Kriminelle Geschäfte mit Fake-Ausweisen

So leicht gibt's den gefälschten Impfpass – RTL-Reporter macht den Test

30. April 2021 - 15:21 Uhr

Ermittler sind gegen gefälschte Impfpässe oft machtlos

Das Geschäft mit gefälschten Impfausweisen boomt. Kriminelle bieten sie auf dem Messengerdienst Telegram an – mit Stempel, Unterschriften und Chargennummern der Corona-Impfstoffe. Die Landeskriminalämter sind wegen der zunehmenden Zahl von Impfpass-Fälschungen alarmiert. Aber oft machtlos, denn die Kommunikation wird anonym und verschlüsselt über das Internet abgewickelt. RTL-Reporter Stephan Richter will wissen, wie der Handel läuft und besorgt sich für die Recherche einen Fake-Ausweis. Ohne große Probleme, wie im Video zu sehen ist.

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Fake-Impfpass ist schon nach ein paar Tagen da

Schon nach ein paar Klicks in einer verschlüsselten Gruppe scheint er am Ziel zu sein. Der Reporter kann die Zahl der benötigten Impfpässe angeben und sogar wählen, ob er lieber einen vom Hausarzt oder von einem Impfzentrum ausgestellten Impfpass wünscht. Nach wenigen Tagen ist der gefälschte Pass in der Post. Dem Eintrag zufolge hat Stephan Richter in Frankfurt zwei Corona-Impfungen erhalten.

Zwar erkennen Profis, dass die Einträge nicht echt sind. "Der Stempel ist nicht der, der hier im Impfzentrum Frankfurt/Main verwendet wird", erklärt Impfzentrumsleiter Benedikt Hart. Außerdem verrieten einige handschriftlichen Eintragungen, dass der Impfpass nicht dort ausgestellt wurde. Für Inhaber von Geschäften und Restaurantbetreiber dürfte es allerdings schwierig sein, die Fälschungen zu erkennen.

Video: Impfpass verloren - muss ich deswegen auf eine Impfung verzichten?

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Impfpass-Fälschern droht der Knast

Offenbar ein einträgliches Geschäft für die Betrüger, aber auch ein riskantes. Denn nach Auskunft von Virginie Wegner vom hessischen Landeskriminalamt (LKA) droht ihnen Gefängnis. "Straftatbestände können das Herstellen von Gesundheitszeugnissen und Urkundenfälschung sein", erklärt Wegner. Wer verurteilt wird, müsse mit einem bis fünf Jahren Knast rechnen, auch eine Geldstrafe sei möglich. Im Video erklärt die Expertin, was der Antrieb für die Kriminellen ist.

Fotos von Corona-Impfpässen nicht über soziale Medien verbreiten

Um es den Kriminellen so schwer wie möglich zu machen, sollte man Bilder von Impfpässen nicht in den sozialen Medien teilen, rät Impfzentrumsleiter Benedikt Hart. So kämen die Fälscher nicht so leicht an die richtigen Daten und Stempel.

Experten glauben, dass auch ein digitaler Impfpass bei der Bekämpfung der Kriminalität helfen könnte. Dieser sei zwar auch nicht absolut fälschungssicher, würde aber eine größere Hürde für die Betrüger darstellen.

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Den für die Recherche bestellten gefälschten Impfpass hat RTL der Polizei übergeben. In der Hoffnung, dass die Ermittler den Kriminellen das Handwerk legen.

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