„Du hast gerade eben auf ihn geschossen? Ist er tot? Ist er gestorben? Ist er tot? Du hast ihm in den Kopf geschossen?“
Ex-Politiker Chalong Reawraeng gesteht mitten in einem YouTube-Livestream der Journalistin Anchalee Paireerak, dass er auf seinen früheren Freund Thongchai Yenprasert geschossen haben will. Der Sender informiert die Polizei, Chalong wird wenig später festgenommen.
Der frühere Lokalpolitiker soll den Chef der Provinzverwaltung von Nothaburi, Thongchai Yenprasert, vor dessen Büro attackiert haben. Thongchai wird am Kopf und Hals getroffen und stirbt später im Krankenhaus. Sein Fahrer wird durch die Schüsse an der Hand verletzt.
Auslöser der tödlichen Eskalation soll ein Streit um Schulden in Höhe von rund 290.000 Euro gewesen sein. Der getötete Thongchai habe sich geweigert diese zurückzuzahlen und mit Chalong zu sprechen. Er habe ihn aber nicht töten wollen, so der Ex-Politiker.
Doch der Umgang der Polizei mit dem Tatverdächtigen sorgt in Thailand für Empörung: Er darf ohne Handschellen und rauchend eine Pressekonferenz auf der Wache abhalten. Die Erklärung der Polizei: Chalong habe so die Möglichkeit gehabt, sich bei der Familie des Opfers zu entschuldigen – stattdessen beschrieb er seine Tat sechs Minuten detailgetreu. Auch der thailändische Premierminister äußert Kritik an dieser Sonderbehandlung.
Warum der Ex-Politiker nach seiner Tat ausgerechnet die Journalistin Anchalee angerufen hat? Die beiden kennen sich seit 20 Jahren im beruflichen Kontext. Wenn Chalong Neuigkeiten oder Informationen rund um politische Themen hatte, war Anchalee immer seine erste Ansprechpartnerin. Der Journalistin gelang es auch, Chalong zu beruhigen und am Tatort zu bleiben, bis die Polizei eintraf.
Chalong sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, das Gericht hat eine Freilassung auf Kaution abgelehnt.
Verwendete Quellen: RTRS, Facebook, X