Expertin hat die Tipps gegen die Müdigkeit

Fiese Zeitumstellung: Wie Sie die verlorene Stunde gesund ausgleichen

Müde Frau im Bett mit Handy
Nur eine Stunde weniger Schlaf kann unsere innere Uhr mächtig durcheinanderbringen.
Hirurg, iStock

Deutschland gähnt. Denn die Uhren wurden umgestellt. Die Folge in den Tagen danach: Wir sind müde und fühlen uns schlapp. Denn die Zeitumstellung im Sommer bedeutet, dass uns eine Stunde Schlaf genommen wird. Und das kann die innere Uhr mächtig durcheinanderbringen. Unsere Expertin, die Familientherapeutin Ruth Marquardt, hat Tipps, die Ihnen gegen den Mini-Jetlag helfen.

Wie wir mit der Zeitumstellung umgehen ist typabhängig

„Unser Körper ist eben kein Wesen, das sich von jetzt auf gleich, von einer Stunde auf die andere, umstellen lässt, sondern der braucht seine Zeit“, weiß die Familientherapeutin und psychologische Beraterin Marquardt. „Es kann bis zu 2 Wochen dauern, aber manche Menschen haben das auch schon innerhalb von vier Tagen geschafft. Das ist so ein bisschen typabhängig und auch ein bisschen DNA-abhängig, tatsächlich.“

Einfach mal früher ins Bett gehen

Müdigkeit, Trägheit und Schlafstörungen machen sich nach der Umstellung auf die Sommerzeit bei vielen bemerkbar. Um die eine Stunde Schlaf nachzuholen, ist es ratsam, am Abend früher ins Bett zu gehen. Aber nicht jedem gelingt das auf Anhieb. Ruth Marquardt empfiehlt deshalb: idealerweise schon eine Woche vorher damit angefangen, jeden Tag zehn Minuten früher ins Bett zu gehen.

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Tageslicht und frische Luft

Um den Körper an den neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen, hilft vor allem der natürliche Wechsel von Licht und Dunkelheit. Vorübergehend sollte man deshalb Vorhänge und Jalousien nicht verschließen und sich stattdessen vom Tageslicht wecken lassen. „Manche haben vielleicht am Arbeitsplatz eine Tageslichtlampe“, auch das könne helfen, weiß Marquardt.

Zudem ist Bewegung an der frischen Luft hilfreich. Kurze Spaziergänge und kleine Radtouren bringen den Kreislauf in Schwung und machen munter. So haben Müdigkeit und Trägheit keine Chance. Das Sonnenlicht bekämpft außerdem den Vitamin-D-Mangel. „Gut ist es, schon mal morgens in Wallung kommen, wenn es dunkel ist trotzdem raus zugehen, so ein bisschen Tageslicht auch in der Mittagspause einzukassieren“, sagt Marquardt.

Weniger Bildschirmzeit

Smartphone, Tablet und Co. sollte man jetzt am besten öfter mal zur Seite legen, denn das blaue Licht, das die Bildschirme vieler Elektrogeräte ausstrahlen, hält uns wach. Wer das Handy nicht zur Seite legen kann oder will, dem rät die Therapeutin: „Da gibt es ja diese Filter mittlerweile, die man einstellen kann“. So kommen Körper und Geist schneller zur Ruhe und der Melatoninspiegel (Schlafhormon) steigt. Und hier noch ein echter Geheimtipp für Brillenträger von unserer Expertin: „Ich habe so einen Blaulichtfilter drin, der hilft auch und filtert das viele künstliche Licht. Denn dann weiß ich, kann ich abends besser und schneller einschlafen“.

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Leichte Kost am Abend

Schwere und fettige Speisen sowie alkoholische und koffeinhaltige Getränke sind vor dem Schlafen zu vermeiden. Stattdessen lieber zu leichten Gerichten wie Salat, Ofengemüse oder Suppe greifen. Das Abendessen sollte außerdem nicht zu spät auf dem Tisch stehen, sonst fängt der Magen wieder an zu arbeiten, was beim Einschlafen Probleme bereiten kann.

Ein leichtes Frühstück am Morgen, zum Beispiel ein Smoothie oder Naturjoghurt mit frischem Obst, versorgt den Körper mit zusätzlicher Energie.

Natürliche Kräuter für einen besseren Schlaf

Wer dennoch unter Schlafstörungen leidet, kann sich mit natürlichen Kräutern wie Lavendel, Baldrian, Hopfen oder Melisse etwas Gutes tun. Die gibt es in verschiedenen Formen, etwa als Tee oder Tropfen, aber auch in Säckchen, die man sich unter das Kopfkissen legt.

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Kein Mittagsschlaf

Den fehlenden Schlaf einfach mit einem Nickerchen am Mittag ausgleichen? Kontraproduktiv! Das bringt die innere Uhr noch mehr durcheinander und sorgt für Schlafstörungen in der Nacht. Dem Körper stattdessen immer wieder Pausen und Erholung gönnen, etwa mit einem Kaffee auf dem Balkon oder einem kurzen Spaziergang. (Spot-on News/mso)