Nahe kommen diese Schaulustigen dem glühenden Lavastrom, der wie ein Wasserfall in den Krater stürzt. Ein seltenes Naturschauspiel, denn normalerweise fließt die Lava aus dem Krater heraus. Aber dadurch könnte der Schlot wie ein Korken versiegelt werden und die Gefahr von weiteren Explosionen steigt. Schon seit Tagen steht eine gewaltige Rauchsäule über dem Vulkan. Infolge der Aschewolke am Himmel wurde der Flugbetrieb am Flughafen Catania komplett eingestellt. Etwa 30.000 Urlauber sind seit dem Wochenende gestrandet.
"Im Grunde sind wir völlig auf uns alleine gestellt. Es gibt keine Organisation. Sie geben uns kein Wasser. Sie haben uns überhaupt nichts gegeben." Es sind nervenaufreibende Tage für die Touristen. Und das ausgerechnet mitten in der Hauptreisezeit. Da viele Unterkünfte bereits voll sind, bleibt vielen nichts anderes übrig, als die Nächte am Flughafen zu verbringen. "Wir wissen nicht, wann es für uns weitergeht oder was nun passiert. Wir wissen gar nichts."
Immer wieder zieht es aber auch Bergsteiger und Schaulustige in die Nähe des Vulkans. Wie gefährlich das sein kann, haben Touristen vergangenen Sommer erlebt, als nach einer gewaltigen Explosion der Ätna plötzlich eine hohe Säule aus Gas und Asche spuckte. Touristen brachen in Panik aus und versuchten, den Gipfelbereich fluchtartig zu verlassen. Der über 3004 100 Meter hohe Ätna ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Diese spektakulären Bilder entstanden erst vor wenigen Wochen. Nicht umsonst wird der Ätna von den Einheimischen auch mongibello genannt, was übersetzt so viel bedeutet wie Schöner Berg.