Kanzlerkandidat will mehr Tempo beim Klimaschutz

Laschet verspricht Hochwasserhilfen

15. Juli 2021 - 16:17 Uhr

Betroffene Städte sollen Hilfen bekommen

Das Unwetter ist vor allem für die Menschen in NRW eine echte Katastrophe. Zahlreiche zerstörte Städte bleiben durch die Flutkatastrophe zurück. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar. CDU-Kanzlerkandidat hat sich heute ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Besonders dramatisch ist die Lage in der Stadt Hagen. Der NRW-Minister kündigt jetzt Hilfen für betroffene Städte und Kreise vom Land an. Die Lage solle am Freitag in einer Sondersitzung des Landeskabinetts besprochen und analysiert werden.

Im Video spricht Armin Laschet den Familien der toten Feuerwehrmännern sein Beileid aus.

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Hilfen sollen vor allem bei Schäden in der Infrastruktur greifen

Noch sei der Umfang der Hilfen nicht zu beziffern, weil das konkrete Ausmaß der Schäden nicht bekannt sei. Die Hilfen sollten greifen, wenn etwa Brücken und weitere Infrastruktur geschädigt seien. In Gesprächen mit der Deutschen Bahn werde geklärt, wie im Bereich der Schienenwege Schäden schnellstens behoben werden könnten. Bei Privatleuten und Unternehmen sei davon auszugehen, dass ihre Versicherungen für die Schäden einträten - etwa für weggespülte Autos, sagte Laschet.

Laschet besucht vom Unwetter betroffene Städte

Der Unionskanzlerkandidat hatte sich am Vormittag in Altena und in Hagen über die Hochwasser-Lage informieren lassen.

Es habe im ganzen Land keine andere Stadt gegeben, wo sich die Hochwasserlage schon am Mittwoch so dramatisch entwickelt habe wie in Hagen, sagte Laschet. Das vorausschauende Handeln der dort Verantwortlichen habe eine noch größere Katastrophe verhindert. Hier seien schon Vorbereitungen getroffen worden, als noch die Sonne geschienen und niemand geahnt habe, was passieren würde, lobte Laschet.

Sehr hilfreich sei dabei auch der schnelle Einsatz der Bundeswehr gewesen: "Die Bundeswehr hat die Wege frei gemacht." Laschet dankte auch allen anderen Helfern in der Not.

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Noch kein genaues Lagebild über die Opfer

Nach Altena sei er am frühen Morgen ohne Medienbegleitung gefahren, um denen beizustehen, die einen Kameraden im Rettungseinsatz verloren hätten, erklärte Laschet. Dort war am Mittwoch ein 46-jähriger Feuerwehrmann ums Leben gekommen, der zuvor einen Menschen gerettet hatte.

Der Familienvater sei bei seinem Einsatz von den Wassermassen ergriffen worden, sagte Laschet. "Und das zeigt, dass das, was wir hier so abstrakt beschreiben, für eine Familie jetzt ganz konkret bedeutet, dass man den Vater verloren hat, der sich für die Gemeinschaft eingesetzt hat. Kein Wort, was wir sprechen, kann diesen Verlust ersetzen." Im Nachbarort hatte ein 52-jähriger Feuerwehrmann im Einsatz einen Herzinfarkt erlitten.

"Wir haben noch kein genaues Lagebild über die Opfer", sagte Laschet. Das Land helfe bei der Suche nach Vermissten mit Hubschraubern. "Viele Menschen haben alles, was sie besitzen, verloren, weil die Schlammmassen in einige Häuser eingedrungen sind." Auch Unternehmen hätten Totalschäden zu beklagen.

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Klimawandel klarer Grund für Unwetterlage

Es sei klar, dass die zunehmenden Starkregen- und Hitzereignisse mit dem Klimawandel verbunden seien, sagte Laschet. "Wir werden immer wieder mit solchen Krisen konfrontiert werden." Nun sei weltweit mehr Dynamik beim Klimaschutz und der nötigen Anpassung an den Wandel erforderlich. NRW sei auf dem Weg mit dem kürzlich verabschiedeten bundesweit ersten Klimaanpassungsgesetz vorangegangen.

Seine Bundestagswahlkampf-Tour sei unmittelbar nach Bekanntwerden der Flut-Katastrophe abgebrochen worden, sagte Laschet, der einen Termin in Stuttgart und seine Teilnahme an der CSU-Landesgruppenklausur in Bayern abgesagt hatte. Jeder Ministerpräsident, der sein Amt ernst nimmt, ist in einem solchen Moment bei den Menschen vor Ort, Wahlkampf hin oder her.» Er wolle dabei den Betroffenen beistehen und keine medialen «Bilder erzeugen», versicherte der 60-Jährige. "Das Wichtige ist, dass man da ist."

Auch Bundeskanzlerin Merkel hat sich erschüttert über die Folgen der Unwetter geäußert. Sie befindet sich zur Zeit auf einer Reise in den USA. Sie will sich um 16 Uhr deutscher Zeit aber auch in einem Statement zur Katastrophenlage in Deutschland äußern. (dpa/khe)