Nach Brand auf Mallorca Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft für deutsche Kegelbrüder

Der Männer-Urlaub endete mit Untersuchungshaft!
Am 20. Mai 2022 brennt die Ballermann-Bar „Why Not Mallorca” ab. Eine Gruppe deutscher Touristen aus dem Münsterland gerät schnell unter Verdacht. Sie sollen von ihrem Hotelbalkon aus brennende Zigarettenkippen auf das Dach des benachbarten Lokals geworfen haben. Fast vier Jahre nach dem Vorfall hat die Staatsanwaltschaft auf Mallorca jetzt Anklage erhoben.
Anklage fordert Haft und Schadenersatzzahlungen
In der Anklageschrift, die RTL vorliegt, wird acht Männern aus der Gruppe vorgeworfen, über die Balkone zum unbewohnten Zimmer 1202 geklettert zu sein. Von dort aus sei das Schilfdach der Bar „durch brennende Zigarettenstummel und brennbare Flüssigkeiten (Bier oder Ähnliches)” entzündet worden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer „gemeinschaftlichen” Tat aus und fordert für alle Angeklagten sieben Jahre Gefängnis – wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Körperverletzung. Außerdem sollen sie Schadenersatz von mehr als 100.000 Euro zahlen.
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Die Anwältin der Kegelbrüder erklärte auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung, dass es „keine belastbaren oder eindeutigen Beweise“ gebe, dass die Männer strafrechtlich verantwortlich seien. Für sie gelte weiter die Unschuldsvermutung. Sie hoffe, dass der Vorfall in der bevorstehenden Gerichtsverhandlung „fair aufgeklärt“ werden könne.
Mehrere der Angeklagten sollen in ihrer Heimat bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert sein. Sie hätten sogar noch bei der Evakuierung des Hotels nach Ausbruch des Feuers geholfen und sich dabei selbst teilweise Rauchvergiftungen zugezogen, berichtete die Mallorca Zeitung. Auch in der Anklageschrift heißt es, dass zwei der Angeklagten „leichte Rauchgasvergiftungen” erlitten, aber keine Ansprüche geltend gemacht hätten.
Kegelbrüder saßen wochenlang in U-Haft auf Mallorca
Bei dem Brand wurden mehrere Menschen verletzt. Die 13 Kegelbrüder aus Deutschland gerieten noch am Tag des Feuers unter Verdacht. Acht Männer wurden von einem Ermittlungsrichter in Untersuchungshaft geschickt und kamen erst im Juni 2022 auf Kaution frei. Die Summe in Höhe von 500.000 Euro bezeichnete die Anwältin Maria Barbancho im Interview mit der Mallorca Zeitung als „völlig übertrieben”, weil sie die Schadenssumme um ein Vielfaches übersteige. (jgr)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, Mallorca Zeitung, Süddeutsche Zeitung
































