Wegen gefährlicher Körperverletzung

Nach Schlägerei: Verfahren gegen Ex-Rockerboss Hanebuth eingestellt

Zum Prozessauftakt äußerte sich der Ex-Rockerboss nicht.
Zum Prozessauftakt äußerte sich der Ex-Rockerboss nicht.
© dpa, Ole Spata, ole pil

03. September 2021 - 10:41 Uhr

Einspruch gegen Haftstrafe eingelegt

Nach einer Schlägerei sollte der Ex-Rockerboss Frank Hanebuth zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt werden – dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Am Donnerstag wurde neu verhandelt. Jetzt hat das Amtsgericht Hannover das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingestellt.

Der Vorwurf: Gefährliche Körperverletzung

Ex-Rockerboss Frank Hanebuth kennt das schon: Sichtlich entspannt sitzt er auf der Anklagebank, grinst gelegentlich, während die Zeugen sprechen, winkt das eine oder andere Mal ab, schüttelt ungläubig den Kopf. Am Amtsgericht Hannover muss sich der 56-Jährige am Donnerstag zusammen mit einem 20 Jahre jüngeren Mann wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung verantworten. Es geht um eine Schlägerei im Oktober 2020 - damals wurde in Hannovers Rotlichtviertel ein 37-Jähriger verprügelt. "Die Angeklagten sollen mit mindestens acht weiteren Personen die Polizei davon abgehalten haben, in die Schlägerei einzugreifen, wodurch es da zu erheblichen Verletzungen gekommen sein soll", erklärt Gerichtssprecher Carsten Knepper am Donnerstag.

Verteidiger sieht die Sache "entspannt"

Zum Prozessauftakt macht der Ex-Rockerboss Hanebuth zunächst keine Angaben. Sein Anwalt sagt am Amtsgericht Hannover, die Vorwürfe seien aus den Ermittlungsergebnissen nicht abzuleiten. Er wisse nicht, wie seinem Mandanten strafbares Verhalten zugeordnet werden solle: "Ich sehe der Sache völlig entspannt entgegen", so der Verteidiger.

Und tatsächlich: Das Amtsgericht Hannover stellt das Verfahren ein, ebenso gegen den zweiten Angeklagten. Für einen Mittäterschaft und einen gemeinsamen Plan mit dem Schläger gebe es keine Beweise, so Gerichtssprecher Carsten Knepper. Damit sei der Hauptvorwurf vom Tisch. Wer der Schläger ist, sei bis heute nicht bekannt. Offen blieb bis zum Schluss auch, ob die Männer wirklich versucht hatten, die Polizeibeamten vom Opfer fernzuhalten. Hanebuth und der mitangeklagte 35-Jährige müssten nun binnen eines Monats jeweils 1000 Euro an den Verein Violetta zahlen, der sich gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und jungen Frauen einsetzt.

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Verbotene Waffen auf dem Anwesen

Erst im August 2020 hatte das Amtsgericht Geldstrafen gegen den Rockerboss und weitere Männer verhängt. Hanebuth war nach Überzeugung des Gerichts mit weiteren Männern beteiligt, als ein 40 Jahre alter Kfz-Mechaniker geschlagen wurde. Bei einer Razzia im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurden im November 2018 verbotene Waffen, vor allem Patronen, auf dem Anwesen von Hanebuth gefunden. (dpa/lzi)