Mammut-Prozess mit 47 Angeklagten

Für 13 Jahre in den Knast? Ex-Rockerboss Frank Hanebuth wieder vor Gericht

Ex-Rockerboss wieder vor Gericht Frank Hanebuth
00:33 min
Frank Hanebuth
Ex-Rockerboss wieder vor Gericht

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Wird er jetzt für sehr lange Zeit weggesperrt? Der Ex-Chef der Hells Angels Hannover, Frank Hanebuth, muss sich seit diesem Montag der spanischen Justiz stellen. Ihm wird unter anderem Drogenhandel und Zuhälterei vorgeworfen. Es wäre nicht sein erstes Mal hinter Gittern.

300 Jahre Freiheitsstrafen gefordert

Frank Hanebuth (li.) am Montag vor dem Prozessbeginn in Madrid.
Frank Hanebuth (li.) am Montag vor dem Prozessbeginn in Madrid.
PW htf, dpa, Paul White

Die entsprechenden Straftaten soll der 58-Jährige bereits zwischen 2009 und 2013 als regionaler Chef der Hells Angels auf Mallorca begangen haben. Nach Angaben seiner Anwälte bestreitet er die Vorwürfe. Im Gerichtssaal des Nationalen Staatsgerichtshofs in Madrid könnte es voll werden: Neben Hanebuth sind 48 weitere mutmaßliche Ex-Mitglieder und Helfer des Rockerclubs angeklagt. Dabei handelt es sich um viele Deutsche, aber auch Spanier, Türken und Luxemburger. Summiert man die geforderten Freiheitsstrafen, kommt man auf knapp 300 (!) Jahre. Für Hanebuth wird eine insgesamt 13-jährige Haftstrafe gefordert. Er habe nichts zu befürchten, sagt er noch kurz vor Prozessbeginn gegenüber der Mallorca-Zeitung.

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Prozessbeginn verzögert sich

Die Beteiligten des Mega-Verfahrens müssen am Montag geduldig sein: Der Prozess beginnt erst mit einer knapp vierstündigen Verzögerung: Ein möglicher Grund: Laut Hanebuths spanischer Anwältin Ana Madera habe die Staatsanwaltschaft in den meisten Fällen keine Beweise und habe deshalb versucht, Deals auszuhandeln. Für den Hannoveraner komme so etwas aber nicht infrage, weil er sich für unschuldig halte.

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Ex-Chef von Hells Angels Hannover

Mit Haftstrafen kennt sich Hanebuth aus: Der 58-Jährige sitzt bereits von 2013 bis 2015 in einem Hochsicherheitsgefängnis in Cádiz. Erst zwei Jahre später darf er Spanien verlassen und kehrt nach Deutschland zurück. In seiner niedersächsischen Heimat ist der „Steintorkönig“ dann offenbar auch nicht untätig: Unter anderem soll er 2018 bei dem Angriff auf einen Autowerkstatt-Chef aus Langenhagen beteiligt gewesen sein, er wird zu einer Geldstrafe verurteilt. Im Oktober 2020 soll er dann in eine Schlägerei im Rotlichtviertel von Hannover verwickelt gewesen sein, das Verfahren wird später eingestellt. Bereits vor seinem Umzug nach Mallorca war Frank Hanebuth jahrelang Präsident der Hells Angels Hannover. (dpa/dka)