Erst wurde es dämmrig, dann verschwand die Sonne vollständig hinter dem Mond. Und dann gab es sofort lauten Jubel, Luftsprünge, Applaus - und auch viele Freudentränen. Millionen Menschen verfolgten die erste totale Sonnenfinsternis über dem spanischen Festland seit mehr als einem Jahrhundert. Sie feierten lautstark auf Dorfplätzen, Berggipfeln, Stränden, Dachterrassen und eigens eingerichteten Beobachtungsplätzen. In Deutschland schlug eine partielle Sonnenfinsternis Millionen in ihren Bann. Hier wurde die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt.
Und plötzlich ist es fast ganz dunkel hier im Erzgebirge. Eigentlich schiebt sich nur der Mond vor die Sonne, doch wenn ihr Licht für ein paar Minuten verschwindet, ist das ein fast magischer Moment Auf mehr als 800 Metern Höhe bei Annaberg Buchholz lassen sich viele Menschen dieses Naturschauspiel nicht entgehen.
Doch längst nicht alle konnten sich eine Spezialbrille borgen oder gar kaufen. Vielerorts waren die nämlich ausverkauft. Am Zeiss Planetarium in Berlin muss die Polizei am Abend einschreiten.
Es kam zur Brillenhysterie in der Hauptstadt. Doch sie ist wichtig, um keine Schäden an der Netzhaut zu riskieren. Hätten alle mal so vorgesorgt wie Optica Wolf in Bensberg. Der Chef hat einen Brillenvorrat angelegt. Denn wie das Foto zeigt, standen die Menschen schon 1999 hier Schlange bei der vorigen Sonnenfinsternis.
Ähnlichen Andrang gab es auch auf der Lieblingssonneninsel der deutschen Mallorca. Stau. Keine Parkplätze. Doch wer es geschafft hat, konnte hier sogar die totale Sonnenfinsternis erleben. Ähnlich beeindruckend war der Blick von einem Observatorium auf dem spanischen Festland. Für viele war das eine kurze Pause vom Alltag und wer noch länger wach blieb, konnte gleich das nächste Himmelsspektakel sehen. So wie hier über den Landkreisen Diepholz und Oldenburg zogen Sternschnuppen über den Himmel. Es war der Höhepunkt des jährlichen Perseidenschauers.