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"Etwas" von Maddie gefunden? Ist das der Durchbruch im Fall Maddie McCann?

Fall Madeleine McCann

"Etwas" von Maddie gefunden? Staatsanwalt will das nicht leugnen

Ermittler haben neue Beweise gegen Christian B. "Etwas" im Fall Maddie gefunden!

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Auch 15 Jahre nach ihrem Verschwinden ist der Fall Madeline „Maddie“ McCann noch nicht aufgeklärt. Doch nun kommt offenbar Bewegung in den Fall. Neue Beweise der Staatsanwaltschaft Braunschweig sollen belegen, dass der Deutsche Christian B. ihr Mörder ist. Es wäre eine Sensation.

Hans Christian Wolters ist Staatsanwalt in -Braunschweig
Staatsanwalt Hans Christian Wolters aus Braunschweig
RTL

Durchbruch im Fall Maddie McCann?

„Wir sind sicher, dass er der Mörder von Madeleine McCann ist", sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters in einem Interview mit dem portugiesischen Sender CMTV, das die Journalistin Sandra Felgueiras führte und welches am Dienstag (3. Mai) ausgestrahlt wurde.

„Stimmt es, dass Sie etwas, das Maddie gehört, in einem gelb-weißen VW-Bus gefunden haben, den Christian B. seinerzeit gefahren hat?“, fragte Felgueiras den Braunschweiger Staatsanwalt. Der entgegnete, dass er „auf Details der Ermittlung“ nicht eingehen könne. Die portugiesische Journalistin ließ jedoch nicht locker: „Aber sie können es auch nicht leugnen, oder?“ „Das will ich nicht leugnen“, antwortete Wolters vielsagend.

Maddies Schicksal ungewiss
Kate und Gerry McCann, Eltern der 2007 verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann
deutsche presse agentur

Gefundene Fasern könnten zu Maddies Pyjama gehören

Um was für Beweise es sich genau handelt – darüber wollte Staatsanwalt Wolters keine näheren Angaben machen. Wie das britische Boulevardblatt „The Sun“ jedoch berichtet, sollen Ermittler Fasern im Bus des tatverdächtigen Christian B. gefunden haben, die möglicherweise von Maddies Pyjama stammen, den sie am Tag ihres Verschwindens getragen haben soll.

Staatsanwalt Wolters bestätigte indirekt den Eingang neuer Beweise. „Die Ermittlungen laufen und wir haben einige neue Fakten gefunden, einige neue Beweise“, so der Braunschweiger Staatsanwalt im Interview mit dem portugiesischen Sender. Die Pyjama-Fasern würden Christian B. in einen direkten Zusammenhang mit Maddies Verschwinden bringen. Das war bislang noch keinem Ermittler-Team gelungen.

Nach verschiedenen Theorien um Maddies Verschwinden und etlichen Tatverdächtigen wird es nach 15 Jahren eng für den Tatverdächtigen Christian B. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Deutsche Maddie entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette konnte bislang nicht geschlossen werden. Nach wie vor gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Derzeit sitzt der Verdächtige in einem niedersächsischen Gefängnis eine mehrjährige Haftstrafe für die Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Amerikanerin im Jahr 2005 in Praia da Luz ab. Das spurlose Verschwinden von Maddie ist nicht der einzige Fall, in dem die Braunschweiger Staatsanwaltschaft gegen Christian B. noch ermittelt.

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„Ich gehe davon aus, wenn er entlastende Momente kennt, dass er uns die über kurz oder lang dann auch mitteilen wird und wir würden das dann prüfen. Was dann am Ende dabei rauskommt, muss man dann am Ende sehen“, schildert der Braunschweiger Staatsanwalt das weitere Vorgehen. Demnach sei von Christian B. bisher überhaupt keine Äußerung gekommen. Wolters und sein Team konnten nur das prüfen, was ihnen im Rahmen der Ermittlungen aufgefallen sei „und da gab es eben keine entlastenden Momente“, bilanziert Wolters.

Den Ermittlungen in Deutschland zufolge belegen Telefonaufzeichnungen, dass Christian B. sich zur Tatzeit in der Nähe des Hotelkomplexes im portugiesischen Ferienort Praia da Luz aufhielt, aus dem Maddie am Abend des 3. Mai verschwand. Von wem B. an diesem Abend angerufen worden sei, werde weiter untersucht, sagte Wolters in dem Interview. Zugleich hob er hervor, dass Christian B. nicht nachweisen könne, dass er nicht am Tatort gewesen sei. "Christian B. hat kein Alibi", sagte der Staatsanwalt.

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Madeleine McCann verschwand im Urlaub in Portugal

Am 3. Mai 2007 verschwand die damals dreijährige Madeleine aus Großbritannien - auch Maddie genannt - aus einem Ferienappartement im portugiesischen Praia da Luz. Die Eltern hatten Maddie und ihre beiden jüngeren Geschwister im Appartement gelassen, als sie in einem nahe gelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Regelmäßig schauten sie nach den Kindern - bis die Mutter plötzlich entsetzt feststellte: Maddies Bett war leer und die Terrassentür stand offen. Seitdem fehlt von dem Mädchen jede Spur.

SPIEGEL TV Doku auf RTL+

Das Verschwinden von Maddie McCann vor fast 15 Jahren gehört zu den größten Rätseln der Kriminalgeschichte. Bislang konnte nicht geklärt werden, wer das dreijährige Mädchen in Portugal entführte. Doch jetzt ist sich die Staatsanwaltschaft sicher, den wahren Täter zu kennen, und steht kurz davor, Anklage zu erheben: Es soll Christian B. (45) sein.

Für die Dokumentation "Verdächtig im Fall Maddie – Wer ist Christian B.?" (hier auf RTL+ anschauen) hat sich SPIEGEL TV ein Jahr lang auf Spurensuche begeben und exklusiv mit Freunden und Weggefährten des Tatverdächtigen gesprochen. Dabei wurden neue Erkenntnisse über den Mann gewonnen, der möglicherweise ein Verbrechen begangen haben soll, das die ganze Welt erschüttert hat. (kra mit dpa)