTL-Informationen wollen als sofortige zusätzliche Maßnahme Bundespräsident Steinmeier, Arbeitgeberpräsident Dulger und DGB-Vorsitzender Hoffmann morgen gemeinsam fordern, dass Arbeiten im Homeoffice wesentlich ausgebaut wird. Ein solcher Appell wäre ein Meilenstein und träfe bei Ministerpräsidenten auf offene Ohren. CSU-Chef Markus Söder z.B. hatte gestern in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass in Bayern künftig verstärkt auf Homeoffice gesetzt wird.

Merkel warnt vor Virus-Mutation

Hintergrund für die Überlegungen zu neuen Maßnahmen ist offenbar die Angst vor den neuen Varianten und Mutationen des Coronavirus. In Irland stieg der Inzidenzwert innerhalb der letzten sieben Tage von 140 auf gut 1.000 an. Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge. Die Mutation des Virus sei nach Ansicht aller sehr aggressiv, deren Verbreitung müsse verlangsamt werden. Man müsse jetzt handeln.

Experten warnen allerdings davor, zu krasse Rückschlüsse aus den irischen Zahlen zu ziehen. Sie fordern mehr deutsche Daten. In Deutschland sind bisher nur wenige Fälle der Coronamutation aufgetreten. Sie ist deshalb nur wenig erforscht. Eine ausführliche Einschätzung zur Gefährlichkeit Variante gibt RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht hier.

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